Der Apple Lisa von 1983 war einer der ersten Personal Computer, der über eine Maus und ein Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche verfügte. Das Modell war wegen des hohen Preises von rund 10.000 US-Dollar nur schwer verkäuflich, die Produktion wurde schon 1984 wieder eingestellt. Nachfolger war der deutlich günstigere, aber technisch ähnliche Apple Macintosh, der zu einem großen Erfolg für Apple wurde.
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Bis Anfang der 1980er Jahre wurden Computer üblicherweise per Tastatur über eine Kommandozeile bedient. Die Lisa war - neben dem kaum bekannten Xerox Star von 1981 - der erste kommerzielle Computer, der eine grafische Benutzeroberfläche mit Schreibtischcharakter und Mausbedienung bot, wie sie mittlerweile Standard ist. Dieses Konzept galt damals als revolutionär. Steve Jobs, unter dessen Leitung der Lisa entwickelt wurde, erhielt die Inspiration dazu bei einem Besuch des Xerox PARC 1979, als er den Forschungsrechner Xerox Alto von 1974 sah.
Während in den mitgelieferten Originaldokumenten des Lisa OS lediglich von „The Lisa“ die Rede war, wurde von Apple offiziell behauptet, dass es sich bei Lisa um ein Akronym für Local Integrated Software Architecture handele, also „lokale integrierte Softwarearchitektur“. Da Steve Jobs’ erste Tochter, welche 1978 geboren wurde, den Namen Lisa Jobs erhielt, geht man im Allgemeinen auch davon aus, dass der Name eine persönliche Bedeutung hat und es sich ergo um ein Backronym handelt.
Als Prozessor kam der Motorola 68000 (inkl. MMU) mit 5 MHz und 16-Bit-Datenbus zum Einsatz. 512 kB RAM waren auf die Hauptplatine aufgelötet, während der Nutzer den Rechner auf maximal 1 MB RAM aufrüsten konnte.
Der Lisa verfügte über zwei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke mit jeweils 871 kB Kapazität. Eine externe Festplatte mit einer Maximalgröße von 10 MB konnte nachgerüstet werden.
Als Betriebssystem wurde Lisa OS verwendet, alternativ auch Xenix.
Die Benutzeroberfläche wurde Lisa Shell genannt und hatte große Symbole, die symbolhaft einen Schreibtisch darstellten.
Sechs Büroanwendungen wurden mitgeliefert: LisaCalc, LisaGraph, LisaDraw, LisaWrite, LisaProject und LisaList. LisaTerminal kostete 850 DM extra. Als zusätzliche Programmiersprachen gab es BASIC, COBOL und Pascal.
Apple Lisa war mit einem Preis von 9995 US-Dollar sehr teuer (in Deutschland etwa 30.000 DM, nach heutiger Kaufkraft ca. 30.000 Euro), und verkaufte sich trotz der guten Ausstattung schlecht. Um sie zumindest von der Steuer abschreiben zu können, wurden 2700 unverkäufliche Apple Lisa 1989 auf einer Müllhalde im US-Bundesstaat Utah einfach vergraben.[1] Der Nachfolger Lisa 2 (1984) wurde Anfang 1985 (nach Einführung des auch Schuhkarton genannten kleinen Macintosh) umbenannt in Macintosh XL.
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