24. Nov 2008, 15:27
Der Netzjargon ist nicht nur auf den virtuellen Raum beschränkt.
In Datennetzen hat sich ausgehend vom IRC und Usenet ein Netzjargon als fester Bestandteil der Netzkultur etabliert, der für unerfahrenere Benutzer oft schwer zu verstehen ist. Dieser Artikel beschreibt anhand von Beispielen einige typische Formen des Netzjargons, die in deutschsprachigen Newsgroups, Chaträumen, Internetforen usw. gebräuchlich sind.
[Bearbeiten] Ausdruck von Emotionen
Der Netzjargon zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es eine Sprache ist, die dem eigentlichen Textinhalt sehr treffend und knapp Gefühle oder eventuelle Hintergedanken (wie etwa Ironie) beifügen kann. So können Verständigungsprobleme oder die Gefahr von Missverständnissen gegenüber gesprochener Sprache teilweise kompensiert werden. Hierbei helfen zum Einen Emoticons, die dem Smiley nachempfunden sind. Zum Anderen hilft zunehmend die Aktionsgrammatik, die mittels Inflektiv auch komplexere Gefühle oder Aktionen knapp und treffend ausdrücken kann.
[Bearbeiten] Akronyme und Rechtschreibung
Für eine ausführliche Liste von Akronymen, siehe Liste der Abkürzungen (Netzjargon).
Um Wörter schneller tippen zu können oder um Umlaute zu umgehen, die auf manchen Tastaturen nicht vorhanden sind, wird die Rechtschreibung im Netz oft drastisch modifiziert.
Zeit ist ein wichtiger Faktor zum Beispiel in Chaträumen, weshalb dort viele Schreiber Abkürzungen verwenden; etwa um Gefühle wie Freude schnell auszudrücken. Zu den gebräuchlichsten Beispielen zählen
- ack für acknowledged („bestätigt“)
- afaik für as far as I know („soweit ich weiß“)
- afk für away from keyboard („weg von der Tastatur“)
- asap für as soon as possible („so bald wie möglich“)
- aso/axo für „ach so“
- atm für at the moment („derzeit“)
- bb für bye bye oder „bis bald“
- brb für be right back („bin gleich wieder da“)
- btw für by the way („nebenbei“, „übrigens“)
- cu für see you (lautmalerisch für „man sieht sich“)
- fu für fuck you („fick dich“)
- ftw für for the win (etwas wird als gut empfunden oder soll gelobt werden, z.B.: DSL ftw)
- gl für good luck („viel Glück!“)
- hdl für „hab dich lieb“
- hdgdl für „hab dich ganz doll lieb“ oder „hab dich gedisst, du Loser“
- hdf für „halt die Fresse“
- hf für have fun („Viel Spaß!“)
- imho für in my humble opinion („meiner bescheidenen Meinung nach“)
- ida für ich dich auch (Reaktion auf hdgdl/hdl)
- K für Kiss
- (k)k für (okay) okay
- kA für „keine Ahnung“
- kb für „kein bock“ („Keine Lust“)
- kp für „kein Plan“ (vgl. kA) oder auch „kein Problem“ (vgl. np)
- lol für laughing out loud (lautes Lachen)
- lysm für „love you so much“ (hab dich so sehr lieb)
- mom für „Einen Moment bitte!“
- nc für no comment („kein Kommentar“)
- np für no problem („kein Problem“)
- nvm für nevermind („macht nichts“)
- O rly für Oh, really? („Oh, wirklich?“; oft sarkastisch verwendet)
- omg für oh my God („Oh, mein Gott“: Verzweiflung; Erstaunen)
- plz für please („bitte“)
- re für returned oder reentered („wieder da“) oder aus dem lat. für re („zurück“)
- rofl für rolling on (the) floor laughing (sich vor Lachen am Boden wälzen)
- rtfm für read the fucking manual („Lies das verdammte Handbuch!“; „Stell keine blöden Fragen!“)
- scnr für Sorry, (but I) could not resist („Tut mir ja leid, aber ich konnte einfach nicht widerstehen!“)
- sry für sorry („tut mir leid“)
- stfu für shut the fuck up (verstärkter Wunsch nach verbaler Ruhe)
- thx für thanks („danke“)
- ty für thank you (vgl. thx)
- wb für welcome back („willkommen zurück“)
- wtf für what the fuck (verstärkter Ausruf des Erstaunens, etwa: „Was soll das?“)
- wth für what the hell (vgl. wtf)
Allgemein werden solche Abkürzungen mit Kleinbuchstaben geschrieben, um ein Drücken der Shift-Taste auf der Tastatur zu vermeiden und somit Zeit zu sparen. Im Regelfall werden die Anfangsbuchstaben der in der (meist englischsprachigen) Redewendung vorkommenden Wörter aneinander angehängt.
Ebenfalls finden homophone Abkürzungen Verwendung, wie z. B.
- 2 für to oder too,
- 4 für for und
- 8 für ate (Beispiel: „gr8 m8“ heißt „great, mate“ oder auch „cu l8er“ für „see you later“).
- c für see,
- u für you,
- r für are oder
- y für why bzw. yes.
Da der Talk Mode nicht besonders geeignet ist, um Stimmungen und Gefühlslagen auszudrücken, wird er in vielen Bereichen durch die Emoticons ersetzt.
Hauptartikel: Leetspeak
Manche Buchstaben werden durch ähnlich aussehende Ziffern oder Sonderzeichen ersetzt. So wird aus „lame“ (langsam/langweilig) ein „14m3“(meist 0=O/Q, 1=L/I; 2=R; 3=E; 4=A; 5=S; 6=G; 7=T; 8=B).
Alternativ werden die Ziffern oder Buchstaben ihrer Aussprache entsprechend eingesetzt: 2=to bzw. too; 4=for; B=be; C=see; I=eye; O=owe; R=are; U=you; Y=why; etc.
Leetspeak beschränkt sich jedoch nicht nur auf das oben Genannte. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass ein „Plural-s“ durch ein „z“ ersetzt wird (wie in Warez) oder andere Verfremdungen benutzt werden; explizit zum Beispiel auch das Ersetzen von Buchstaben mit zur Formung geeigneten Zeichen (Beispiele: W wird zu \/\/, L zu |_, etc.).
Einige Beispiele:
- 13375p3@|<
- Leetspeak
- \/\/4r3Zx0r
- von „Wares“
- b00n, boon
- Umkehrung des Schriftbildes von „noob“. Zur Umgehung einer Sperre oder zur Verunsicherung von Nichteingeweihten verwendet.
- hax0r, haxx0r, h4xx0r
- Bezieht sich seltener auf Hacker, sondern meist auf Personen, die in Computerspielen schummeln.
- kewl, ql, kuhl
- von „cool“
- leet, 1337, 31337
- gemeint ist Elite. Auch gebräuchlich als Universalausdruck um etwas als positiv zu beschreiben.
- m0wl
- von „Maul (halten)“ User soll gefälligst ruhig sein
- noob, n00b, boon, b00n, nap, n4p
- „newbie“ – ein Anfänger (nap – not a pro/not able to play/non aiming person).
- p0rn, pr0n
- Porno(grafie)
- ph33r |\/|a |_33t 5|<1|_|_z!
- von „Pheer ma leet skillz“ – „Fear my elite skills“
- q00u, qoou
- Weitergehende Umkehrung des Schriftbildes von „noob“ (180°-Drehung).
[Bearbeiten] Sternchen (Asterisken)
Der Autor will mit einem zwischen zwei Sternchen (*) stehenden Inflektiv ausdrücken, dass er eine Tätigkeit oder Aktion in diesem Moment ausführt:
- *g*,
- „grins“ (Nicht verwechseln mit gg = good game)
- *eg*
- „evil grin“ (fies grins)
- *fg*
- „fies grins“ / „frech grins“ / „fett grins“
- *sfg*
- „super fett grins“ / „sehr fett grins“
- *h(r)mpf*
- unterdrücktes Lachen / beleidigt oder unzufrieden sein
- *knuddel*
- (Autor knuddelt das Gegenüber)
- *lach*
- (Autor lacht)
- *lmao*
- „laughing my ass off“ (Lache mir den Arsch ab)
- *lol*
- „laughing out loud“ (siehe auch Akronyme)
- *plonk*
- (Autor ignoriert sein Gegenüber ab sofort. Das *plonk* soll das Geräusch eines in ein Killfile Fallenden darstellen); PLONK ist außerdem eine Abkürzung, um unerwünschte (vermeintlich zu junge) Gäste zu verscheuchen: „Please leave our newsroom, kid!“
- *ro(t)fl*
- „rolling on (the) floor laughing“ (siehe auch Akronyme)
- *tsk*
- (Autor zischt und schüttelt verständnislos den Kopf)
Komplexere, mehrgliedrige Gefühlsregungen oder Aktionen können ebenfalls gebildet werden, wobei das inflektive Verb dann meist am Satzende steht:
- *computerausdemfensterschmeiß*
- *duckundwegrenn*
- (Autor fürchtet die Reaktion auf das zuvor Geschriebene)
Üblicherweise wird hier auf eine Trennung der Satzteile gänzlich verzichtet. Zur besseren Lesbarkeit, insbesondere bei längeren Satzzusammenstellungen, könnten z. B. ein Leerzeichen oder ein Strich („-“) als Trennzeichen dienen.
Ursprünglich stammt diese Schreibweise aus dem Usenet, wo Sternchen eher zur Betonung verwendet werden: „Ich habe es *unzählige Male* versucht; immer erfolglos!“ Einige Clients, die Sternchenpaare so als Betonungszeichen interpretieren, stellen Wörter im Fettdruck dar. Alternativ können die Sternchen auch durch ein „+“ ersetzt werden (als hätte man zu früh die Shift-Taste losgelassen), um einen automatischen Fettdruck dieser Programme zu vermeiden.
Die Sternchenakronyme wie *g* werden vor allem im deutschen Sprachraum verwendet, in englischsprachiger Kommunikation sind diese beispielsweise viel seltener anzutreffen.
Ähnlich wie Sternchen zur Fettschriftauszeichnung verwendet werden, benutzt man ein Paar Unterstriche um ein Wort herum, um eine _Unterzeichnung_ anzudeuten.
Siehe auch: Inflektiv
Insbesondere in Usenet-Newsgroups werden als Stilmittel Sätze in HTML-artige Pseudotags eingefasst. Diese Pseudotags werden vom Client natürlich nicht ausgeführt, aber angezeigt, und sollen dem Leser eine Information geben, wie das Geschriebene gemeint ist oder interpretiert werden soll.
- <irony mode="sarcasm">Die Wikipedia wird den Brockhaus und die Encyclopædia Britannica niemals ablösen</irony>
oder auch vereinfacht:
- <Ironie>Die Wikipedia wird den Brockhaus und die Encyclopædia Britannica niemals ablösen</Ironie>
Eine ähnliche Form ist in den diversen Internetforen verbreitet, die oftmals keine HTML-Formatierung seitens der User zulassen. Es handelt sich hierbei um BBcode-artige Pseudotags.
- [Ironie] Die Wikipedia wird den Brockhaus und die Encyclopædia Britannica niemals ablösen [/Ironie]
[Bearbeiten] Besondere Ausdrücke
- Allwissende Müllhalde
- Die Suchmaschine Google[1] oder das Internet [2] wird in Anlehnung an eine als Orakel auftretenden Figur der von Jim Henson geschaffenen TV-Serie Die Fraggles als Allwissende Müllhalde bezeichnet.
- Big Evil
- Microsoft wurde im Usenet lange Zeit immer wieder mit dem Ausdruck „Big Evil“ bedacht; später wurde AOL zum Synonym für „Big Evil“.
- Capslock (oder einfach caps)
- Wird der Autor eines Textes darauf hingewiesen, dass er Capslock (Feststelltaste) ausschalten soll, hat er sich vermutlich daneben benommen, indem er einen Satz oder seinen ganzen Text großgeschrieben hat. Oft z. B. einfach nur durch den Satz „Caps is above Shift“/„Caps ist über der Shift-Taste“.
Der Hintergrund ist neben der schlechteren Lesbarkeit auch die Tatsache, dass das Schreiben ganzer Sätze in Großbuchstaben als Schreien verstanden wird. Oft wird der Betreffende dann gefragt ob seine Shift- oder Capslock-Taste klemmt, oder zynisch Captain Capslock genannt.
- ECHAN
- wird gelegentlich im IRC verwendet, um anzudeuten, dass das vorangehend Gesprochene aus Versehen in einen falschen Channel gepostet wurde.
Man kann aber auch fc für „falscher chat/channel“ schreiben.
Dabei handelt es sich um eine Parodie der POSIX-Fehlercodekonstanten. Diese Konstanten beginnen immer mit einem „E“ und es folgt die kurze Bezeichnung des Fehlers.
- FRZ
- Da im Usenet für viele Newsreader die Darstellung und/oder Übermittlung des ‚€‘-Zeichens erhebliche Schwierigkeiten bereitete und somit häufig EUR-Beträge statt mit dem € mit einem oder bei falscher UTF-8-Darstellung auch mit mehreren ‚?‘ angezeigt wurden (z. B. „Computermäuse für 9 ??? im Supermarkt“) wurde im deutschsprachigen Usenet zunächst die Währungsbezeichnung ‚Fragezeichen‘ üblich. Diese wurde später, angelehnt an die üblicherweise dreibuchstabigen Währungsbezeichnungen in Großbuchstaben, als ‚FRZ‘ abgekürzt. („Computermäuse für 9 FRZ im Supermarkt.“)
- Ingrid
- Mit „die Ingrid machen“ bezeichnet man es im deutschen Usenet, wenn ein Benutzer auf ein von ihm selbst verfasstes Posting antwortet. Der Ausdruck geht auf eine Benutzerin mit dem Namen Ingrid zurück, die 1997 sehr häufig und in kurzem zeitlichen Abstand Followups auf eigene Beiträge postete. Der Name wird seitdem selbstironisch verwendet, wenn man ein eigenes Posting kurz nach dessen Veröffentlichung durch ein Antwort-Posting ergänzt oder korrigiert.
- Insider
- Damit ist nicht unbedingt eine Person gemeint, es handelt sich meistens um einen sogenannten Insider-Witz, der eher an die Leute aus dem privaten Umfeld gerichtet ist.
- Jehova
- „Er hat Jehova gesagt“. Der Autor hat ein verpöntes Reizwort benutzt, das ein schon mehrfach kontrovers, langwierig und ergebnislos diskutiertes Thema erneut aufkommen lässt. Der Ausdruck leitet sich vom Monty-Python-Film „Das Leben des Brian“ ab, in dem auf die jüdische Tradition angespielt wird, den Namen Gottes (Jehova) nicht zu nennen.
- Prellende Taste
- Hinweise auf „prellende Tasten“ (oftmals: „du prellst“) sind als Rüge des unnötigerweise mehrmaligen Gebrauchs von bestimmten Zeichen (z. B. Ausrufezeichen) zu verstehen. (Für die Herkunft des Ausdrucks siehe: Prellen.)
Gerne wird hier auch Terry Pratchett zitiert:
- “Multiple exclamation marks”, he went on, shaking his head, “are a sure sign of a diseased mind.”
Übersetzung: “Mehrmalige Ausrufezeichen”, fuhr er kopfschüttelnd fort, „sind ein sicheres Zeichen für ein krankes Hirn.“ (Terry Pratchett in Eric)
- Bei Tastenprellern im Zusammenhang mit dem Ausrufezeichen werden hinter den Ausrufezeichen häufig versehentlich einzelne Einsen angehängt, weil der Nutzer die Shifttaste vor der Einsertaste loslässt und sich nicht die Mühe macht den Fehler zu korrigieren. Dadurch entstehen Ausdrücke wie Ich bin toll!!!!!!!11. Dieses Verhalten wird inzwischen zunehmend aufgegriffen und in der Form Hallo!!!!!111einself persifliert. Das Übersetzen der Einserziffern in Zahlworte betont dabei einerseits die bewusste Nachahmung, andererseits auch die Absurdität dieser Ausdrücke. Eine weitere Steigerung dieser Persiflage ist in Ausdrücken wie !!!einself! oder gar L0L!!!11!eleventy-one1!!!exclamationmark!!11oneone! enthalten.
- Progamer
- Als Progamer (Profi-Gamer) bezeichnet man Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit Computerspielen verdienen.
- Spammer
- Wenn man in Foren jemanden als Spammer bezeichnet, meint man jemanden der sinnlose Beiträge schreibt, um z. B. seinen Postingsscore zu erhöhen. Jedoch gibt es verschiedene Arten von Spam.
- Tiernetze
- Als „Tiernetze“ werden im Usenet bisweilen scherzhaft die Mailbox-Systeme MausNet, Zerberus (Z-Netz) (dreiköpfiger Höllenhund der gr. Mythologie) und FidoNet (Hundename) zusammengefasst.
Im weiteren Sinne kann es aber auch die anderen in Deutschland verbreiteten „alten“ Mailbox-Systeme (wie beispielsweise das CL-Netz) meinen.
- Troll
- Siehe Hauptartikel
- w00t
- Siehe Hauptartikel
- Wayne
- Aus der (jugendlichen) Umgangssprache entnommener Ausdruck der Gleichgültigkeit. Wird als Verballhornung des deutschen Interrogativpronomens (wen) zum Nachnamen des Schauspielers John Wayne verwendet („Wayne interessiert’s?“) oder in Folge auf diese Verballhornung als direkter Ausspruch des Desinteresses („Wayne!“). Der Begriff hat in der deutschsprachigen Internetwelt einen regelrechten Kultstatus erlangt, der viele weitere Bild- und Wortwitze diesen Ausdruck betreffend zur Folge hatte.
- Wowereit!
- Im deutschen Usenet eine inzwischen verbreitete Kurzform für „etwas, das gut so ist“. Der Ausdruck bezieht sich als geflügeltes Wort auf das 2001 erfolgte Selbst-Outing (Coming Out) des derzeit (2008) amtierenden Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit als homosexuell: „Ich bin schwul – und das ist auch gut so!“. Auf den selben Ausspruch wird auch mit den Buchstaben UDIAGS (für „und das ist auch gut so“) verwiesen.
- XOXO
- Kurzform von "Hugs and Kisses" (eng.= Umarmungen und Küsse). Beliebt als Schlussformel in E-Mails oder Mitteilungen des Short Message Service (SMS), typischerweise von guten Freunden/-innen untereinander benutzt.
- #include <disclaimer.h>
- der Syntax der Programmiersprache C folgend, soll der Leser sich hier einen Standard-Disclaimer-Text vorstellen. Bedeutung: „Alles nur meine Meinung, verklagt mich bitte nicht.“
- lamer
- Damit ist jemand gemeint, der den Spielablauf behindert, meist indem er unfaire Taktiken verwendet, oder ein Forum stört. Dieser Ausdruck war bereits in den 1980er Jahren in der C64-Szene gebräuchlich und breitete sich von dort ins Internet aus. Er muss aber nicht unbedingt im Zusammenhang mit einem Computerspiel, sondern kann auch einfach nur für eine langweilige Person stehen, also eine sogenannte "Spaßbremse" oder einen "Spielverderber" allgemein.
SVensson's ITS on KLH-10
Welcome to SV!
SV ITS.1648. PWORD.2660.
TTY 11
2. Lusers, Fair Share = 2%
*
ITS-Benutzeranmeldung
- luser
- Wortschöpfung aus „loser“ (engl. „Verlierer“) und „user“ (engl. Benutzer), die ursprünglich scherzhaft bei der Statusausgabe vor der ITS-Benutzeranmeldung ausgegeben wurde. Heute abwertende Bezeichnung für einfache Benutzer. luser steht im IRC außerdem für „local user“, das Kommando /lusers zeigt Statistiken über die lokal verbundenen Nutzer an, ist also nicht zwingend eine Herabsetzung der angesprochenen Person(en).
- man
- steht für das auf Unix-artigen Betriebssystemen vorhandene Kommando man (von engl. manual, Handbuch), das dem Benutzer eine sehr ausführliche Beschreibung eines Befehls oder Programms anzeigt und meistens ein Handbuch ersetzen kann. Im übertragenen Sinne zu verstehen als: „Informiere dich bitte über …“ oder „Denk mal nach über …“ – RTFM! (und typographische Abarten) weisen darauf hin, wenigstens die ersten Seiten des Handbuches des jeweiligen Apparates oder Systems zu studieren, statt die Leserschaft in einem Fachforum mit einem voreilig abgesetzten Hilferuf zu verärgern. (Read The Fucking Manual!)
- [tm]
- abgeleitet von Trademark (Markenzeichen), wird ironisch verwendet.
- $VARIABLE
- steht, der Syntax vieler Skriptsprachen wie zum Beispiel Bash, Perl und PHP folgend, als Platzhalter bzw. Variable. Beispiel: „Ich fuhr gestern durch $STADT“ – hier ist der Name der Stadt für die folgende Geschichte nicht von Bedeutung.
- (to) lurk
- Mitlesen in Newsgroups ohne selbst aktiv zu sein, siehe Lurker
- (to) leech
- Bei Tauschbörsen oder ähnlichen Download-Services nur herunterladen, jedoch nichts hochladen. Stark verpönt in der Internet-Nutzergemeinschaft, siehe leechen. Manchmal wird auch das Wort „saugen“ (neutraler) verwendet.
- ^W, ^H
- In einigen Programmen sind STRG-H und STRG-W Anweisungen, das vorige Zeichen beziehungsweise das vorige Wort zu löschen. Wird die Tastenkombination im Kontext der Eingabe nicht unterstützt, kann es stattdessen zur Darstellung der Tastenkombination in der Form ^H bzw ^W kommen. Wird im Netzjargon oft ironisch benutzt, um anzudeuten, dass man beinahe etwas anderes geschrieben hätte. Beispiel: „Du bist ein Idi^H^H^Hnetter Kerl!“
- -v
- verbose, abgeleitet von der Kommandozeilenoption -v, mit der man von vielen Programmen unter Unix-artigen Betriebssystemen besonders ausführliche Ausgaben erhält. Bedeutet im Netzjargon: „Bitte das Problem deutlicher beschreiben!“
- .oO(...)
- abgeleitet von Denkblasen in Comics, innerhalb der Klammern stehen Gedanken des Autors. Beispiel: „.oO(geht’s mir gut!)“
- Bielefeld, B**l*f*ld, B*e*e*e*d
- ein Running Gag im Usenet, siehe Bielefeldverschwörung.
- plenken
- die Benutzung überflüssiger Leerzeichen vor Satzzeichen, siehe Plenk.
- <x oder x>
- Stilisierung eines Fisches im Emoticon-Stil. Wird oft im Zusammenhang mit einem Namen verbunden verschickt, um Missfallen oder Abneigung gegen jemanden auszudrücken, wird jedoch nie direkt an die betroffene Person geschickt; daher ist es eine Form des Lästerns; (leitet sich davon ab, dass (vor allem alter) Fisch oftmals "stinkt"). Beide Schreibweisen nebeneinander (<x x>) bedeuten, dass man wütend ist und die Schnauze voll hat (Fische in beide Richtungen: Es stinkt in/ aus allen Richtungen, alles stinkt).
- Rant
- Eine Äußerung, in der "Ärger abgelassen“ wird.
- narf
- Wahrscheinlich ein Ausdruck aus Der Pinky und der Brain, bedeutet soviel wie "Mist!". Siehe auch h(r)mpf. Häufig auch in Sternchen. Wird auch dafür verwendet um auszudrücken, dass man genervt von etwas ist.
- s/muster/wort/
- Angelehnt an sehr einfache Text-Editoren wie ed soll angedeutet werden, dass in der vorigen Chatzeile alle Vorkommen von muster, welches einem regulären Ausdruck entspricht, durch wort ersetzt werden.
- *Wort, Wort* oder *Wort*
- Wenn der Autor ein Wort der letzten Zeile ersetzen oder korrigieren will. (Sternchen wird als Platzhalter für die anderen Wörter der letzten Zeile benutzt.)
- +X
- Wenn der Autor in der vorigen Zeile auf Grund von Schlampigkeit einen Buchstaben (hier: 'X') vergessen hat.
- +1
- Wenn der Autor dem Posting eines anderen Autors (z. B. technische Verbesserungsmöglichkeiten in einem Forum) zustimmen möchte. „Guter Vorschlag, du erhältst meine Stimme!“
- -X+Y
- Wenn der Autor einen Buchstaben der letzten Zeile korrigieren/ersetzen will (X: Buchstabe aus der letzten Zeile, Y: Korrektur).
- -Wort1+Wort2
- Wenn der Autor ein Wort der letzten Zeile korrigieren/ersetzen will (Wort1: Wort aus der letzten Zeile, Wort2: Korrektur. Zusammen mit dem Vorhergehenden ist dies vermutlich eine Anspielung auf das Unix-Tool patch, welches benutzt wird, nachträglich kleinere Änderungen an Quelltexten vorzunehmen. In der hierbei verwendeten diff-Datei, welche die Änderungen beschreibt, werden die mit „-“ gekennzeichneten Zeilen aus dem Quelltext entfernt und die mit „+“ eingefügt, das ganze also korrigiert).
- ugly
- Der sogenannte BBcode-Smiley :ugly: ist ein sehr populärer und oft genutzter Smiley. Zu Deutsch heißt dieses Wort soviel wie „hässlich“. Es wird oft als Antwort auf einen Witz mit schwarzem/schlechtem Humor verwendet.
- gn8
- Ausdruck für „Gute N(8)acht“ (manchmal auch nur „n8“), in OpenSource-Kreisen oft auch „gnu8“, als Anspielung auf das GNU-Projekt.
- ab<>cd
- Wenn der Autor ab und cd in der letzten Zeile vertauscht hat (Beispiel: „Hallo Luete!“ gefolgt von „u<>e“)
- n1
- Schreibt der Autor wenn sein gegenüber, z.b. in einem PC Spiel etwas gutes gemacht hat. Wortwörtlich auch nice, nice one oder n1c3.
- Rainer Geers: Der Faktor Sprache im unendlichen Daten(t)raum. Eine linguistische Betrachtung von Dialogen im Internet Relay Chat. In: Bernd Naumann (Hrsg.): Dialogue analysis and the mass media. Niemeyer, Tübingen 1999, S. 83 ff.
- ↑ Netzeitung: Google wird zur Allwissenden Müllhalde
- ↑ Jungle Wörld: Was du nicht weißt