OSCI (engl. für Online Services Computer Interface) ist der Name eines Protokollstandards für die deutsche Kommunalwirtschaft. Er steht für mehrere Protokolle, deren gemeinsames Merkmal die besondere Eignung für das E-Government ist.
Die Buchstabenfolge „OSCI“ ist beim Deutschen Patent- und Markenamt unter der Nummer 39932813 als Marke registriert.
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OSCI-Transport ist ein Protokollstandard zur vertraulichen und sicheren Übermittlung von Nachrichten in einer auf das deutsche Signaturgesetz abgestimmten Sicherheitsumgebung. Die Entwicklung begann im Rahmen des Media@Komm-Städtewettbewerbs. OSCI ist vor allem auf Kommunikationsanforderungen im E-Government zugeschnitten.
OSCI-Transport-Nachrichten haben einen zweistufigen „Sicherheitscontainer“. Dadurch ist es möglich, Inhalts- und Nutzungsdaten streng voneinander zu trennen und kryptografisch unterschiedlich zu behandeln. Die Inhaltsdaten werden vom Autor einer OSCI-Transport-Nachricht so verschlüsselt, dass nur der berechtigte Leser sie dechiffrieren kann. Die Nutzungsdaten werden vom Intermediär für die Zwecke der Nachrichtenvermittlung und die Erbringung der Mehrwertdienste benötigt, sie werden deshalb für den Intermediär verschlüsselt. Der Intermediär kann aber nicht auf die Inhaltsdaten zugreifen. Oft wird hier vom „Prinzip des Doppelten Umschlages“ gesprochen: Die verschlüsselten Inhaltsdaten sind wiederum in einen verschlüsselten Container eingebettet. Ein Angreifer kann wegen dieser Verschlüsselungen weder die Nutzungs- noch die Inhaltsdaten abhören.
Jeder Sicherheitscontainer (für Nutzdaten und Inhaltsdaten) erlaubt die digitale Signatur und die Verschlüsselung des jeweiligen Inhalts. Dadurch sind Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität der Nachrichten gewährleistet.
Die Public-Key-Infrastruktur (PKI) innerhalb der OSCI-Kommunikationspartner ist – zumindest für natürliche Personen – in der Regel durch das deutsche Signaturgesetz definiert. Es gibt somit keine geschlossene Anwendergruppe. Der Besitz einer Signaturkarte mit einem qualifizierten Signaturzertifikat nach dem Signaturgesetz und einem Verschlüsselungszertifikat sind für die OSCI-Kommunikation ausreichend. Je nach Sicherheitsanforderung kann auch der Einsatz fortgeschrittener elektronischer Signaturen (ohne Chipkarte) sinnvoll sein, auch dies wird durch OSCI-Transport unterstützt.
Unter dem Oberbegriff OSCI werden neben dem OSCI-Transportprotokoll Standards zum Austausch fachlicher Inhaltsdaten zusammengefasst.
Seit Juli 2003 liegt das Dokument OSCI-XMeld Version 1.1 vor. Es ist die Spezifikation des bundeseinheitlichen Datenaustauschformates für die Übermittlung von Daten des Meldewesens und beschreibt verbindlich die für den Datenaustausch zu nutzenden Datenstrukturen und Schlüsseltabellen. Es enthält eine vollständige und detaillierte Vorschrift zur Abbildung von DSMeld-Blättern auf OSCI-Datenstrukturen und beschreibt im notwendigen Umfang die Verfahrensabläufe bei den Kommunikationsbeteiligten für alle spezifizierten Geschäftsvorfälle.
XMeld ist der Teil von OSCI, der Nachrichten des Meldewesens standardisiert. Als OSCI-Austauschformat basiert XMeld vollständig auf XML.
Seit Februar 2007 gibt es die Version 1.3.2 von OSCI-XMeld.
Die folgende (gegebenenfalls unvollständige) Liste umfasst derzeit bereits umgesetzte bzw. in Umsetzung befindliche OSCI-XÖV-Standards:
Die aktuelle Liste sowie Beschreibungen der einzelnen OSCI-XÖV-Standards können über die Webseite der OSCI-Leitstelle (siehe unten) abgerufen werden.