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Handelsmarketingautomatisierung

18. Nov 2008, 11:23

Handelsmarketingautomatisierung ist die Nutzung von EDV-Lösungen für die Erstellung und Durchführung von Marketingaktionen im (Einzel)handel. Die Idee wurde Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts unabhängig von einander von verschiedenen kleineren Firmen entwickelt. Handelsmarketingautomatisierung ist ein Spezialfall der Marketingautomatisierung, die u.a. für Marketing Planung und Budgetierung, Kampagnienmanagement, Werbemittelmanagement, Dialogmanagement, Analyse und Reporting, etc. eingesetzt wird. Handelsmarketingautomatisierung zielt auf die Lösung der speziellen Marketingaufgaben im dezentralen Vertrieb.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definition Handelsmarketingautomatisierung

Ein EDV-System für die Handelsmarketingautomatisierung dient zu Unterstützung eines Händlers bei der Erstellung und Durchführung von Marketingaktionen. Unter Marketingaktion versteht man unter anderem die Erstellung eine Zeitungsanzeige und die Buchung dieser in einer Zeitung. Andere Marketingaktionen können die Erstellung eines Plakates und das kleben auf einer öffentlichen Plakatwand oder die Erstellung und Versendung von direkt adressierten Werbebriefen sein. EDV-System für die Handelsmarketingautomatisierung versuchen möglichste viele manuelle Vorgänge so zu automatisieren, dass der Händler (oder seine Verkaufsmitarbeiter) als Laien im Marketing und im Entwurf graphischer Vorlagen allein, ohne manuelle Eingriffe von Marketingfachleuten oder eines Graphikers eine Aktion planen, erstellen und ausführen kann. EDV-Systeme für die Handelsmarketingautomatisierung werden manchmal auch als Untergruppe von Web-to-Print, Remote Publishing und Onlinedruck angesehen, was aber nicht genau zutrifft. Handelsmarketingautomatisierung kann auch die Erstellung und Buchung von Radio oder Fernseh/Kinowerbung anbieten und passt dann offensichtlich nicht mehr zu obigen Begriffen.

[Bearbeiten] Grundidee

Die Grundidee entsteht aus der Beobachtung, dass Konzerne denen große (teilweise) exklusive Händlerorganisationen angeschlossen sind, anstreben, dass die Werbemaßnahmen, die der Händler in eigenen Verantwortung und auf eigenen Rechnung durchführt, trotzdem im Erscheinungsbild möglichst an das vom Konzern unter großem finanziellem Aufwand entwickelten Markenerscheinungsbild angepasst sind. Paradebeispiel sind hierfür die Automobilkonzerne mit ihren Autohändlern. Die Händler sind oft (aber nicht immer) vom Konzern prinzipiell unabhängigen Betriebe mit gewissen vertraglichen Bindung an diese. Jedoch gehen diese nicht so weit, dass der Konzern dem Händler genau vorschreiben könnte, wie dieser seine Werbung zu gestalten hat. Zwar gibt es Einflussmechanismen wie Werbekostenzuschuss, aber auch diese sind für den Konzern nicht in jedem Fall zielführend.

Umgekehrt hat der Händler das "Problem", dass er für die Erstellung und Buchung von Zeitungswerbung einen Graphiker beauftragen muss und die gewünschte Gestaltung und Inhalt mit diesem absprechen muss. Während diese Zeit kann der Händler nicht seinem Kerngeschäft des Auto verkaufens nachgehen.

Die Handelsmarketingautomatisierung versucht beide Probleme zu wie folgt zu lösen :

  • Der Konzern lässt flexible Vorlagen entwerfen, die einerseits das Markenerscheinungsbild des Konzerns sicherstellen, dem Händler aber noch gewisse Individualisierungmöglichkeiten lässt (siehe auch Web-to-Print#Individuelle_Produkte_auf_Basis_von_Vorlagen).
  • Diese Vorlagen werden als Content im EDV-System für die Handelsmarketingautomatisierung so eingestellt, dass der Händler auf einfache Weise (also ohne graphisches Fachwissen) diese individualisieren kann (z.B. zusätzlich sein eigenes Logo an der vom Konzern vorgesehene Stelle einbinden, den tatsächlichen Verkaufspreis eintragen, statt der unverbindlichen Preisempfehlung des Konzerns)
  • Das EDV-System produziert aus Vorlage des Konzerns plus der Individualisierung des Händlers ein PDF.
  • Der Händler wählt aus eine im EDV-System hinterlegten Datenbank von Medienunternehmen (z.B. Zeitungverlagen) den gewünschten aus.
  • Das EDV-System versendet das PDF an den gewählten Verlag.

[Bearbeiten] Erweiterung

Um den Händler noch mehr Motivation zu geben, ausschließlich alle seine Marketingaktionenen mit dem Handelsmarketingautomatisierungssystem zu erstellen, hat es sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen, einen Werbekostenzuschuss an die Benutzung des Handelsmarketingautomatisierungssystem zu koppeln.

[Bearbeiten] Nutzen und Nachteile

Der Nutzen wird unmittelbar klar: Hierdurch entsteht eine klassische Win-Win Situation: Der Händler spart Zeit bei seinen Marketingaktionen, der Konzern hat sein Markenerscheinungsbild gewahrt und kann z.B. weiterhin leichter als bisher die Buchungszahlen seiner Werbevorlagen statistisch erfassen

Als Nachteil lässt sich eigentlich nur der hohen Preis anführen, nicht nur für die Software an sich, sondern vor allem für den Betrieb und die Contentpflege. Grundsätzlich ist offensichtlich, dass ein solches System nur bei einer größeren Anzahl von Händlern einerseits und einem bestimmten Marketingbudget andererseits rentabel sein kann. Das führte lange Zeit dazu, dass es außerhalb der Automobilindustrie nur sehr wenige Anwender dieser Systeme gab. Meist beauftragt und finanziert der Konzern ein solches System und stellt es den Händler kostenfrei, oder gegen geringe Gebühr zur Verfügung.

Werden jedoch auch Drucksachen (z.B. Werbeflyer mit Autoteileangeboten) über ein solches System abgewickelt, können oft erhebliche Kosten insgesamt eingespart werden (im Vergleich zur manuellen Abwicklung und Abstimmung aller Beteiligten) dass diese Einsparung das gesammte System finanzieren kann. Dies konnte zumindest für Autokonzerne bereits mehrfach in der Praxis bestätigt werden.

[Bearbeiten] Endprodukte und Marktanwendung

Die meisten Systeme setzen inzwischen auf die Erscheinungsform als Webanwendung.

[Bearbeiten] Geschäftsmodelle

[Bearbeiten] Weblinks

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