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Guglielmo Marconi

6. Nov 2008, 22:51
Guglielmo Marconi; um 1907

Guglielmo (seit 1924 Marchese) Marconi [ɡuʎˈʎɛlmo marˈkoːni] (* 25. April 1874 in Bologna; † 20. Juli 1937 in Rom), italienischer Physiker und Elektroingenieur war ein Pionier der drahtlosen Telekommunikation und gilt als einer der ersten Funkamateure.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Guglielmo Marconi wurde als zweiter Sohn des italienischen Landbesitzers Giuseppe Marconi und dessen aus Irland stammender Frau Annie Jameson geboren. Er erhielt eine private Ausbildung in Bologna, Florenz sowie Livorno und studierte an der Universität Bologna. Schon als Junge interessierte er sich für physikalische und elektrische Wissenschaft und studierte die Arbeiten von James Clerk Maxwell, Heinrich Hertz, Augusto Righi, Oliver Joseph Lodge, Alexander Stepanowitsch Popow und anderen.

Als Präsident der Königlich Italienischen Akademie war Marconi aber auch Mitglied des Faschistischen Großrates, der im Faschistischen Italien das höchste politische Gremium abgesehen vom König war.

Leistungen

Seit 1890 beschäftigte sich Marconi mit der drahtlosen Telegrafie und gilt damit als Pionier der drahtlosen Kommunikation. 1895 begann er mit Laborexperimenten auf dem Landgut "Villa Griffone" seines Vaters. 1896 baute er ein "Gerät zur Aufspürung und Registrierung elektrischer Schwingungen" von Alexander Stepanowitsch Popow nach und ließ dieses im Juni 1896 patentieren.

Später verlegte er sein Labor auf die Kreideklippen der Isle of Wight, ließ sein System in Großbritannien patentieren (brit. Pat. Nr. 12039) und gründet 1897 das Unternehmen Marconi’s Wireless Telegraph Company Ltd. mit Sitz in London. 1899 kommt es zur ersten drahtlosen Verbindung über den Ärmelkanal vom South Foreland Lighthouse bei Dover nach Wimereux. Am 12. Dezember 1901 gelang nach 62 Tagen erfolgloser Versuche die erste transatlantische Funkübertragung (zwischen Poldhu (Halbinsel The Lizard, Cornwall) und dem Signal Hill bei St. John's (Neufundland, Kanada)). Das System wird von der Kriegsmarine übernommen.

Am 26. Juni 1905 erhielt Island das erste Telegramm seiner Geschichte, noch bevor ein Seekabel verlegt wurde. Seit 1907 besteht ein drahtloser transatlantischer Telegrafendienst für die Öffentlichkeit. Im Jahr 1909 erhält Marconi zusammen mit Karl Ferdinand Braun den Physiknobelpreis. Später beschäftigte er sich mit der Anwendung von Kurz- und Mikrowellen.

1924 wurde Marconi auf Vorschlag der faschistischen Regierung durch König Viktor Emanuel III. geadelt und erhielt den Titel eines marchese. Er starb am 20. Juli 1937 in Rom und wurde dort zunächst beigesetzt. Im Oktober 1941 wurde er in ein Mausoleum auf dem Landsitz Villa Griffone umgebettet. In der Kirche Santa Croce in Florenz wurde ihm zu Ehren eine Gedenktafel angebracht.

In Würdigung seiner Leistungen ist nach ihm der Asteroid (1332) Marconia benannt.

Siehe auch

Literatur

  • BETTÒLO, G. B. Marini: Guglielmo Marconi: Personal Memories and Documents. In: Rivista di Storia della Scienza, Jg. 3 (1986), S. 453f

Weblinks

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