Zwei verschiedene natürliche Zahlen, von denen wechselseitig jeweils eine Zahl gleich der Summe der echten Teiler der anderen Zahl ist, bilden ein Paar befreundeter Zahlen.
Oft bezeichnet man die Summe der echten Teiler von x mit σ * (x). Damit lässt sich die Definition auch so formulieren:
Zwei verschiedene natürliche Zahlen a und b bilden ein Paar befreundeter Zahlen, wenn gilt: σ * (a) = b und σ * (b) = a.
Das kleinste befreundete Zahlenpaar wird von den Zahlen 220 und 284 gebildet. Man rechnet leicht nach, dass die beiden Zahlen der Definition genügen:
In einem befreundeten Zahlenpaar ist stets die kleinere Zahl abundant und die größere Zahl defizient.
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Erstmals erwähnte Pythagoras ca. 500 v. Chr. die befreundeten Zahlen 220 und 284. Auf die Frage, was ein Freund sei, antwortete er: "Einer, der ein anderes Ich ist, wie 220 und 284."
1636 teilte Pierre de Fermat in einem Brief an Marin Mersenne mit, dass er die befreundeten Zahlen 17296 und 18416 gefunden habe. Allerdings ermittelte Walter Borho im Jahre 2003, dass dieses Zahlenpaar bereits im 14. Jahrhundert von Ibn al-Banna (1265 - 1321) sowie von Kamaladdin Farist gefunden wurde. Man zitiert Ibn al-Banna mit: "Die Zahlen 17296 und 18416 sind befreundet, die eine abundant, die andere defizient. Allah ist allwissend."
Man benutzte den Satz von Thabit Ibn Qurra:
Den Beweis dieses Satzes findet man im Artikel über Teilersummen.
Heute ist bekannt, dass man mit dem Satz von Thabit keine weiteren befreundeten Zahlen für n ≤ 191600 ermitteln kann.
Leonhard Euler verallgemeinerte den Satz von Thabit:
und
mit f = 2k + 1 und n > k > 0.
und
befreundet.Für den Spezialfall k = 1 erhält man den Satz von Thabit.
1747 fand Euler 30 weitere befreundete Zahlenpaare und veröffentlichte diese in seinem Werk De numeris amicabilibus. 3 Jahre später veröffentlichte er weitere 34 Zahlenpaare, davon waren allerdings 2 Paare falsch.
1830 fand Adrien-Marie Legendre ein weiteres Paar.
1867 zeigte der Italiener B. Niccolò I. Paganini (nicht der Violinvirtuose) als 16-Jähriger, dass 1184 und 1210 befreundete Zahlen sind. Diese hatte man bis dahin übersehen. Es ist das zweitkleinste befreundete Zahlenpaar.
1946 veröffentlichte Escott die komplette Liste der 233 befreundeten Zahlenpaare, die bis 1943 bekannt waren.
1985 berechnete Herman te Riele (Amsterdam) alle befreundeten Zahlen kleiner als 10.000.000.000 – insgesamt 1427 Paare.
Weitere befreundete Zahlen kann man finden mit Hilfe des Satzes von Walter Borho (Professor an der Universität Wuppertal):
A = 220 = 22 · 55 und B = 284 = 22 · 71 sind befreundet. Also sind a = 4, u = 55 und s = 71, wobei s prim ist. p = 127 ist prim und nicht Teiler von a = 4.
Mit Hilfe dieses Satzes fand Borho weitere 10.455 befreundete Zahlen.
Im Februar 2003 sind mehr als 4 Mio. befreundete Zahlen bekannt. Das größte Paar hat 5577 Ziffern.
Man vermutet, dass es unendlich viele befreundete Zahlen gibt, aber ein Beweis ist bisher nicht bekannt.
Eine Excel-Formel zur Ermittlung von "befreundeten Zahlen" könnte wie folgt lauten:
In Zelle A1 steht die Zahl, von der man die befreundete Zahl ermitteln möchte.
=SUMME(WENN(REST(A1;ZEILE(A1:INDIREKT("A" & A1-1)))=0;ZEILE(A1:INDIREKT("A" & A1-1));0))
Diese Formel kann dann irgendwo in der Tabelle stehen - muss aber, da es sich um eine Matrix-Formel handelt, mit den Tasten STRG+SHIFT+RETURN abgeschlossen werden.
Neben den befreundeten Zahlen gibt es noch eine Klasse von Zahlen, die den befreundeten Zahlen ähnlich ist: die quasibefreundeten Zahlen. Sie unterscheiden sich von den befreundeten Zahlen insofern, als bei ihren Teilern die 1 nicht berücksichtigt wird.
Beispiel: 48 besitzt die Teiler 1, 2, 3, 4, 6, 8, 12, 16 und 24. Die Zahl 75 besitzt die Teiler 1, 3, 5, 15 und 25. Die Summe der Teiler von 48 (ohne 1) ist 2 + 3 + 4 + 6 + 8 + 12 + 16 + 24 = 75, und die Summe der Teiler von 75 (ebenfalls ohne 1) ist 3 + 5 + 15 + 25 = 48.
Die ersten quasibefreundeten Zahlenpaare sind (48, 75), (140, 195), (1050, 1575) und (1648, 1925) (Folge A005276 in OEIS).
Liegt eine Kette (endliche Folge) von mehr als zwei natürlichen Zahlen vor, von denen jede die Summe der Teiler des Vorgängers und die erste Zahl die Summe der Teiler der letzten Zahl ist, spricht man von geselligen Zahlen (engl. sociable numbers).
Heute (November 2007) sind 150 dieser Ketten bekannt: A list of aliquot cycles of length greater than 2