| Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Die Gründe stehen auf der Diskussionsseite. Entferne diesen Baustein bitte erst, wenn er nicht mehr nötig ist. |
| Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten usw.) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. |
Der Begriff Direktstartsystem oder Live-System bezeichnet ein Betriebssystem, das ohne Installation und Beeinflussung des Inhalts einer, im System vorhandenen Festplatte gestartet werden kann. Das gesamte Betriebssystem wird hierzu auf einen bootfähigen Speicher wie USB-Stick, sonstige Flash-Speicher, Diskette, CD-ROM oder DVD installiert. Dies ermöglicht auch das Booten eines Computers ohne Festplatte oder installiertem Betriebssystem. Genauso, falls die Festplatte oder das Betriebssystem defekt sind.
Vom entsprechenden Speichermedium wird gebootet, die Einstellungen hierfür werden im Bios vorgenommen. Nach dem Starten steht eine fertig eingerichtete Betriebssystem-Umgebung mit verschiedenen Anwendungsprogrammen bereit. Nach Entfernung des Mediums und einem Neustart des PCs, ist dieser wieder im Ursprungszustand, da das ursprüngliche Betriebssystem auf der Festplatte nicht angerührt wird. Nach einem Neustart sind alle Daten des Live-Systems wieder verschwunden, da diese nur in das RAM geschrieben wurden. Aufgrund dieses Konzeptes werden bei Benutzung eines Live-Systems keinerlei Benutzeraktivitäten oder Änderungen gespeichert. Auf Wunsch können Konfigurationsdaten meist auf Festplatte, USB-Stick oder Diskette gesichert werden, um diese später wieder nutzen zu können.
Je nach Zielgruppe und Anwendungsbereich bauen Live-Systeme auf verschiedenen Betriebssystemen auf und beinhalten verschiedene Anwendungen. Weil kein Schreibzugriff auf die Hardware benötigt wird, eignen sich Live-Systeme besonders für Hardware-Diagnose, Fehlerbehebung und Datenrettung und sicheres Internetsurfen.
Inhaltsverzeichnis |
Bereits die ersten Betriebssysteme ließen sich direkt vom Startmedium betreiben, auf das nach dem Start nicht mehr zurückgegriffen werden musste. Beispiele sind frühe UNIX-Versionen, AmigaOS, CPM/8, MS-DOS 1.0 (1981) und Mac OS (1984) die damals noch von "Live-Disketten" betrieben wurden. Mit größerer Komplexität der Systeme wurden später Installationen auf der Festplatte notwendig und Live-Startmedien gerieten in Vergessenheit.
Bequemen Umgang mit Live-CDs ermöglichte dann Mac OS 7. Es wurde mit einer startfähigen Installations-CD oder Disketten ausgeliefert. Durch einfaches Verschieben eines Systemordners auf CD ließ sich eine voll funktionstüchtige Live-CD erstellen. Macintosh-Anwendungen laufen meist problemlos von einer CD, da sie nicht auf eine beschreibbare Windows-Registry oder ähnliches angewiesen sind.
Großes Interesse der Öffentlichkeit und zunehmende Verbreitung fanden Live-CDs mit der Entwicklung von Knoppix, von dem es mittlerweile zahlreiche Derivate gibt.
Microsoft hat für die Verwaltung großer Unternehmensnetzwerke Windows PE (Preinstalled Environment) an Entwickler verteilt, eine nicht öffentlich verfügbare Live-CD mit Windows 2000. Das Unternehmen hatte kein Interesse an einfach zu erstellenden und bequem benutzbaren Live-CDs, da sich dadurch eine einmal erworbene Windows-Version beliebig und für den Hersteller nicht nachprüfbar auf verschiedenen Rechnern einsetzen ließe. Dies wird dann illegal, wenn von einer Betriebssystem-Installation mehrere Live-CDs erstellt werden. Daher betrachtet Microsoft das Projekt Bart PE mit Argwohn und Sorge.
Mit Damn Small Linux und Puppy Linux gibt es Systeme, die sich komplett auf einem USB-Stick installieren lassen.
Mandriva Move ist ein Live-System, das kommerziell vertrieben wird. Es ist anzunehmen, das andere Firmen diesem Beispiel folgen werden. Allerdings ist fraglich, wie stark sich Live-Systeme vermarkten lassen, da es einerseits viele relativ ausgereifte, frei erhältliche Varianten gibt, andererseits sich die dauerhafte Anwendung einer Live-CD in der Praxis auf Anwendungen wie Firewalls beschränkt, da der Inhalt der CDs nicht verändert werden kann.
Es gibt mittlerweile von der Mehrheit der Linux-Varianten eine Live-Version zum unverbindlichen Testen. Da Live-Systeme als kostenlose Download-Version einen wirklich großen Umfang an Software mitbringen als Folge der großen Verbreitung von CD- und DVD-Brennern, erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit. Im Falle von Systemcrashs oder Virenbefall sind sie ein einfach zu bedienendes Medium, das ein großes Spektrum an Hilfsmaßnahmen bietet.
In Zukunft werden Live-System in Verbindung mit einem USB-Stick auch als mobiler Arbeitsplatz verwendet (Mandriva Move). Alle Einstellungen eines Arbeitsplatzes werden auf dem USB-Stick gespeichert. Der /home Ordner befindet sich ebenfalls auf dem externen Speichermedium.
Dadurch, dass ein Live-System grundsätzlich keine Daten auf die Festplatte schreiben muss, eignet es sich dazu, alternative Betriebssysteme auszuprobieren, ohne Gefahr zu laufen, bei Fehlkonfigurationen oder Installationsproblemen Schaden davonzutragen.
In vielen Live-Systemen wie Knoppix sind Analyseprogramme integriert (siehe unter Boot-CD). Bei Schwierigkeiten mit einem installierten Betriebssystem lässt sich ein Live-System booten, um Fehler zu finden und zu beheben. Beispiel: Durch das Arbeiten im root bzw. Administrator-Modus ist Vollzugriff auf die Festplatten möglich, so können etwa mittels Live-CD eventuell noch Daten gerettet oder das System repariert werden.
Wenn keine Schreibgenehmigungen für die Festplatten erteilt werden, ist es praktisch unmöglich, sich beim Internetsurfen über ein Live-System einen Virus oder ein anderes schädliches Programm einzufangen.
Ein Live-System eignet sich gut als Streaming-Client für Audio- und Videodaten und kann auch als Streaming-Server oder für Auftritte als DJ oder VJ Verwendung finden. Das Live-System dyne:bolic unterstützt einige dieser Funktionen.
Sehr verbreitet sind Live-Systeme auf CD oder DVD zum Kennenlernen von Linux. Sie lassen den Festplatteninhalt bewusst unverändert. Die meisten Live-Systeme lassen sich auf Wunsch auf der Festplatte installieren und als vollwertiges, bereits fertig eingerichtetes Betriebssystem nutzen.
Einige Beispiele sind hier aufgelistet, für eine umfangreiche Liste aller Live-Distributionen siehe den Artikel Liste von Linux-Distributionen
Es gibt mittlerweile auch einige Tools, die das Erstellen eigener Live-Systeme erleichtern: