Holografischer Speicher ist eine Technik, mit der man Informationen in einer sehr hohen Dichte innerhalb von Kristallen oder Fotopolymeren speichern kann. Da jetzige Speichertechniken wie z.B. die DVD das obere Limit der Datendichte aufgrund der durch Diffraktion gesetzten physikalischen Grenzen des Schreiblasers erreicht haben, hat ein Holografischer Speicher das Potential die nächste Generation von Speichermedium zu werden (HVD). Der Vorteil dieses Datenspeichers ist, dass das komplette Volumen des Aufzeichnungsmaterials genutzt werden kann, und nicht nur die Oberfläche. Dieser Aspekt erlaubt, dass Phänomene wie Bragg Volumen-Adressierung ausgenützt werden können, wodurch sehr viel mehr Informationen in dem selben Volumen an Speichermedium untergebracht werden kann. Dafür muss jedes Hologramm gegen seine Nachbarn Bragg-verstimmt werden. Dies kann durch mehrere Methoden erreicht werden, z.B. durch Rotation des Speichermediums unter Berücksichtigung des Aufnahmemediums und der Referenzstrahlung oder durch Änderung der Wellenlänge oder Phase des Aufnahmelaserstrahls für jedes Hologramm.
Wie auch bei anderen Datenträgern sind holographische Speicher einmal in beschreibbare Speicher (das Speichermedium wird irreversibel verändert) und in wiederbeschreibbare Speicher (Änderung ist reversibel) unterteilt. Wiederbeschreibbare holographische Speicher können durch den photorefraktiven Effekt in Kristallen erreicht werden:
Wenn Information aus einem Hologramm abgerufen oder gelesen werden soll, ist nur der Referenzstrahl notwendig. Der Strahl wird mit den gleichen Eigenschaften wie beim Beschreiben ins Medium geschickt. Durch die eingangs erwähnten veränderten optischen Eigenschaften des Mediums weicht die Brechzahl lokal von dem zu erwartenden Wert ab und zwei Strahlen verlassen das Medium, einer auf dem zu erwartenden Weg und ein anderer auf einer abweichenden Route. Ein optischer Sensor fängt diesen Strahl ein und ermittelt seine Eigenschaften. Diese bieten Aufschluss über den ursprünglichen beim Beschreiben verwendeten Signalstrahl und dessen Informationen.
Hologramme können theoretisch ein Bit in einem Würfel mit der Kantenlänge der Wellenlänge des Lichts, das zum Schreiben benutzt wurde, speichern. Das Licht z.B. eines Helium-Neon-Lasers ist rot (genaue Wellenlänge: 632,8 nm). Wenn man nun Licht von dieser Wellenlänge benutzt, würde ein Quadratzoll von perfektem holografischen Speicher 1,61×1013 Bits, was ungefähr 2.014 Terabyte entspricht (2,5×1012 Bit pro cm²), speichern können. Ein Kubikzoll von solchem Speicher hätte eine Speicherkapazität von 8.083.729.105 Terabyte (493.299.416 TB pro cm³). Aber die Speicherdichte ist in der Praxis um Größenordnungen niedriger, da noch Bits für Fehlerkorrektur benötigt werden, und die Mangelhaftigkeit des optischen Systems ausgeglichen werden muss.