| Debian GNU/Linux | |
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| Bildschirmfoto | |
![]() Debian GNU/Linux 5.0 („Lenny“) mit GNOME |
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| Basisdaten | |
| Entwickler | Debian-Projekt |
| Sprache(n) | multilingual |
| Version | 5.0.2 („Lenny“) (27. Juni 2009)[1] |
| Abstammung | \ GNU/Linux \ Debian GNU/Linux |
| Architekturen | Alpha, AMD64, ARM, ARM EABI, PA-RISC, IA-32, IA-64, MIPS, MIPSel, PowerPC, S/390, SPARC |
| Installations- medium |
CD, DVD, Blu-ray Disc, USB-Speicher-Stick, Disketten |
| Lizenz | DFSG-konforme Lizenzen |
| Website | debian.org |
Debian [ˈdɛbi̯ən][2] ist ein freies Betriebssystem basierend auf dem Linux-Betriebssystemkern. Weil die meisten grundlegenden Systemwerkzeuge vom GNU-Projekt stammen, wird auch von Debian GNU/Linux gesprochen. Debian enthält eine große Auswahl an Anwendungsprogrammen und Werkzeugen; derzeit sind es über 25.100 Programmpakete. Neben Debian GNU/Linux mit dem Linux-Kernel existierten auch Varianten mit anderen Kerneln, die sich zurzeit noch in Entwicklung befinden. Die aktuelle stabile Version heißt Debian Lenny.
Inhaltsverzeichnis |
Das Debian-Projekt wurde durch Ian Murdock am 16. August 1993 ins Leben gerufen. Heute arbeiten über 1.000 Personen mit, die das System zusammenstellen. Debian ist eine der wenigen Distributionen, die sich GNU/Linux nennen (siehe GNU/Linux-Namensstreit). Das Debian-Projekt folgt damit der Auffassung der Free Software Foundation, dass das Linux genannte Betriebssystem eine Variante des GNU-Systems ist.[3] Debian-Entwickler kann jeder werden, der das sogenannte New-Maintainer-Verfahren erfolgreich durchläuft, das die Bewerber unter anderem darauf testet, ob sie die Ideologie des Projekts teilen.[4]
Der Name der Distribution leitet sich von den Vornamen des Debian-Gründers Ian Murdock und seiner Frau Debra ab.
Das System ist bekannt für sein Paketmanagement-System APT. Mit diesem ist es möglich, alte Versionen von Debian GNU/Linux durch aktuelle zu ersetzen oder neue Softwarepakete zu installieren. Es ist ebenfalls dafür zuständig, alle von einem Programm benötigten Abhängigkeiten aufzulösen, also alle Programmpakete zu installieren, welche die gewünschte Software benötigt.
Das Debian-Projekt konstituiert sich durch die Debian-Verfassung. Sie regelt die demokratische Organisationsstruktur mit regelmäßigen Wahlen.[5] Darüber hinaus verpflichtet sich das Projekt mit dem Gesellschaftsvertrag Debian Social Contract zu freier Software.
Seit dem 26. April 2004 ist die Version 1.1 des Gesellschaftsvertrages gültig. Die eigentliche inhaltliche Änderung besagt, dass alle Komponenten des Debian-Systems (im Hauptzweig main) frei sein müssen, nicht mehr nur die Software. Die Debian-Richtlinien für Freie Software beziehen sich also nicht mehr nur auf freie Software, sondern allgemein auf freie Werke. Da diese Auswirkungen einer als „editoriell“ bezeichneten Änderung für viele Entwickler überraschend war, wurde in einer zusätzlichen Abstimmung im Juli 2004 beschlossen, dass diese Änderung erst nach dem Release von Sarge im Juni 2005 wirksam wird.
Aktueller Leiter des Debian-Projekts ist Steve McIntyre. Er hat diesen Posten am 14. April 2008 von Sam Hocevar übernommen. Der Posten wird einmal im Jahr per Wahl neu vergeben. Alle Wahlen und Abstimmungen erfolgen nach der Schulze-Methode.
Der Debian-Gesellschaftsvertrag (engl.: Debian Social Contract) ist eine vom Debian-Projekt beschlossene, öffentliche Richtlinie, die Grundlagen regelt, wie die freie Software Debian hergestellt, verteilt und betreut wird. Der Gesellschaftsvertrag geht auf einen Vorschlag von Ean Schuessler zurück. Bruce Perens entwarf eine erste Version des Dokumentes, das dann mit anderen Debian-Entwicklern im Juni 1997 verfeinert wurde, bevor es als öffentliche Richtlinie akzeptiert wurde.[6] Version 1.0 wurde am 5. Juli 1997 ratifiziert.[7] Am 26. April 2004 wurde die überarbeitete Version 1.1 ratifiziert.[8] Sie ersetzt seitdem ihren Vorgänger.
Ein besonders bedeutender, auch über das Debian-Projekt hinaus genutzter Teil des Vertrages sind die Debian-Richtlinien für Freie Software (DFSG). Die Gemeinschaft um die Etablierung des Begriffes Open Source in der Öffentlichkeit verwendete diese als Grundlage, um ihre Definition von Open Source zu verfassen. Bruce Perens verallgemeinerte die Richtlinien, indem er Debian aus dem Text strich, um The Open Source Definition (dt. Die Open Source Definition) zu schaffen.[9] Sie wird seitdem von der Open Source Initiative (OSI) verwendet.[10] Mit der Zeit haben sich hier allerdings einige Unterschiede ergeben.
Die im Vertrag festgehaltene Verpflichtung zur Bereitstellung von freier Software wird vom Debian Projekt sehr ernst genommen. Zentrale Diskussionen im Linux-Umfeld werden maßgeblich vom Projekt bestimmt wie die konsequent freie Dokumentation der Programme (Diskussion über die GFDL) oder die Vermeidung von Markennamen, weil ein Hersteller darüber das Projekt beeinflussen kann (Iceweasel statt Firefox).
Softwareprobleme werden öffentlich behandelt, so auch sämtliche Sicherheitsprobleme. Aspekte der Sicherheit werden öffentlich auf der debian-security-announce-Mailingliste diskutiert. Debians Sicherheitsgutachten werden über eine öffentliche Mailingliste gesendet (sowohl innerhalb als auch außerhalb) und auf einem öffentlichen Server bekannt gegeben. Von dieser Verfahrensweise verspricht man sich ein schnelleres Auffinden von Sicherheitslücken und damit die Möglichkeit, diese eher beheben zu können. Die entgegengesetzte Herangehensweise des Security through obscurity wird dagegen als nicht praktikabel angesehen. Die Tatsache, dass die Weiterentwicklung der Distribution öffentlich sichtbar unter Beteiligung einer Vielzahl von Personen geschieht, erfordert besondere Sicherheitsmaßnahmen. Beispielsweise werden Änderungen an Paketen grundsätzlich mit einem verifizierbaren Schlüssel digital signiert. Beim Anwender wird dann vor der Installation die Gültigkeit der Signatur überprüft. Diese Maßnahme soll es Dritten erschweren, schädliche Software in Debian-Pakete einzuschleusen.
Die Paketbetreuer passen die Sicherheitsaspekte ihrer jeweiligen Software an die allgemeinen Grundsätze von Debian an. Daher sind Dienste nach der Installation oft „sicher“ voreingestellt, was von einem Benutzer als „Einschränkung“ empfunden werden kann. Dennoch versucht Debian, Sicherheitsaspekte und einfache Administration abzuwägen. Zum Beispiel werden Dienste wie ssh und ntp nicht inaktiv installiert, wie es bei den Distributionen der BSD-Familie üblich ist.
Wenn ein Sicherheitsproblem in einem Debian-Paket entdeckt wurde, wird es zusammen mit einer Einschätzung der dadurch entstehenden Gefahr direkt veröffentlicht. Parallel wird so schnell wie möglich ein Sicherheitsupdate dieses Pakets vorbereitet und auf speziellen Servern veröffentlicht. Kritische Sicherheitslücken werden auf diese Weise häufig innerhalb von Stunden geschlossen.
Die von Debian angepasste Implementierung des für die Schlüsselerstellung zuständigen Zufallsgenerators der OpenSSL-Bibliothek arbeitete von September 2006 bis 13. Mai 2008 mit einer erheblichen Sicherheitslücke. Die generierten geheimen Schlüssel konnten abgeschätzt und damit in kurzer Zeit (vor-)berechnet werden (1024- und 2048-Bit-Schlüssel in ungefähr zwei Stunden). Insbesondere OpenSSH und die sichere Kommunikation in Webbrowsern waren davon betroffen – GnuPG hingegen nicht.
Das Sicherheitsrisiko besteht weiterhin für alle RSA-Schlüssel, die in diesem Zeitraum auf betroffenen Systemen erstellt wurden und seit der Aktualisierung der Bibliothek nicht neu erstellt wurden. Auch alle DSA-Schlüssel, die jemals von einem Rechner (Client) mit fehlerhaftem Zufallszahlengenerator verwendet wurden, sind seitdem unsicher, selbst wenn diese ursprünglich auf einem Rechner mit korrekt arbeitendem Zufallszahlengenerator erstellt wurden.[11][12]
Von Debian werden zu jedem Zeitpunkt vier Varianten (Releases) parallel angeboten: oldstable (dt. alt-stabil), stable (dt. stabil), testing (dt. Erprobung) und unstable (dt. instabil).
Jede Version hat einen Codenamen, der von Charakteren des Films Toy Story stammt. Zurzeit ist „Lenny“ (5.0) stable und „Squeeze“ (Versionsnummer bisher unbekannt) der Name des testing-Zweigs. unstable wird immer „Sid“ genannt. Sid war im Film Toy Story der Junge von nebenan, der Spielzeuge kaputt gemacht hat. Viele sehen es auch als Backronym für „still in development“ (noch in Entwicklung) oder als rekursives Akronym für „sid is dangerous“ (sid ist gefährlich).
In der Vergangenheit wurden die Zeiträume zwischen den Veröffentlichungen immer größer. Darauf gab es verschiedene Reaktionen. Zum einen wurden Pakete verschiedener Veröffentlichungen gemischt. Dies wird jedoch unmöglich, wenn sich zentrale Teile des Systems zu stark unterscheiden. So gab es zwischen Sarge und Etch eine Änderung der glibc-ABI, die für die meisten Pakete ein Update nötig machte. Für einige Aufgaben wie Spam- und Virenerkennung bietet Debian neuerdings eine Paket-Quelle namens „volatile“ (schnelllebig) an. Für einige Programme kann man sich auch mit sogenannten Backports behelfen. Das sind Pakete von neueren Programmversionen, die für eine alte Veröffentlichung kompiliert wurden.
Innerhalb eines Releases enthält die Abteilung main das eigentliche Debian-System. main besteht komplett aus freier Software und sonstigen Werken gemäß DFSG. Es ist möglich, allein mit Paketen aus main ein funktionstüchtiges System zu installieren. non-free enthält Software, die proprietär ist und contrib beherbergt Software, die selbst frei ist, jedoch ohne Software aus non-free nicht lauffähig ist, wie z. B. früher Java-Programme, die die Java-Laufzeitumgebung von Sun Microsystems benötigten. contrib und non-free sind kein offizieller Teil von Debian, werden jedoch u.a. durch Bereitstellung der für main üblichen Infrastruktur unterstützt.
| Legende: | Ältere Version; nicht mehr unterstützt | Ältere Version; noch unterstützt | Aktuelle Version | Zukünftige Version |
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| Version | Name | Release | Datum | unterstützte Architekturen | Pakete | Bemerkungen | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1.1 | Buzz | 17. Juni 1996[13] | 1 | IA-32 | 474 | 1.1 ist die erste stabile Version von Debian GNU/Linux. Eine Version 1.0 wurde offiziell nie freigegeben, um Verwechslungen zu vermeiden, nachdem ein CD-ROM-Hersteller fälschlicherweise eine nicht-freigegebene Debian-Version als 1.0 veröffentlicht hatte.[14] | |
| 1.2 | Rex | 12. Dezember 1996[15] | 1 | IA-32 | 848 | ||
| 1.3 | Bo | 5. Juni 1997[16] | 1 | IA-32 | 974 | ||
| 2.0 | Hamm | 24. Juli 1998[17] | 2 | IA-32, M68k | ca. 1.500 | ||
| 2.1 | Slink | 9. März 1999[18] | 4 | Alpha, IA-32, M68k, SPARC | ca. 2.250 | Erste Version mit dem Paketmanagement-System APT.[14] | |
| 2.2 | Potato | 15. August 2000[19] | 6 | Alpha, ARM, IA-32, M68k, PowerPC, SPARC | ca. 3.900 | ||
| 3.0 | Woody | 19. Juli 2002[20] | 11 | Alpha, ARM, PA-RISC, IA-32, IA-64, M68k, MIPS, MIPSel, PowerPC, S/390, SPARC | ca. 8.500 | ||
| 3.1 | Sarge | 6. Juni 2005[21] | 11 | Alpha, ARM, PA-RISC, IA-32, IA-64, M68k, MIPS, MIPSel, PowerPC, S/390, SPARC | ca. 15.400 | ||
| 4.0 | Etch | oldstable | 8. April 2007[22] | 11 | Alpha, AMD64, ARM, PA-RISC, IA-32, IA-64, MIPS, MIPSel, PowerPC, S/390, SPARC | ca. 18.700 | Am 26. Juli 2008 erschien mit „Etch-und-ein-halb“ (Versionsnummer: 4.0r4) erstmals in der Geschichte Debians eine Aktualisierung der aktuellen stabilen Version, die neben normalen Sicherheitsupdates auch neue Treiber enthielt; dies machte es möglich, aktuellere Geräte zu verwenden.[23] |
| 5.0 | Lenny | stable | 14. Februar 2009[24] | 12 | Alpha, AMD64, ARM, ARM EABI, PA-RISC, IA-32, IA-64, MIPS, MIPSel, PowerPC, S/390, SPARC | ca. 25.100 | War ursprünglich für September 2008 geplant.[25] |
| Squeeze | testing | (noch unbekannt)[26] | |||||
Laut einer Online-Umfrage von Heise online im Februar 2009 ist Debian GNU/Linux mit 47 Prozent das am meisten verwendete freie Server-Betriebssystem in deutschen Unternehmen. Bei den freien Desktop-Betriebssystemen belegt Debian GNU/Linux mit 29,9 Prozent den zweiten Platz hinter Ubuntu (60,8 %) – dicht gefolgt von openSUSE (28,8 %).[27]
Die Regierung der spanischen Region Extremadura hat 2002 die Debian-basierte Distribution GNU/LinEx entwickelt und in den Schulen und Behörden eingeführt. Die Stadt München ist mit ihren Debian-basierten Betriebssystemen LiMux Ende 2008 vollständig auf freie Software umgestiegen. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik setzt unter anderem Debian auf Desktopsystemen ein.[28] Auch Wien bietet mit ihrem Wienux ihrer Stadtverwaltung eine Debian-basierte freie Alternative an. 2009 wird Skolelinux, eine angepasste Debian-Version, in einer Pilotphase an elf Schulen im Land Rheinland-Pfalz getestet, nachdem bereits Hamburg das System in seinen Schulen einführte.[29]
Das Debian-Projekt stellt neben der Linux-Distribution Debian GNU/Linux noch weitere Varianten des GNU-Systems mit anderen Kerneln zur Verfügung:
In der Verbreitung spielen diese allerdings kaum eine Rolle. Von der Linux-Distribution gibt es außerdem noch einige auf bestimmte Themengebiete spezialisierte Anpassungen, die unter dem Begriff Debian Pure Blends zusammengefasst werden.
Die große Auswahl an Paketen und das zuverlässige System der Paketverwaltung machen Debian attraktiv, um davon weitere eigenständige Distributionen abzuleiten. Rechtlich wird dies durch die für alle Komponenten geltende, weitgehende Freiheit gewährende Lizenz möglich. Daher gibt es eine große Anzahl von Distributionen, die hauptsächlich oder ausschließlich Pakete aus Debian verwenden. Viele dieser Distributionen sind für einen speziellen Zweck wie zum Beispiel den Einsatz als Server oder in der Schule ausgerichtet.
Eine weit verbreitete von Debian abgeleitete Distribution ist Ubuntu.
Unter einem Debian Pure Blend (kurz auch Blend) versteht man eine interne Anpassung der Debian-Distribution, die einem speziellen Anwendungszweck dient.[30] In der Regel verbindet sich damit eine angepasste Installations-CD-ROM. Diese Methode, Debian für spezielle Fachrichtungen anzupassen, war früher unter dem Begriff Custom Debian Distributions (CDD) zusammengefasst worden, doch um das weit verbreitete Missverständnis zu vermeiden, dass eine CDD ein Fork von Debian sei, wurde der neue Name gefunden.
Die bekanntesten Blends sind Skolelinux (auch: Debian Edu) und Debian Med.