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Compositing

5. Okt 2008, 09:51

Compositing (engl.: Zusammensetzung, Mischung) ist ein Begriff aus der Video- und Filmtechnik und findet in der Postproduktion eines Filmes als visueller Effekt Anwendung. Im Compositing werden zwei oder mehr voneinander getrennt aufgenommene oder erstellte Elemente zu einem Bild zusammengeführt.

Das Compositing ist der Prozess des Zusammenführens mehrerer Bildelemente zu einem stimmigen Gesamtbild.

Das Endergebnis ist ein visueller Effekt. Visuelle Effekte beschreiben alle Effekte, die nicht durch herkömmliche fotografische Mittel erzielt werden können. Der andere Teilbereich sind die Practical Effects (Spezialeffekte: Explosionen, etc.). Die Eingliederung wird überall anders vorgenommen. Beispiele für Compositing ist das Zusammenfügen von Bildern (Footages) durch Bluescreen / Greenscreen und Mehrfachbelichtung, wie im Kinofilm Metropolis.

Vor dem Aufkommen der digitalen Bildbearbeitung wurde dies unter anderem durch die Verwendung mehrerer Projektoren erreicht: Die verschiedenen Aufnahmen wurden auf eine Leinwand projiziert und dort von einer Kamera aufgenommen. So konnte man zum Beispiel eine Figur in einem Film erscheinen lassen, indem man die Aufnahme dieser Figur in einen bestehenden Film hineinkopierte. Unter diesen mechanischen Verfahren litt allerdings auch die Bildqualität, weshalb er meist nur kurzfristig angewandt und nicht beliebig oft wiederholt werden konnte.

Verfeinerungen dieser Technik wurden im großen Umfang erstmals im Film Blade Runner aus dem Jahr 1982 angewandt, in dem zahlreiche Einstellungen von Miniaturmodellen, Matte-Hintergrund, Regen- und Realfilm-Aufnahmen kombiniert wurden.

Mit dem Film Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) wurde diese Technik zum ersten Mal im Computer erzeugt. Dazu wurde das Filmmaterial digitalisiert, durch eine Bildbearbeitungssoftware zusammengefügt und danach wieder auf Filmmaterial übertragen.

Ab Mitte der 1990er wurde Compositing auch eingesetzt, um digital erzeugte Figuren in Realfilm-Aufnahmen einzufügen (Bsp.: Jurassic Park (1993), Godzilla (1997)).

Die wohl bekannteste Firma in diesem Bereich ist Industrial Light & Magic von George Lucas, die unter anderem die Trickeffekte für Star Wars, Jurassic Park, Abyss – Abgrund des Todes, Terminator und Indiana Jones gemacht hat.

Wichtige Grundbegriffe sind: Keying (mit Garbage-Masken), Rendering, 2D-Grafik, 3D-Grafik, Plate, Clean Plate, Matte Painting, Rotoskopie, Filtereffekte wie Blur, Glow, Edges, Defocus etc.

[Bearbeiten] Programme

Für die Anwendung des Compositings im professionellen Bereich existieren spezialisierte Programmlösungen wie zum Beispiel Digital Fusion, Inferno, Flame, Flint, Combustion, Toxik, IQ, EQ, Shake, Nuke, Avid DS und After Effects, sowie die quelloffenen Programme Jahshaka, Blender und CinePaint. Das quelloffene Videoschnittprogramm Cinelerra für GNU/Linux besitzt ebenfalls Werkzeuge zum Compositing. Heute haben alle professionellen nichtlinearen Schnittprogramme (wie Avid, Media 100 oder Final Cut Pro) Compositingmöglichkeiten.

Wichtiger Bestandteil von Compositing-Programmen sind Erweiterungsmodule, welche die Funktionalität vergrößern. Dazu gehören unter anderem Boris/FX, Sapphire, Krokodove, Monster, Frischluft, REVision.

[Bearbeiten] Literatur

  • Ron Brinkmann: The Art and Science of Digital Compositing. Morgan Kaufmann. ISBN 0121339602 (englisch)
  • Steve Wright: Digital Compositing for Film and Video. Focal Press. ISBN 0240804554 (englisch)
  • Patricia D. Netzley: Encyclopedia of Movie Special Effects. Oryx Press, Phoenix, Arizona 2000 ISBN 0-816-044929 (englisch, S. 47)
  • Thomas Mulack, Rolf Giesen: Special Visual Effects. Bleicher Verlag, Gerlingen ISBN 3-88350-911-6
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