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Niederspannungsröhre

4. Jul 2008, 14:15

Bei einer Niederspannungsröhre handelt es sich um eine Elektronenröhre, deren Anodenspannung - nicht wie sonst üblich - einige hundert Volt beträgt, sondern schon bei geringen Spannungen funktioniert. Somit sind diese auch für Experimente von Anfängern geeignet, die sich nicht den Gefahren eines Stromschlages aussetzen wollen.

Gewöhnliche Röhren haben eine sehr hohe Impedanz, liefern also erst bei hohen Betriebsspannungen einen nennenswerten Strom und somit auch im unteren Spannungsbereich verschwindend wenig Leistung. Außerdem sind die Kennlinien dieser im unteren Spannungsbereich sehr unlinear und produzieren somit, falls sie überhaupt verstärken, starke Verzerrungen.

Es handelt sich sich in aller Regel um gewöhnliche Verstärkerröhen wie Trioden, Tetroden oder Pentoden, es sind aber auch Dioden und Mischerröhren für die Funktechnik zu finden.

[Bearbeiten] Entwicklung und Einsatzgebiete

Die ersten Transistoren hatten sehr schlechte Hochfrequenzeigenschaften, was weiterhin den Einsatz von Röhren erforderlich machte. Da bei der Verwendung in Autoradios diese jedoch erst aufwendig erzeugt werden musste, wurden Röhren wie die ECC86 entwickelt.

Auch die für den Audiobereich entwickelten Niederspannungsröhren kamen aus dem KFZ- oder Militärbereich, wo keine Netzspannung verfügbar war.

Später fanden diese Röhren, aufgrund ihrer einfachen und sicheren Handhabung, in Baukästen wie dem „Kosmos Radiomann“ Verwendung.


Beispiele für Niedervolt-Röhren für Endstufen:

  • 13P1S (Leistungspentode mit 550mW effektiver Ausgangsleistung (Wechselspannung) an 26V Betriebsspannung oder 2W-3W an 60V)


Beispiele für Niedervolt-Spezialröhren zur Verwendung in Autoempfängern:

  • EBF83 (ZF-Regelpentode mit zwei Diodenstrecken zur AM-Demodulation)
  • ECC86 (UKW-Spanngitter-Doppeltriode)
  • ECH83 (Oszillatortriode-Mischheptode für AM-Anwendungen)
  • EF97 (ZF-Regelpentode)
  • EF98 (ZF- und NF-Pentode)

[Bearbeiten] Technik

Die besonderen Eigenschaften der Niederspannungsröhren wurde durch die Spanngittertechnik erst ermöglicht, wobei das Steuergitter sehr fein war und sich nah an der Kathode befand, auch sonst sind die Abstände der einzelnen Elektroden sehr gering.

Eine weitere Möglichkeit den an der Anode fließenden Strom zu erhöhen war die Emission an der Kathode selber zu steigern. Dies wurde durch hohe Temperaturen und spezielle Oberflächen der Kathode erreicht. Da diese Techniken erst spät entwickelt wurden, lässt sich erklären, weshalb diese Röhren erst in den 1950er Jahren und somit zum Ende der Röhrenära aufkamen.

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