| FreeBSD | |
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| Bildschirmfoto | |
![]() FreeBSD Message of the Day |
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| Basisdaten | |
| Entwickler | The FreeBSD Project |
| Version | 7.0 (27. Februar 2008) |
| Abstammung | Früher (bis Version 1.x) \ UNIX \ BSD \ 386BSD \ FreeBSD Seit Version 2.0 \ BSD \ FreeBSD |
| Architekturen | PC98, Alpha, SPARC, PPC, x86, x86-64, Itanium, Itanium 2 |
| Lizenz | BSD-Lizenz |
| Sonstiges | Preis: beliebig Sprache: Englisch |
| Website | www.freebsd.org |
FreeBSD ist ein Open-Source-Betriebssystem aus der BSD-Familie und gehört damit zu den Unix-Derivaten.
Inhaltsverzeichnis |
Bei der Entwicklung von FreeBSD konzentrierte man sich am Anfang hauptsächlich auf die x86-Architektur. Seit Version 3.0 läuft FreeBSD jedoch auch auf Alpha-Prozessoren und auf den in Japan verbreiteten PC98. Mit der Version 5.0 wurden zusätzlich die Architekturen AMD64, IA-64 sowie SPARC64 unterstützt; seit Version 6.0 gibt es auch eine experimentelle Version für PowerPC-Prozessoren. Ab Version 7 werden Alpha-Prozessoren nicht mehr unterstützt. Derzeit wird auch an Portierungen auf die ARM-Architektur und auf die MIPS-Architektur gearbeitet.
FreeBSDs Stärken liegen im Netzwerkbereich. Mit der IPv6-Implementierung des KAME-Projekts waren die BSDs unter den ersten Betriebssystemen mit IPv6- und IPsec-Unterstützung. FreeBSD unterstützt Netzwerkprotokolle auf verschiedensten Ebenen, zum Beispiel 802.1q VLANs, PPP, L2TP. FreeBSD unterstützt verschiedenste Netzwerkhardware (Gigabit Ethernet, WLAN, ATM, ISDN, FDDI) und stellt drei verschiedene Paketfilter-Implementierungen zur Verfügung: das auch für proprietäre Unixe verfügbare IPFilter, die Eigenentwicklung ipfw und den OpenBSD-Paketfilter pf. Mit dummynet steht ein leistungsfähiger Trafficshaper zur Verfügung.
FreeBSD unterstützt einen Großteil der gängigen PC-Hardware: USB 2.0, Bluetooth, PCMCIA, SCSI- und S-ATA-RAID-Controller. Allerdings werden – ähnlich wie bei Linux – die wenigsten Treiber vom Hardwarehersteller bereitgestellt, sondern von den FreeBSD-Entwicklern selbst geschrieben. Für Netzwerkkarten gibt es jedoch seit Version 5.3 eine Implementierung der Windows-NDIS-Schnittstelle (NDISulator, Project Evil), über die Windowstreiber verwendet werden können (zum Beispiel für Intels Centrino).
Neben den Basissystem genannten Standard-Unixprogrammen stehen über ein Softwarepaketmanagementsystem, die so genannten Ports, rund 18.000 Drittanbieter-Programme zur Verfügung. Hier finden sich die meisten Open-Source-Programme für Server und Desktop sowie einige proprietäre Programme.
Neben der eigenen Binärschnittstelle (ABI) unterstützt FreeBSD die Formate von GNU/Linux und UNIX System V R4. Damit kann auch proprietäre Software, die ausschließlich für diese Systeme veröffentlicht wurde, genutzt werden.
FreeBSD stellt seit Version 4.X auch die Virtualisierungsumgebung jails zur Verfügung. Gegenüber Chroot bietet diese zahlreiche Vorteile, insbesondere im Blick auf Sicherheit, Administrationsaufwand und Performance. In anderen Systemen sind Abwandlungen von FreeBSD-jails als sysjails bekannt.
FreeBSD ist robust und stabil und ist deshalb vor allem bei Internet-Providern beliebt. Unter anderem setzt Yahoo das Open-Source-Betriebssystem auf ihren Webservern ein.
Spuren von FreeBSD finden sich auch in verschiedenen proprietären Betriebssystemen, was auf das verwendete Lizenzmodell zurückzuführen ist. Teile von Apples Betriebssystem Mac OS X, dessen Kernkomponente Darwin im Quellcode für PPC und i386 verfügbar ist, basieren auf FreeBSD. Das JunOS der Juniper-Router, VxWorks[1] und das DataONTAP des Speichersystem-Herstellers Network Appliance basieren ebenfalls auf FreeBSD.
Weitere BSD-Betriebssysteme sind NetBSD, OpenBSD und DragonFly BSD. Zwischen den BSD-Betriebssystemen findet aufgrund der freien Lizenz und der durch die gemeinsame Herkunft vorhandenen Ähnlichkeit ein reger Quellcodeaustausch statt.
FreeBSD war als Weiterentwicklung von 386BSD geplant, nachdem dieses nicht mehr weiterentwickelt wurde. Die Ursprünge von FreeBSD liegen in einer patch-Sammlung (ein sogenanntes Patchkit) für 386BSD, die 1992/1993 in loser, mittels FTP vertriebener Form existierte. Während in der ersten Hälfte des Jahres 1993 ein Teil der Patchkit-Autoren (und andere) NetBSD gründeten, gründeten die im wesentlichen letzten offiziellen Verantwortlichen des Patchkits Jordan K. Hubbard, Nate Williams, Rod Grimes und David Greenman FreeBSD. Die Entwicklung mittels eines CVS-Archivs begann im Juli 1993 basierend auf den Quelltexten von 386BSD, 4.3BSD-Lite (Net/2) und dem dazu existierenden Patchkit. Im November 1993 erschien die erste Version FreeBSD 1.0.
Als Folge des Vergleichs im Urheberrechtsstreit zwischen Novell und der University of California wurden einige Teile des Net/2-Quellcodes Novell zugesprochen. Dieser musste deshalb auch aus FreeBSD entfernt werden. Das im November 1994 erschienene FreeBSD 2.0 basierte deshalb auf den Quelltexten von 4.4BSD-Lite.
Oktober 1998 erschien Version 3.0. Version 4.0 erschien im März 2000. Januar 2003 erschien Version 5.0. Am 25. Mai 2006 wurde 5.5, die aktuelle Version der 5.x-Linie, veröffentlicht. Außer den zusätzlich unterstützten Architekturen wurden in FreeBSD 5.x folgende neue Funktionen implementiert:
Allerdings waren die SMP-Neuerungen der Version 5.x umstritten. Matt Dillon startete die auf Version 4.x aufsetzende Abspaltung DragonFly BSD.
Am 3. November 2005 wurde Version 6.0 veröffentlicht. Die wichtigsten Neuerungen sind:
Am 27. Februar 2008 wurde Version 7.0 veröffentlicht. Die wichtigsten Neuerungen sind:
FreeBSD ist unter der BSD-Lizenz frei und kostenlos verfügbar und wird von über 350 Entwicklern aus der ganzen Welt und unzähligen Benutzern kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Entwickler des FreeBSD-Projektes pflegen einen Quelltextbaum, welcher das vollständige System umfasst:
Dieser Quelltextbaum wird mit Hilfe des CV-Systems verwaltet. Das System ist daher sehr homogen, da alle Systembestandteile von einer Entwicklergruppe gepflegt werden.
Bei FreeBSD spielt die Verfügbarkeit des Quelltexts auch praktisch eine große Rolle: viele Anwender halten einen lokalen Quelltextbaum vor und synchronisieren ihn regelmäßig per CVSup-System über das Netz mit einem zentralen Quelltextarchiv (Repository). Daraus kann man dann entweder nur den Kernel aktuell neu bauen oder nur die Ports oder das ganze System. Das dauert zwar länger, als ein Binärpaket zu installieren, dafür passen hinterher alle Systemkomponenten perfekt zusammen. Im CVS-Repository kann man in den alten Versionen der Quelltexte und den Anmerkungen der Entwickler recherchieren und somit sehr gut Einsicht in den Aufbau und die Funktionsweise des Systems gewinnen.
Die Entwicklung des FreeBSD-Kernels und -Userlands läuft in mehreren Zweigen parallel ab:
Ein anschauliches Beispiel: RELENG_6_1_0_RELEASE (dies ist das CVS-Tag von FreeBSD RELEASE-6.1) ist ein Schnappschuss aus dem RELEASE-Zweig RELENG_6_1. RELENG_6_1 wurde aus dem STABLE-Zweig RELENG_6 abgezweigt. RELENG_6 wiederum wurde aus dem CURRENT-Zweig MAIN abgezweigt. Der aktuelle Stand des CURRENT-Zweiges MAIN trägt das CVS-Tag HEAD.
Der Wartungszeitraum beträgt je nach Release und Priorität zwischen 6 und 24 Monaten.
Die FreeBSD-Ports sind von Kernel und Userland unabhängig.
Die Kommunikation zwischen Entwicklern untereinander und mit Benutzern findet wie bei vielen Open-Source-Projekten hauptsächlich über das Internet statt (Mailinglisten, Newsgroups, IRC). Zusätzlich gibt es in verschiedenen Teilen der Welt so genannte BSDcons, bei denen Entwickler und interessierte Benutzer neue Projekte vorstellen und diskutieren.
Koordiniert wird die Entwicklung vom Core Team, das alle zwei Jahre von den aktiven Entwicklern mit CVS-Zugriff gewählt wird. Weitere Gruppen sind für spezielle Aufgaben zuständig, so gibt es zum Beispiel ein Release Engineering Team, das die Veröffentlichung von neuen Versionen koordiniert und ein Security Team, das für die schnelle Behebung und Veröffentlichung von Sicherheitslücken zuständig ist.
Der BSD-Daemon ist das Maskottchen von BSD-Unix. Er wird oft Beastie genannt, obwohl ihn der Träger des Copyrights für namenlos erklärt.
Im Februar 2005 riefen die Entwickler des FreeBSD-Projektes dazu auf, ein Logo für FreeBSD zu entwerfen. Ende Juni 2005 wurden anschließend die Vorschläge verschiedener Grafiker entgegen genommen, und Ende September 2005 wurde das neue Logo ausgewählt. Zum Schluss standen sieben Einsendungen in der engeren Wahl. Gewonnen hat das Design von Anton K. Gural.
Es gab wie bei NetBSD verschiedene Erwägungen, das traditionelle Maskottchen nicht weiter als Logo zu verwenden. Der Dämon Beastie bleibt das Maskottchen des Projektes. Das neue Logo ist eine Anspielung auf den Kopf des Dämons mit seinen Hörnern.
Man unterscheidet grob zwischen Distributionen und Derivaten. Bei Distributionen handelt es sich um andere Zusammenstellungen von Software, während es sich bei Derivate um Veränderungen und Abspaltungen (auch Forks genannt) des Systems handelt. Da die Erstellung von BSD-Distributionen im Vergleich zu anderen Systemen, wie GNU/Linux, noch eine relativ neue Entwicklung ist, und Änderungen meist tiefgreifender als bei diversen Linuxdistributionen ist, werden häufig auch Distributionen als Derivate bezeichnet. In der BSD-Community werden Forks meist negativ bewertet.