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FIFO-Anomalie

23. Mär 2008, 11:13

FIFO-Anomalie bezeichnet ein in der Informatik auftretendes Phänomen, das bei Anwendung der FIFO-Ersetzungsstrategie für Virtuelle Speicherverwaltung in Computer-Systemen auftreten kann.

[Bearbeiten] Erklärung

Man spricht von einer FIFO-Anomalie, wenn bei der virtuellen Speicherverwaltung in Computer-Systemen mit größerem Hauptspeicher mehr Seitenfehler (Informationen befinden sich nicht im schnelleren Hauptspeicher und müssen von der langsameren Festplatte nachgeladen werden) auftreten als mit kleinerem Hauptspeicher. Der Grund dafür ist, dass FIFO den letzten Zeitpunkt des Zugriffs auf eine Speicherseite nicht beachtet sondern den ältesten, aber vielleicht häufig genutzten, Speicherblock überschreibt.

[Bearbeiten] Vermeidung

In der Regel ist die Least recently used-Strategie (LRU) („gerade am wenigsten verwendet“) FIFO vorzuziehen, da LRU Speicherseiten, die kürzlich benutzt wurden, nicht ersetzt. LRU kann aber zu FIFO degenerieren, d.h., wenn in Folge Speicherseiten angefordert werden, die nicht zusammenhängen, verhält sich LRU genau wie FIFO.

Eine weitere Strategie zur Vermeidung der FIFO-Anomalie ist der "Second-Chance-Algorithmus". Hierbei wird jede Speicherseite, bei einem Zugriff, mit einem Zugriffsbit markiert und ein zyklischer Zeiger setzt das Zugriffsbit wieder auf 0. Ein zweiter Zeiger, der hinter dem ersten Zeiger liegt, prüft, ob in der Zwischenzeit ein erneuter Zugriff stattgefunden hat und gibt der Speicherseite gegebenenfalls eine neue Chance. Findet der zweite Zeiger den Eintrag unmarkiert vor, so wird die Speicherseite entfernt.

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