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Fadenzähler

18. Aug 2008, 12:37
Fadenzähler
Fadenzähler

Ein Fadenzähler ist eine starke Lupe mit einer drei- bis zwölffachen Vergrößerung und einer Mess-Skala. Der physische Abstand zwischen dieser und seiner Vergrößerungslinse ist konstruktionsbedingt abhängig von der Brennweite.

[Bearbeiten] Aufbau

Üblicherweise wird ein Fadenzähler aus drei Metall- oder Kunststoffflächen gefertigt, die durch zwei Scharniere klappbar miteinander verbunden sind. Die Höhe der mittleren Trägerfläche gibt zugleich das Maß für die Mindestbrennweite vor bzw. ist von ihr abhängig. Gebrauchsfertig aufgestellt ist in der oberen Fläche eine meist kreisrunde Öffnung als Fassung für eine starke Lupe (nur sehr selten als Doppellinsensystem ausgeführt), zusammengeklappt liegt diese zwischen den beiden anderen und ist so beim Transport geschützt.

Die gebrauchsmäßig untere Fläche dient zugleich als Fuß und ist fast immer quadratisch ausgeschnitten (sehr beliebt: ein oder vier Quadratzentimeter groß). Teurere Modelle – meist aus Metall (Nickel, Messing, teils verchromt) – sind manchmal mit einer eingelassenen Glasscheibe versehen, in die eine Mess-Skala eingraviert ist. Alternativ wird der Ausschnittsrand innen mit einer x- und einer y-Skala versehen, heute üblicherweise mit einer Millimeter-Einteilung, während ältere Fadenzähler eine Zolleinteilung hatten.

[Bearbeiten] Verwendung

Erfunden wurde der Fadenzähler, um die Qualität von gewebten Stoffen zu überprüfen. In der Textilindustrie werden damit die Anzahl von Schuss- und Kettfäden innerhalb einer bestimmten Stoff-Fläche gemessen. Gerade heute empfiehlt sich jedem Teppichkäufer handgeknüpfter Ware die Mitnahme eines Fadenzählers, um die den Preis bestimmende Qualität anhand von Knoten pro Quadratzentimeter selbst kontrollieren zu können – unseriöse Verkäufer übertreiben da gern. Absoluter Spitzenreiter bezüglich der verarbeiteten Knotenanzahl sind hierbei fernöstliche Seidenteppiche, ein paar Knoten weniger haben gute Perser oder andere Qualitätsprodukte des nahen Orients.

Fadenzähler verwendet man auch in anderen Branchen. So kann man ihn z. B. für die Strichstärkenmessung bei Barcodes verwenden. Ebenfalls im Druck- und Verlagswesen dient er in der Druckvorstufe häufig zum Beurteilen von Druckvorlagen, an der Druckmaschine zur Raster- und Passerkontrolle.

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