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Green IT

26. Sep 2008, 07:48

Unter dem Stichwort Green IT und Green ICT (engl., Grüne ICT) versteht man Aktivitäten, die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) über deren gesamten Lebenszyklus hinweg umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten, also vom Design zur Produktion über die Verwendung bis zur Entsorgung, bzw. dem Recycling der Technologie. Dabei stehen zwei Themen im Vordergrund: Zum einen der Energieeinsatz bei der Produktion und der Nutzung von Hardware (beispielsweise Server, PCs, Monitore und Drucker) und zum anderen die verwendeten Materialien und Produktionsmittel. Letzteres schließt insbesondere die Schadstoffthematik mit ein, also ob schädliche Stoffe in der Produktion anfallen oder ob Gifte wie Blei oder Brom im Endprodukt enthalten sind, bzw. bei dessen Betrieb freigesetzt werden. Näheres wird in der RoHS-Richtlinie der EU festgelegt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Begriffe und Verwendung: Green IT, Green ICT, grüne IT, green computing

Der englische Begriff „Green IT“ findet sich auch in zahlreichen deutschen Publikationen. Die wörtliche Übersetzung „Grüne IT“ ist seltener im Gebrauch, findet sich aber in der Schreibweise „grüne IT“ beispielsweise im Manager Magazin [1].

Im anglo-amerikanischen Sprachraum ist auch der Begriff Green ICT und „Green computing“ gebräuchlich.

Es gibt auch eine von Cisco verwendete Bedeutung des Themas Green IT, dabei werden neben dem oben beschriebenen Verwendung des Begriffs auch zum Beispiel der Einsatz von IT zur Reduzierung von Geschäftsreisen durch Video-Konferenzen und eine daraus folgende Reduktion der CO2 Emission oder die Nutzung der IT zur effizienten Gebäudesteuerung (Heizung, Lüftung, Licht) sowie Verkehrsleitsysteme darunter gefasst.

[Bearbeiten] Bedeutung des Themas: Warum wird die IT grün?

Auch wenn das Thema Klimaschutz aktuell eine verständliche und überfällige Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erlebt, sind die Umweltbestrebungen der IT-Industrie nicht neu. So gibt es zum Beispiel seit 1992 in den USA und seit 2002, über eine Verordnung der europäischen Union, auch in Europa den Energy Star, der elektrischen Geräten Stromsparkriterien bescheinigt. Diese Richtlinien werden regelmäßig überarbeitet und neuen technischen Gegebenheiten angepasst.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Klimaschutzdebatte ist es nicht überraschend, dass auch die IT intensiv betrachtet wird. Mehrere Studien gehen davon aus, dass die anfallende CO2-Menge der weltweiten IT in etwa dem CO2-Ausstoß des internationalen Luftverkehrs entspricht. [2].

Aktuell sind zahlreiche Veröffentlichungen [3] und Initiativen präsent. Einige Beispiele:

  • Green IT war ein zentrales Thema der CeBIT 2008, mit einem Green-IT-Guide, einem Green-IT-Village und einem Kongress- und Ausstellungsprogramm wurde dem Thema Rechnung getragen.
  • IBM startete im Sommer 2007 eine Initiative mit dem Titel „Project Big Green“ und zielt dabei auf die Energieeffizienz von Rechenzentren.
  • Fujitsu Siemens Computers kann 20 Jahre Green-Erfahrung nachweisen. Das Unternehmen startete 1988 mit seinem ersten Recycling Programm, brachte 1993 den ersten Green PC und 2002 das erste Mainboard ohne Blei heraus. Seit 2008 gibt es den Green PC und auch den Zero Watt Monitor.
  • Greenpeace ist wie in vielen Umweltthemen auch hier aktiv, exemplarisch der Report zu Gift im iPhone „Missed Call: iPhone’s hazardous chemicals“ und der aktuelle „Guide to greener electronics“ vom September 2007.
  • Der Berliner Umweltpreis des BUND in der Kategorie „Wirtschaft und Innovation“ wurde an die Strato AG verliehen, die ab 2008 ihre Rechenzentren komplett mit CO2-freiem regenerativ erzeugtem Strom betreibt.

[Bearbeiten] Die Sichtweise der Unternehmen: Verantwortung und Kosten

Neben den positiven Effekten der Umweltaktionen hinsichtlich Image und gesellschaftlichem Engagement für die Unternehmen, gibt es auch deutliche Kostenaspekte, die den Ideen der Green IT Vorschub leisten. Letzterer Aspekt geht klar aus einer Studie unter IT-Entscheidern von Forrester Research vom Mai 2007 hervor: „insbesondere Kostenfaktoren seien für das Interesse an Strom sparenden Lösungen verantwortlich“.

In Anbetracht stetig steigender Stromkosten ist das Einsparpotential ein wichtiger Aspekt: IBM geht davon aus, dass sich in größeren Rechenzentren bis zu 42% des Stromverbrauch einsparen lässt, damit verbunden natürlich auch die Kosten.[4]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Manager Magazin vom 8. Oktober 2007: Alexandra Knappe „Cisco und das schlechte Gewissen“
  2. Innovations-Report, 16. Oktober 2007
  3. vgl. iX August 2007
  4. Quelle: IBM, 3sat

[Bearbeiten] Weblinks

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