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Mikado ist ein bekanntes Geschicklichkeitsspiel aus Europa, das aus dem Chien Tung-Orakel entstanden ist: Mikado besteht ebenfalls aus mehreren bunten Holzstäbchen.
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Seinen Namen hat das Spiel von dem Stab mit dem höchsten Wert: Er ist blau gestreift und heißt Mikado (Titel des japanischen Kaisers, auch Tennō genannt). Die buddhistische Wahrsagemethode Chien Tung, aus der das Spiel entwickelt wurde, enthält auch einen Stab namens Mikado.
Das Haus von Tsuchimikado übernahm im 16. Jahrhundert einige Kultur, möglicherweise auch das Chien-Tung-Orakel.
Andere Namen und Varianten:
Das übliche Mikadospiel besteht aus 41 Stäben (Mikadostäbchen, Mikadostäbe) von ca. 18 cm Länge und 3 mm Dicke. Die Enden der Stäbe sind zugespitzt. Die Stäbe sollten absolut gerade und gleich dick sein. In der Regel werden die Mikadostäbchen aus Holz gefertigt.
Die Stäbe haben farbige Kennzeichen, die verschiedenen Werten entsprechen:
| Name | Farbcode | Wert | Anzahl |
|---|---|---|---|
| Mikado | dünne blaue Spirallinie (oder schwarze Streifen) | 20 | 1 |
| Mandarin | blau-rot-blau | 10 | 5 |
| Bonzen (jap. bōzu->Bonze) | rot-blau-rot-blau-rot | 5 | 5 |
| Samurai | rot-gelb-blau (oder rot-grün-blau) | 3 | 15 |
| Kuli (chin. guli für „Arbeiter“) | rot-blau | 2 | 15 |
Insgesamt gibt es also 170 Punkte.
Das Spiel wird auf einem möglichst einem Tisch oder auf glattem Boden gespielt.
Der erste Spieler stellt alle Stäbe gebündelt auf den Tisch und lässt sie umfallen. Hier gibt es mindestens zwei Methoden:
In jedem Fall liegen die Stäbe danach chaotisch übereinander auf dem Tisch.
Nun soll ein Stab nach dem anderen weggenommen werden, ohne dabei andere Stäbe zu bewegen. Auch hier gibt es mehrere Techniken: Per Hand:
Wer bereits im Besitz des Mikados (oder auch nur eines Mandarins bei vereinfachten Regeln) ist, darf auch diesen als „Helfer“ benutzen:
Bewegt sich bei dem Versuch ein zweiter Stab (üblicherweise kommentiert mit „hat gewackelt“), wird abgebrochen. Die verbleibenden Stäbe werden eingesammelt, und der nächste Spieler ist an der Reihe.
Nach einer bestimmten Anzahl von Runden (normalerweise fünf) hat der Spieler gewonnen, der die meisten Punkte gesammelt hat. Bei Gleichstand zweier Spieler gewinnt der, der die meisten Stäbe besitzt, bei nochmaligem Gleichstand wird eine weitere Runde gespielt.
Erlaubte Helfer:
Der Stab, bei dem „es gewackelt hat“:
Über die Redewendung „Wer sich rührt, hat verloren“ wurde die Metapher „Mikado-Effekt“ für die Erläuterung von (meist behördlicher) Untätigkeit üblich: Wenn mehrere Behörden zuständig sein könnten, muss diejenige losarbeiten, die ein Problem als erstes offiziell konstatiert, hat also ‚verloren‘.[1]
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