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Digital Signage

10. Okt 2008, 12:26

Der Begriff Digital Signage (dt. Digitale Beschilderung) umschreibt den Einsatz digitaler Medieninhalte bei Werbe- und Informationssystemen wie elektronische Plakate, elektronische Verkehrsschilder, Werbung in Geschäften (Instore Marketing), digitale Türbeschilderung oder Großbildprojektionen. Die digitalen Medieninhalte können meist sehr schnell, zielgerichtet und kostengünstig angepasst werden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemein

Der Begriff „Digital Signage“ wird häufig schon dann verwendet, wenn mit Plasma- bzw. LCD-Bildschirmen oder anderen geeigneten Anzeigegeräten (wie z.B. Projektionsgeräten) bewegte Bilder gezeigt werden. Daher bezeichnen sich auch die Hersteller von Großbildschirmen und Projektoren, die Ausstatter von Konferenz- und Messetechnik und sogar Fernsehsender als „Digital Signage Anbieter“.

Im eigentlichen Sinne geht es bei „Digital Signage“ jedoch um vernetzte audiovisuelle Informationssysteme, deren Inhalte entweder programmgesteuert oder manuell zusammengestellt werden können. Dafür notwendig ist eine Kombination von Präsentationstechnik, Playout-Hardware (PC-Systeme), Netzwerk-Anbindung sowie Software für Playout, Content Management und Netzwerk Management.

Digital Signage umfasst keine reinen Broadcast-Lösungen, keine Präsentationssysteme ohne Netzwerk-Anbindung und keine interaktiven Kiosk-Systeme ohne tägliche Aktualisierung und regionale Inhalte.

[Bearbeiten] Typische Einsatzbereiche

Digital Signage in einer Apotheke
Digital Signage in einer Apotheke

Digital Signage wird zunehmend auf öffentlichen Plätzen eingesetzt. Dort wird Werbung mittels elektronischer Laufschriften und digitalen Plakaten angezeigt. Auf Bahnhöfen und Flughäfen ist die elektronische Anzeige von An- und Abfahrtszeiten schon länger üblich. In U-Bahnen kann Werbung zielgerichtet nach Uhrzeit zielgruppengerecht angezeigt werden. Auch in Hotels, Großmärkten und Geschäften kommt immer mehr Digital Signage zum Einsatz. Im Unternehmensbereich kommt es zunehmend für die Eigenvermarktung (beispielsweise mittels Unternehmens-TV für Mitarbeiter) zum Einsatz.

Auch Verlage nutzen Digital Signage um an gut besuchten Standorten (Einkaufszentren, Fitness-Studios, Banken) Nachrichten und Werbung zu platzieren. Nachrichten und Werbung können dabei zielgruppengerecht angepasst werden. Die Kombination mit Veranstaltungshinweisen, lokalen Wetterinformationen und Nachrichten verspricht dabei eine höhere Aufmerksamkeit bei Werbekunden, als reine Werbe-Displays.

[Bearbeiten] Technik

Die Inhalte müssen in den meisten Fällen redaktionell bearbeitet werden. Hierbei wird oft auf die Arbeit von Agenturen zurückgegriffen, die Inhalte bereitstellen oder man arbeitet mit Content-Management-Systemen, wobei Mitarbeiter die Inhalte selbst pflegen. Generell ist es von entscheidender Bedeutung, dass die jeweiligen Inhalte an die Ausspielmedien angepasst werden. Die digital aufgearbeiteten Medieninhalte, wie Video-Clips, Bilder, Texte, Sounds, Präsentationen, TV etc. werden dann am Point of Sale (POS) oder Point of Information (POI) eingespielt.

Die zentrale Verwaltung sowie die Übertragung bis hin zur Erstellung der Inhalte (Content-Management) übernehmen bei modernen Systemen in der Regel Software-Programme. Die digitalen Inhalte werden meist mittels einer TCP/IP-Verbindung auf Client-PCs verteilt. Es kommen neben üblichen Rechnern lüfterlose Thin Clients, DVD- oder auch Video-Player zum Einsatz. Die Daten können auch per CD, DVD, oder USB-Stick oder Compact-Flash-Karten auf die Endgeräte gespielt werden. Die Präsentation der Inhalte erfolgt auf Plasma- oder LC-Displays, Infosäulen, bei repräsentativen Einsätzen auch über Monitor-Split-Wände (ein großes Bild wird aus mehreren Einzelbildschirmen zusammengesetzt), Großbildprojektionen sowie LED-Wände.

[Bearbeiten] Nutzen

Das Hauptargument von Anbietern von Digital Signage Systemen ist die Kostenersparnis. Bei konventionellen Schildern und Plakaten (Paper Signage) fallen bei jedem Wechsel der Inhalte Kosten an, da das Schild verändert oder das Plakat überklebt werden muss. Bei Digital Signage werden die geänderten Inhalte praktisch ohne Zusatzkosten elektronisch eingespielt. Dem gegenüber stehen jedoch meist hohe Anschaffungskosten für die elektronischen Anzeigen und die dahinterliegende Technik sowie Stromkosten für den laufenden Betrieb. Durch die sinkenden Preise für LCD- und Plasma-Bildschirme wird Digital Signage zunehmend kostengünstiger. Darüber hinaus ist die Aktualität der Inhalte ein weiteres Argument. Die Inhalte können sehr schnell geändert werden. So kann zum Beispiel auf unterschiedliche Kunden reagiert werden und vormittags ein anderer Inhalt gezeigt werden, wenn die Hausfrauen und -männer einkaufen, als am frühen Abend, wenn die Singles im gleichen Geschäft unterwegs sind.

[Bearbeiten] Anwendungsbeispiele

[Bearbeiten] Digital Signage in Kliniken

Schematischer Aufbau für Digital Signage in Kliniken
Schematischer Aufbau für Digital Signage in Kliniken

Eine Anwendungsmöglichkeit für Digital Signage ist TV in Kliniken. Dabei werden die Inhalte (Content) vom Editor über das Internet direkt auf die Fernseher in die Patientenzimmer übertragen.

Als Inhalt kommen etwa Speisepläne, Webcam-Bilder, OP-Hinweise, Unternehmensfilme und Ähnliches in Frage. Es ist auch möglich eine Live-Veranstaltung einzuspielen, wobei ein Kamerateam während der Veranstaltung Bild und Ton in die Patientenzimmer überträgt.[1]

[Bearbeiten] Digital Signage für Produktionsdaten

Ein weiterer Einsatzbereich ist die Visualisierung von Produktionsdaten. Dabei können aktuelle Stückzahlen oder Informationen über Soll- und Ist-Zustand wiedergegeben werden. Die Arbeiter in Fabriken oder an Laufbändern sind so immer über den aktuellen Stand der Produktion informiert. Die alte Art und Weise der Weitergabe von Produktionsdaten auf Tafeln mittels Edding oder Kreide gehören der Vergangenheit an. Die hohe Leuchtkraft und der große Blickwinkel von Plasma oder TFT Monitoren sorgen für optimale Verbreitung der geforderten Informationen. Im Notfall können auch Warnhinweise über Störungen gut sichtbar angezeigt werden.

[Bearbeiten] Digital Signage für Instore-TV

Das - bezogen auf die Brutto-Reichweite - bundesweit bisher größte Digital Signage-Projekt hat die 42media group GmbH aus Garbsen 2007 in Kooperation mit T-Systems und Media Broadcast realisiert. Deutschlandweit wurden 856 Postbank-Geschäftsstellen mit eigenem "Filial-TV" ausgestattet. Die Sendeschleife umfasst das aktuelle Wetter, News, Freizeittipps und Werbespots.

In sechs ausgewählten Geschäftsstellen kommen darüber hinaus eine digitale Öffnungszeiten-Anzeige sowie ein digitales Kundenaufrufsystem zum Einsatz.[2]

[Bearbeiten] Netzwerke

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Digital Signage-Lösung für Kliniken (Aufgerufen am 21. Juli 2008)
  2. Postbank Filial-TV
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