| Pardus Linux | |
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| Basisdaten | |
| Entwickler | Wissenschaftlicher und Technischer Forschungsrat der Türkei |
| Version | 2008.1 „Hyaena hyaena“ (15. September 2008) |
| Größe | Installations-CD: 697,1 MB Live-CD: 694,58 MB |
| Lizenz | GNU General Public License |
| Website | www.pardus.org.tr |
Pardus ist eine freie Linux-Distribution, die im Zuge des Pardus-Projekts in der Türkei entwickelt wird. Der Projektname leitet sich aus der wissenschaftlichen Bezeichnung des anatolischen Leopards ab.
Pardus setzt den Schwerpunkt auf Benutzerfreundlichkeit und will so sicherstellen, dass Pardus flächendeckend in der Türkei zum Einsatz kommt.
Inhaltsverzeichnis |
Pardus wird in der Türkei vom Nationalen Forschungsinstitut für Elektronik und Kryptologie (UEKAE) entwickelt. Diese Einrichtung ist ein Unterinstitut des Wissenschaftlichen und Technischen Forschungsrat der Türkei (TÜBİTAK). An Pardus arbeiten derzeit 15 Entwickler und eine nicht genau bekannte Anzahl von Freiwilligen.[1] Türkische Studenten haben zudem die Möglichkeit, ein Praktikum beim Pardus-Projekt zu absolvieren. Die aktuelle Bewerbungsrunde ist am 20. April 2007 zu Ende gegangen.[2]
Laut dem Projektkoordinator Erkan Tekman[3] startete man das Pardus-Projekt im Jahre 2003, um die Sicherheit der eingesetzten Rechner u.a. auf Gebieten wie beim Nachrichtendienst und der Armee sicherzustellen. Um dies zu gewährleisten, musste sichergestellt werden, dass der Quellcode offen steht und frei modifizierbar ist. Die Kosteneinsparung durch Verwendung eines eigens entwickelten Betriebssystemes basierend auf Linux spielte auch eine Rolle, da Microsofts Windows-Betriebssysteme auf Rechnern der Streitkräfte und zivilen Behörden dazu führte, dass eine Menge Geld für Lizenzen ins Ausland abgeführt werden musste.
Pardus wird in einem Pilotprojekt seit April 2007 von der Zentralen Rekrutierungsbehörde der Armee (ASAL) und deren Vertretungen verwendet. Sowohl weitere Verwaltungsstrukturen der Streitkräfte als auch das türkische Verteidigungs- und Bildungsministerium beobachten die Umstellung auf Pardus der Zentralen Rekrutierungsbehörde der Armee und planen eine Umstellung. Parallel hierzu wird das Bildungsministerium noch in diesem Jahr Pardus an vereinzelten Schulen einführen.[4]
Pardus wird vom Hohen Rundfunk- und Fernsehrat der Türkei zur Archivierung, Verwaltung und Analyse des gesendeten Programminhalts von 210 nationalen Fernsehkanälen und 860 nationalen Radiostationen verwendet.[5]
Der Vertreter des Gesundheitsministeriums für die Provinz Manisa erarbeitet derzeit einen Fahrplan für die Implementierung des e-Gesundheit-Projekts basierend auf Pardus. Durch das Projekt werden Patienten, Ärzte und Apotheker eine zentrale Zugriffsdatei erhalten. Diese beinhaltet beispielsweise die Krankheitsvergangenheit des Patienten, aber auch die Möglichkeit, die Medikamenten-Rezepte für den Patienten online zu bezahlen. In erster Etappe wurden 360 Rechner an zwei Zentralservern angeschlossen und bisher die Daten von einer Million Patienten erfasst. In nächster Etappe werden die Provinzen Antalya, Bursa, Hatay und Eskişehir ans e-Gesundheitssystem angeschlossen.[6]
Pardus 2007 wurde bisher (Stand: 1. Februar 2007) 120.000-mal von der Projekt-Homepage heruntergeladen. Dies entspricht einer Zunahme von 300 % gegenüber der Version 1.0. Rechnet man den Datenverkehr von Universitäten wie der Bilgi-Universität Istanbul und anderen hinzu, die Pardus ebenfalls hosten, wurde die Version Pardus 2007 über 200.000-mal heruntergeladen. Pardus 2007 wurde zudem an Computer-Zeitschriften, die sich an der Verbreitungskampagne beteiligen in einer Auflage von 120.000 CDs verteilt. Die Vertretung der Kammer der Elektroingenieure in Ankara verteilt zusätzlich 10.000 Pardus-2007-CDs.[7]
Die Erstversion, Pardus 1.0, wurde am 26. Dezember 2005 veröffentlicht. Die Pardus-Live-CD war das erste Produkt des Pardus-Projekts.
Die vorletzte Version, Pardus 2007.3 „Lynx lynx“, nutzte den Linux-Kernel 2.6.18, KDE 3.5.8, OpenOffice.org in der Version 2.3, Internet-Anwendungen (Browser, E-Mail, Instant Messaging etc.), Multimedia- und Grafikanwendungen (Video, Musik, Bilder etc.), Spiele und vieles mehr. Diese Version gab es als Installations-CD („Kurulan“) und als Live-CD („Calisan“), mit Hilfe von BitTorrent-Technik bequem herunterzuladen.
Die aktuelle Version Pardus 2008.1 „Hyaena hyaena“ wurde am 15. September 2008 veröffentlicht. In dieser Version kommt der Linux-Kernel 2.6.25.16 mit erweiterter Hardware-Unterstützung zum Einsatz, mit Mozilla Firefox 3.0.1, KDE 3.5.10 und KDE 4.1.1 als Live-CD, OpenOffice.org in der Version 2.4.1, einem verbesserten Netzwerk-Manager mit Ad-hoc-Modus- und 802.1x-WLAN-Unterstützung. Die Pardus-Depots wurden wieder mit aktuellster Software und Treibern versorgt.
Von Pardus 2008.1 sind drei CDs verfügbar. Die Installations-CD („Kurulan“) mit der neu hinzugekommenen Unterstützung für Schwedisch, steht sie mit insgesamt elf Sprachen zum Herunterladen bereit. Von den Live-CDs („Calisan“) stehen zwei Versionen zur Auswahl, eine Version mit KDE 3.5.10 und eine Version mit der neuen KDE 4.1.1 als Arbeitsumgebung. Offiziell wird bis zur nächsten großen Version (Pardus 2009) KDE 3.5.10 verwendet. KDE 4 kann dennoch über die Paketverwaltung zum Ausprobieren nachinstalliert werden. Pardus 2009 soll mit allen eigenen Programmen gänzlich auf KDE 4 umgestellt sein.
Im PardusUser.de Dokumentations-Wiki wird eine übersichtliche Download-Liste zum vereinfachen Herunterladen angeboten.
PiSi (Packages Installed Successfully as Intended, Aussprache: [pisi]) ist das Paketverwaltungssystem von Pardus. Es ist das Primärwerkzeug, um Anwendungen zu installieren, entfernen oder aktualisieren. PiSi speichert und verwaltet die Abhängigkeiten der verschiedenen Pakete, Bibliotheken und COMAR-Abläufe.
Eigenschaften von PiSi:
Die minimalen Hardwareanforderungen sind:
Pardus kann in diesen Sprachen installiert und verwendet werden: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Schwedisch oder Türkisch.