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Pardus

20. Dez 2008, 17:37
Pardus Linux
Basisdaten
Entwickler Wissenschaftlicher und Technischer Forschungsrat der Türkei
Version 2008.1 „Hyaena hyaena“ (15. September 2008)
Größe Installations-CD: 697,1 MB
Live-CD: 694,58 MB
Lizenz GNU General Public License
Website www.pardus.org.tr

Pardus ist eine freie Linux-Distribution, die im Zuge des Pardus-Projekts in der Türkei entwickelt wird. Der Projektname leitet sich aus der wissenschaftlichen Bezeichnung des anatolischen Leopards ab.

Pardus setzt den Schwerpunkt auf Benutzerfreundlichkeit und will so sicherstellen, dass Pardus flächendeckend in der Türkei zum Einsatz kommt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entwickler

Pardus wird in der Türkei vom Nationalen Forschungsinstitut für Elektronik und Kryptologie (UEKAE) entwickelt. Diese Einrichtung ist ein Unterinstitut des Wissenschaftlichen und Technischen Forschungsrat der Türkei (TÜBİTAK). An Pardus arbeiten derzeit 15 Entwickler und eine nicht genau bekannte Anzahl von Freiwilligen.[1] Türkische Studenten haben zudem die Möglichkeit, ein Praktikum beim Pardus-Projekt zu absolvieren. Die aktuelle Bewerbungsrunde ist am 20. April 2007 zu Ende gegangen.[2]

[Bearbeiten] Ziele

Laut dem Projektkoordinator Erkan Tekman[3] startete man das Pardus-Projekt im Jahre 2003, um die Sicherheit der eingesetzten Rechner u.a. auf Gebieten wie beim Nachrichtendienst und der Armee sicherzustellen. Um dies zu gewährleisten, musste sichergestellt werden, dass der Quellcode offen steht und frei modifizierbar ist. Die Kosteneinsparung durch Verwendung eines eigens entwickelten Betriebssystemes basierend auf Linux spielte auch eine Rolle, da Microsofts Windows-Betriebssysteme auf Rechnern der Streitkräfte und zivilen Behörden dazu führte, dass eine Menge Geld für Lizenzen ins Ausland abgeführt werden musste.

[Bearbeiten] Verbreitung

Pardus wird in einem Pilotprojekt seit April 2007 von der Zentralen Rekrutierungsbehörde der Armee (ASAL) und deren Vertretungen verwendet. Sowohl weitere Verwaltungsstrukturen der Streitkräfte als auch das türkische Verteidigungs- und Bildungsministerium beobachten die Umstellung auf Pardus der Zentralen Rekrutierungsbehörde der Armee und planen eine Umstellung. Parallel hierzu wird das Bildungsministerium noch in diesem Jahr Pardus an vereinzelten Schulen einführen.[4]

Pardus wird vom Hohen Rundfunk- und Fernsehrat der Türkei zur Archivierung, Verwaltung und Analyse des gesendeten Programminhalts von 210 nationalen Fernsehkanälen und 860 nationalen Radiostationen verwendet.[5]

Der Vertreter des Gesundheitsministeriums für die Provinz Manisa erarbeitet derzeit einen Fahrplan für die Implementierung des e-Gesundheit-Projekts basierend auf Pardus. Durch das Projekt werden Patienten, Ärzte und Apotheker eine zentrale Zugriffsdatei erhalten. Diese beinhaltet beispielsweise die Krankheitsvergangenheit des Patienten, aber auch die Möglichkeit, die Medikamenten-Rezepte für den Patienten online zu bezahlen. In erster Etappe wurden 360 Rechner an zwei Zentralservern angeschlossen und bisher die Daten von einer Million Patienten erfasst. In nächster Etappe werden die Provinzen Antalya, Bursa, Hatay und Eskişehir ans e-Gesundheitssystem angeschlossen.[6]

Pardus 2007 wurde bisher (Stand: 1. Februar 2007) 120.000-mal von der Projekt-Homepage heruntergeladen. Dies entspricht einer Zunahme von 300 % gegenüber der Version 1.0. Rechnet man den Datenverkehr von Universitäten wie der Bilgi-Universität Istanbul und anderen hinzu, die Pardus ebenfalls hosten, wurde die Version Pardus 2007 über 200.000-mal heruntergeladen. Pardus 2007 wurde zudem an Computer-Zeitschriften, die sich an der Verbreitungskampagne beteiligen in einer Auflage von 120.000 CDs verteilt. Die Vertretung der Kammer der Elektroingenieure in Ankara verteilt zusätzlich 10.000 Pardus-2007-CDs.[7]

[Bearbeiten] Versionen

[Bearbeiten] Pardus 1.0

Die Erstversion, Pardus 1.0, wurde am 26. Dezember 2005 veröffentlicht. Die Pardus-Live-CD war das erste Produkt des Pardus-Projekts.

[Bearbeiten] Pardus 2007.3

Die vorletzte Version, Pardus 2007.3 „Lynx lynx“, nutzte den Linux-Kernel 2.6.18, KDE 3.5.8, OpenOffice.org in der Version 2.3, Internet-Anwendungen (Browser, E-Mail, Instant Messaging etc.), Multimedia- und Grafikanwendungen (Video, Musik, Bilder etc.), Spiele und vieles mehr. Diese Version gab es als Installations-CD („Kurulan“) und als Live-CD („Calisan“), mit Hilfe von BitTorrent-Technik bequem herunterzuladen.

[Bearbeiten] Pardus 2008.1

Die aktuelle Version Pardus 2008.1 „Hyaena hyaena“ wurde am 15. September 2008 veröffentlicht. In dieser Version kommt der Linux-Kernel 2.6.25.16 mit erweiterter Hardware-Unterstützung zum Einsatz, mit Mozilla Firefox 3.0.1, KDE 3.5.10 und KDE 4.1.1 als Live-CD, OpenOffice.org in der Version 2.4.1, einem verbesserten Netzwerk-Manager mit Ad-hoc-Modus- und 802.1x-WLAN-Unterstützung. Die Pardus-Depots wurden wieder mit aktuellster Software und Treibern versorgt.

Von Pardus 2008.1 sind drei CDs verfügbar. Die Installations-CD („Kurulan“) mit der neu hinzugekommenen Unterstützung für Schwedisch, steht sie mit insgesamt elf Sprachen zum Herunterladen bereit. Von den Live-CDs („Calisan“) stehen zwei Versionen zur Auswahl, eine Version mit KDE 3.5.10 und eine Version mit der neuen KDE 4.1.1 als Arbeitsumgebung. Offiziell wird bis zur nächsten großen Version (Pardus 2009) KDE 3.5.10 verwendet. KDE 4 kann dennoch über die Paketverwaltung zum Ausprobieren nachinstalliert werden. Pardus 2009 soll mit allen eigenen Programmen gänzlich auf KDE 4 umgestellt sein.

Im PardusUser.de Dokumentations-Wiki wird eine übersichtliche Download-Liste zum vereinfachen Herunterladen angeboten.

[Bearbeiten] Paketverwaltung PiSi

PiSi (Packages Installed Successfully as Intended, Aussprache: [pisi]) ist das Paketverwaltungssystem von Pardus. Es ist das Primärwerkzeug, um Anwendungen zu installieren, entfernen oder aktualisieren. PiSi speichert und verwaltet die Abhängigkeiten der verschiedenen Pakete, Bibliotheken und COMAR-Abläufe.

Eigenschaften von PiSi:

  • verwendet LZMA
  • programmiert in Python
  • kleine und effiziente Pakete
  • Paketquellen in XML und Python geschrieben
  • schneller Datenbankzugriff durch Einsatz der Berkeley DB
  • Integration von low-level- und high-level-Paketoperationen (Abhängigkeiten)
  • Framework, um darauf Anwendungen und Werkzeuge zu entwickeln
  • umfassendes CLI und eine benutzerfreundliche Qt-GUI (selbstständiges Projekt)

[Bearbeiten] Hardwareanforderungen

Die minimalen Hardwareanforderungen sind:

  • 800 MHz Intel- oder AMD-Prozessor (≥1 200 MHz optimal)
  • 256 MB RAM (≥ 512 MB optimal)
  • mindestens 4 GB Speicherplatz (≥ 10 GB optimal)
  • CD-ROM (4× oder besser)

[Bearbeiten] Unterstützte Sprachen

Pardus kann in diesen Sprachen installiert und verwendet werden: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Schwedisch oder Türkisch.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Artikel und Berichte über Pardus Linux

[Bearbeiten] Quellen

  1. Yeni Asya Tageszeitung vom 18. Dezember 2006: http://www.yeniasya.com.tr/2006/12/18/haber/h15.htm
  2. Hürriyet Tageszeitung vom 11. April 2007: http://ankara.hurriyet.com.tr/ankara/6307375.asp
  3. veröffentlichtes Interview in der Druckausgabe der Tageszeitung Cumhuriyet vom 20. Januar 2007
  4. Ankündigung der Pardus-Homepage vom 16. Dezember 2007: http://pardus.org.tr/basin/2006.12.16/cumhuriyet.jpg
  5. Ankündigung der Pardus-Homepage vom 3. Mai 2007: http://uludag.org.tr/basin/bulten/030507.html
  6. Tageszeitung YeniSafak vom 7. Mai 2007: http://www.yenisafak.com.tr/bilisim/?t=07. Mai 2007&q=1&c=10&i=44050
  7. Yeni Asya Tageszeitung vom 1. Februar 2007: http://www.yeniasya.com.tr/2007/02/01/haber/h19.htm
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