Ein Netzteil ist ein eigenständiges Gerät oder eine Baugruppe zur Energieversorgung von Geräten oder Baugruppen, die andere Spannungen und Ströme benötigen, als vom Stromnetz bereitgestellt wird. Ausgangsspannung und maximaler Ausgangsstrom können fest eingestellt oder variabel sein.
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Konventionelle Netzteile enthalten einen Netztransformator (1), dessen Primärwicklung direkt mit der Wechselspannung des Netzes in Deutschland 230 V, 50 Hz) gespeist wird. Er setzt die Spannung des Stromnetzes auf den oder die erforderlichen Ausgangswerte um und stellt die galvanische Netztrennung sicher. Aus Sicherheitsgründen darf in der Regel keine elektrisch leitende Verbindung zum Stromnetz vorhanden sein. Der Transformator kann auch mit einer elektronisch erzeugten Wechselspannung höherer Frequenz betrieben werden, dann handelt es sich um ein Schaltnetzteil. Diese sind kleiner und leichter als diejengen mit 50-Hz-Transformator, da die mit einem Transformator übertragbare Leistung mit der Frequenz der Wechselspannung zunimmt. Durch Verringerung an Transformator-Masse und die höheren Betriebsfrequenzen können Kupfer- und Eigenverluste reduziert und somit höhere Wirkungsgrade erreicht werden.
Wird am Ausgang Gleichspannung benötigt, enthält das Netzteil zusätzlich einen Gleichrichter (2), gefolgt von einem Kondensator (3). Dieser puffert den pulsierenden Strom vom Gleichrichter und stellt eine weniger wellige Gleichspannung bereit. In einem stabilisierten Netzteil sorgt ein nachfolgender Spannungsregler (4) dafür, dass die Ausgangsspannung bei Änderungen der Ausgangslast oder der Eingangsspannung weitgehend konstant bleibt.
Geräte für eingeprägten Strom (Konstantstromquelle) sind selten, sie werden zum Beispiel zum Betrieb von Halbleiterlasern benötigt.
Ist die Regelschaltung als Linearschaltung ausgelegt, wird das Produkt aus der Differenz zwischen Ein- und Ausgangsspannung und dem Ausgangsstrom als Verlustleistung PD in Form von Wärme frei:

In Schaltnetzteilen ist die Stabilisierung der Ausgangsspannung in der Regel Bestandteil des Schaltungskonzepts. Durch die Stabilisierung fällt keine zusätzliche Verlustleistung an, da dem Transformator immer nur soviel Leistung zugeführt wird, wie die Ausgangslast des Netzteils benötigt (Pulsweitenmodulation). Der Wirkungsgrad ist deshalb wesentlich höher, gleichzeitig ist die Abfuhr der entsprechend geringeren Verlustwärme weniger aufwändig.
Netzteile werden, je nach Einsatzzweck und bereitzustellender Ausgangsleistung, in verschiedenen Bauformen angeboten:
Für kleine Leistungen (unter 10 W bei konventionellem Aufbau, unter 30 W bei Schaltnetzteilen) werden meist Steckernetzteile eingesetzt. Der Stecker zum Anschluss an das Wechselstromnetz ist in das Gehäuse des Netzteils integriert. Die abgegebene Kleinspannung wird über ein Kabel zum zu versorgenden Gerät geführt.
In vielen Steckernetzteilen kommen einfache Konstruktionen aus Transformator, Gleichrichter und Siebkondensator zum Einsatz, deren elektrischer Wirkungsgrad deutlich unter 50 % liegt. Außer bei mit „stabilisiert“ bezeichneten Geräten wird auf einen Spannungsregler verzichtet, verschiedene Ausgangsspannungen werden durch Umschalten von Wicklungsanzapfungen des Transformators erzielt. Die Leerlaufspannungen unstabilisierter Geräte sind oft sehr viel höher als die angegebene Nennspannung. Die Transformatoren enthalten eine selbstrückstellende oder nicht rückstellbare Thermosicherung, so dass die Geräte nach Überlastung teilweise unbrauchbar werden.
Steckernetzteile mit Wechselspannungsausgang enthalten nur einen Transformator.
Da die Transformatoren auf geringes Gewicht ausgelegt sind, den Eisenkern maximal ausnutzen bzw. dieser oft von minderer Qualität ist, werden auch ohne angeschlossenen Verbraucher bzw. ohne Stromentnahme erhebliche Verluste verursacht. Dieser Umstand rückt Steckernetzteile in die Kritik von Umweltschützern. 1998 rechnete der BUND in einer Medienkampagne vor, dass sich durch konsequentes Abschalten/Ziehen von Steckernetzteilen abgeschalteter Elektrogeräte im deutschsprachigen Raum ein mittleres Atomkraftwerk einsparen ließe.
Mittlerweile werden immer mehr Steckernetzteile als Schaltnetzteile ausgeführt, die nicht nur wesentlich leichter sind, sondern auch eine sehr geringe Leerlauf-Leistungsaufnahme und eine hohe Stabilität der Ausgangsspannung haben. Sie sind in der Regel kurzschlussfest und häufig an allen Netzspannungen der Welt betreibbar (Weitbereichseingang). Sie erzeugen jedoch deutlich mehr Störspannungen, was Entstörmassnahmen notwendig macht.
Beim Anschluss an das zu versorgende Gerät wird eine Vielfalt von Anschlusssteckern und Spannungen verwendet. Die Anschlussstecker sind teilweise mechanisch standardisiert, aber es werden regelmäßig neue herstellerspezifische Varianten verwendet. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Polarität und Spannung nicht standardisiert sind, so dass in der Regel jedes Gerät sein eigenes Netzteil benötigt. Hohlstecker sind den Klinkensteckern vorzuziehen, da letztere bei Einstecken vorübergehend einen Kurzschluss verursachen und immer nur bei stromlosen Netzteil gesteckt oder gelöst werden sollten.
Folgende Kennzeichnungen werden verwendet:
Der Spannungsangabe folgt die Angabe des maximal entnehmbaren Stromes bzw. der Ausgangsleistung.
Weiterhin sind Symbole bzw. Piktogramme zu finden:
Steckernetzteile werden wegen ihrer Bauform und ihrer kaum einzudämmenden Vermehrung im Umfeld von Computer-Installationen gelegentlich auch scherzhaft als „Wandwarze“ bezeichnet.
Für mittlere Leistungen (10–200 W) gibt es ein vielfältiges Angebot an Netzteilen mit gebräuchlichen Ausgangsspannungen (eine oder mehrere Gleich- oder Wechselspannungen) in Form externer Einheiten, die über ein teilweise am Gerät steckbares Netzkabel gespeist werden und den Verbraucher über eine abgehende Leitung mit Gerätestecker versorgen.
Die Verwendung externer Netzteile im Gegensatz zu im Gerät integrierten Netzteilen bietet Geräteherstellern einige wichtige Vorteile:
Sogenannte Labornetzteile bzw. Labornetzgeräte werden in Entwicklungslaboren, in Servicewerkstätten und in der Ausbildung eingesetzt.
Sie verfügen meist über eine Strom- und Spannungsanzeige, über eine stufenlos einstellbare Ausgangsspannung und eine einstellbare Strombegrenzung. Die Geräte weisen eine Rechteckkennlinie auf: überschreitet der Ausgangsstrom den eingestellten Maximalstrom, wechselt das Verhalten von konstanter Ausgangsspannung (geringer Ausgangswiderstand, eingeprägte Spannung) zu konstantem Ausgangsstrom (sehr großer Ausgangswiderstand, eingeprägter Strom), der auch bei Kurzschluss nicht überschritten wird. Dazu wird der Ausgangswiderstand der eingebauten Elektronik durch Schaltungsmaßnahmen dem Betriebszustand angepasst.
Bei größeren Leistungen (über 100 W) sind Netzteile innerhalb von Geräten oder auch Schaltschränken oft als Baugruppe oder Einbaugerät ausgeführt. Die Anforderungen an den Berührungsschutz sind dann geringer. Die Integration des Netzteils erhöht anderseits jedoch die Sicherheitsanforderungen an das Gesamtgerät, da dieses nun z. B. hinsichtlich Berührungsschutz, Kriechspannungsabständen und Überspannungsfestigkeit oder Schutzerdung die Anforderungen erfüllen muss, die vorher nur an das separate Netzgerät gestellt wurden.
Einbaugeräte oder integrierte Netzteile werden auch oft verwendet, wenn mehrere Spannungen benötigt werden, wie beispielsweise in Computern, Fernsehern, Videorekordern, Faxgeräten oder Laserdruckern. Durch interne Abschaltung von Verbrauchern oder einen Steuereingang lassen sich Standby-Leistungsaufnahmen von unter 2 W realisieren.
Netzteile kommen auch an Gleichspannungsnetzen (Flugzeuge, Kraftfahrzeuge, Solaranlagen) zum Einsatz, wenn Spannungen transformiert werden müssen oder Wechselspannung erforderlich ist. Sie werden jedoch meist nicht als Netzteil bezeichnet.
Ein Beispiel sind in kräftigen Audio-Verstärkern eingebaute Stromversorgungen zum Betrieb am KFZ-Bordspannungsnetz, die für die Endstufen aus 12 V (Bordnetz) Spannungen von oft mehr als ± 40 V erzeugen. Dort kommen DC/DC-Schaltnetzteile zum Einsatz, die einen Wechselrichter und einen Transformator mit nachfolgender Gleichrichtung enthalten.
Gleichstromsteller werden im Kleinleistungs-Bereich (unter 5 W) als gekapselte Hybrid-Module zur galvanisch getrennten Versorgung von Baugruppen eingesetzt.
Typische Anwendungen sind Line-Interfaces von Telefon-Modems oder Netzwerkkarten, moderne PC-Mainboards und leistungsfähige Grafikkarten, die aus den vom PC-Netzteil gelieferten Spannungen ihre Betriebsspannungen möglichst nahe beim Verbraucher erzeugen (engl. point-of-load converter ).
Wechselrichter erzeugen Netzwechselspannung aus Gleichspannungsnetzen, z. B. als steckbarer Netzadapter in Kraftfahrzeugen oder fest installiert in Gleichspannungsnetzen von Solaranlagen.