MPEG-2 ist ein generischer MPEG-Standard zur Videodekodierung mit Videokompression und Audiokodierung mit Audiokompression. In beiden Fällen ist es eine verlustbehaftete Kompression/Datenreduktion.
Inhaltsverzeichnis |
MPEG-2 wurde 1994 eingeführt und ist Ergänzung zu und Nachfolger von MPEG-1. Generisch heißt in diesem Zusammenhang, dass ein Datenformat und ein Dekodierungsverfahren festgelegt wird, ohne Parameter wie z. B. Auflösung festzulegen, welche die Qualität bestimmen.
Der MPEG-2-Codec verwendet insgesamt 818 Patente, die zum großen Teil weltweit gelten. Davon sind bislang 30 Patente abgelaufen (Stand: 16. April 2007). [1]
Große Verbreitung hat der Standard durch die DVD gewonnen: Diese sind in MPEG-2 (Video) kodiert. Der Audioteil der DVD kann auch als MPEG-2 Audio Layer-2 (ISO/IEC 13818-3) kodiert sein, was aber in der Praxis kaum genutzt wird; fast immer ist das Audiosignal auf DVDs in Dolby Digital (AC-3) und manchmal zusätzlich in DTS abgespeichert. Auch auf SVCDs wird MPEG-2 verwendet, allerdings mit - im Vergleich zur DVD - geringerer Auflösung und niedrigerer Datenrate.
Auch die verschiedenen Varianten (DVB-S, DVB-C, DVB-T) des digitalen Fernsehens benutzen noch bevorzugt das MPEG-2 Format.
MPEG-2 besteht aus mehreren Teilen, die in ISO/IEC 13818 definiert sind:
(Part 8: 10-bit Erweiterung des Videos, war gedacht für Fernsehstudios und wurde mangels Interesse der Industrie zurückgezogen)
Die wesentlichen Merkmale von MPEG-1 blieben in MPEG-2 erhalten: Abtrennung der Farbinformation vom Schwarz-Weiß-Bild und Vergröberung derselben, da auch das menschliche Auge Farbunterschiede gröber wahrnimmt als Helligkeitsunterschiede; Aufteilung des Bildes in 8x8 Pixel große Blöcke, deren Datenbedarf mittels Diskreter Kosinustransformation und anschließender Quantisierung stark verkleinert wird; Zusammenfassung von je vier Blöcken zu 16x16 Pixel großen sog. Makroblöcken, deren Ähnlichkeit zu Makroblöcken in vorigen und/oder folgenden Bildern ebenfalls datenreduzierend genutzt wird; und Verwendung von Binärcodes mit variabler Länge, um häufigere Bitfolgen kürzer darstellen zu können als seltenere.
Auf der Videoseite zielt der MPEG-2-Standard auf höhere Qualitäten und damit verbundene Datenraten als der Vorgänger MPEG-1 – bis 15 Mbit/s beziehungsweise bei höherer Chrominanz (Farb)-Auflösung auch bis 50 Mbit/s – und unterstützt im Gegensatz zu MPEG-1 auch das sog. Zeilensprungverfahren. MPEG-2 wurde ursprünglich für digitale Fernsehübertragungen und Studioanwendungen festgelegt. MPEG-1 wurde dabei nicht komplett abgelöst, für niedrige Datenraten ist es weiterhin eine bessere Wahl als MPEG-2.
| Abk. | Name | Frames | YUV | Streams | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|
| SP | Simple Profile | P, I | 4:2:0 | 1 | kein Interlacing |
| MP | Main Profile | P, I, B | 4:2:0 | 1 | |
| 422P | 4:2:2 Profile | P, I, B | 4:2:2 | 1 | |
| SNR | SNR Profile | P, I, B | 4:2:0 | 1-2 | SNR: Signal-to-Noise-Ratio |
| SP | Spatial Profile | P, I, B | 4:2:0 | 1-3 | Decodierung in niedriger, mittlerer und hoher Qualität |
| HP | High Profile | P, I, B | 4:2:2 | 1-3 |
| Abk. | Name | Pixel/Zeile | Zeilen | Framerate (Hz) | Bitrate (Mbit/s) |
|---|---|---|---|---|---|
| LL | Low Level | 352 | 288 | 30 | 4 |
| ML | Main Level | 720 | 576 | 30 | 15 |
| H-14 | High 1440 | 1440 | 1152 | 30 | 60 |
| HL | High Level | 1920 | 1080 | 30 | 80 |
| Profil @ Level | Auflösung (px) | max. Framerate (Hz) | Sampling | Bitrate (Mbit/s) | Beispiel-Anwendung |
|---|---|---|---|---|---|
| SP@LL | 176 × 144 | 15 | 4:2:0 | 0.096 | mobile Anwendungen |
| SP@ML | 352 × 288 | 15 | 4:2:0 | 0.384 | PDAs |
| 320 × 240 | 24 | ||||
| MP@LL | 352 × 288 | 30 | 4:2:0 | 4 | SetTop-Boxen (STB) |
| MP@ML | 720 × 480 | 30 | 4:2:0 | 15 (DVD: 9.8) | DVD, SD-DVB |
| 720 × 576 | 25 | ||||
| MP@H-14 | 1440 × 1080 | 30 | 4:2:0 | 60 (HDV: 25) | HDV |
| 1280 × 720 | 30 | ||||
| MP@HL | 1920 × 1080 | 30 | 4:2:0 | 80 | ATSC 1080i, 720p60, HD-DVB (HDTV) |
| 1280 × 720 | 60 | ||||
| 422P@LL | 4:2:2 | ||||
| 422P@ML | 720 × 480 | 30 | 4:2:2 | 50 | Sony IMX (I-Frame only), Broadcast Video (nur I- und P-Frames) |
| 720 × 576 | 25 | ||||
| 422P@H-14 | 1440 × 1080 | 30 | 4:2:2 | 80 | möglicherweise für zukünftige MPEG-2-basierte HD-Produkte von Sony und Panasonic |
| 1280 × 720 | 60 | ||||
| 422P@HL | 1920 × 1080 | 30 | 4:2:2 | 300 | möglicherweise für zukünftige MPEG-2-basierte HD-Produkte von Sony und Panasonic |
| 1280 × 720 | 60 |
Auf der Audioseite ist eine Erweiterung aller drei Layer zu niedrigeren Datenraten sowie auf mehr Kanäle (5.1 oder 7.1) enthalten. Es gibt zwei Varianten der Multikanalkodierung: die rückwärtskompatible, bei der MPEG-1 Dekoder den erzeugten Bitstrom sinnvoll nutzen können, und eine nicht rückwärtskompatible Variante (engl. non backward compatible – NBC). Die NBC-Variante steht im Teil 7 des MPEG-2-Standards unter dem Namen AAC (Advanced Audio Coding)
Zur Verschränkung von Video und Audio definiert MPEG-2 die Videostreaming-Formate Programmstrom (PS) und Transportstrom (TS). Im Laufe der Zeit wurde MPEG-2 aber in einer Vielzahl von Dateiformaten verwendet. Nachfolgend eine Übersicht, wo MPEG-2 Dateien typischerweise anzutreffen sind:
Beispiele für MPEG-2 Encoder: