| Ghostscript | |
|---|---|
| Entwickler: | Artifex Software Inc. |
| Aktuelle Version: | 8.63 (1. August 2008) |
| Betriebssystem: | Linux, Unix, VMS, Windows, Mac OS, MSDOS, PC/GEOS, OS/2 ... |
| Kategorie: | Software |
| Lizenz: | Duales Lizenzsystem: GPL und kommerziell (Artifex Ghostscript) |
| Deutschsprachig: | nein |
| Website: | http://pages.cs.wisc.edu/~ghost/ |
Ghostscript ist ein kostenloser Interpreter der Seitenbeschreibungssprachen PostScript und Portable Document Format (PDF).
Es besteht aus einem Softwarepaket, das eine API mit Funktionen bereitstellt, um PostScript und PDF auf Druckern oder Bildschirmen darzustellen. Es bietet einen hohen Grad an Kompatibilität mit dem proprietären „Original“ von Adobe.
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1986[1] begann Peter Deutsch Ghostscript für das GNU-Projekt zu entwickeln. Er gründete Aladdin Enterprises, um Ghostscript auch kommerziell vermarkten zu können. Dazu nutzte er ein eigenes duales Lizenzsystem, bei dem er die jeweils aktuelle Version zunächst unter der Aladdin Free Public License (AFPL) veröffentlichte. Diese schränkt eine kommerzielle Nutzung der Software stärker als die GNU General Public Licence (GPL) ein, erlaubt aber eine unentgeltliche Verbreitung und Nutzung. Firmen, die Ghostscript mit ihrem Produkt vertreiben möchten und sich entweder nicht den Lizenzbedingungen der GPL unterwerfen oder keine veraltete Version unter der GPL ausliefern wollen, können eine kommerzielle Lizenz ("Artifex Commercial License") erwerben. In dieser Lizenz ist Ghostscript in zahlreichen Anwendungen bekannter Hersteller wie z. B. IBM, Hewlett Packard[2] und Xerox integriert[3][4].
Zum Problem wurde diese Lizenzpolitik, als sich das unter der GPL veröffentlichte Common Unix Printing System (CUPS) von Easy Software Products (ESP) zum Standarddrucksystem für Linux-Distributionen entwickelte. CUPS ermöglicht unter Unix-Derivaten laufenden Programmen das Drucken und baut auf PostScript auf. Ghostscript kommt dabei als Raster Image Processor zum Einsatz. ESP initiierte mit ESP Ghostscript eine Abspaltung von GPL Ghostscript, um unter der GPL eine Version mit aktuellen, für CUPS wichtigen Patches verbreiten zu können.
Heute hält die kalifornische Firma artofcode LLC die Urheberrechte. Die kommerzielle Lizenzierung erfolgt durch Artifex Software Inc. Seit 2000 ist Raph Levien als Nachfolger von Peter Deutsch Maintainer des Projekts[5]. Ab Version 8.56 (31. Mai 2006) wurde AFPL Ghostscript eingestellt[6], so dass seitdem die neueste Version immer sofort unter der GPL erscheint. Die Abspaltung ESP Ghostscript konnte damit schließlich aufgegeben werden: GPL Ghostcript 8.57 und ESP Ghostscript 8.15.4 wurden im am 1. August 2007 veröffentlichten GPL Ghostscript 8.60 zusammengeführt[7].
Die wichtigsten Einsatzmöglichkeiten von Ghostscript sind:
Ghostscript wurde auf viele unterschiedliche Betriebssysteme portiert, u. a. Linux, Unix, VMS, Windows, Mac OS, AmigaOS und OS/2.
Zahlreiche grafische Oberflächen (GUIs), wie zum Beispiel Ghostview oder GSview, wurden für Ghostscript geschrieben. Mit deren Hilfe können PostScript- und PDF-Dateien angezeigt, gedruckt oder in andere Formate konvertiert werden. Dazu zählen auch virtuelle Druckertreiber, die mit Hilfe von Ghostscript PDF-Dateien aus beliebigen Anwendungen generieren können.
Die GPL-Version von Ghostscript diente als Grundlage für Display Ghostscript, eine Nachbildung von Display Postscript, das zur Darstellung von Grafik auf einigen Betriebssystemen, wie z. B. NeXT genutzt wird. Das Projekt wurde jedoch ca. 2000 eingestellt[8][9].