Der Plankalkül ist eine von Konrad Zuse in den Jahren 1942 bis 1946 entwickelte Programmiersprache. Es war die erste höhere Programmiersprache der Welt.
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Die Programmiersprache umfasst unter anderem Zuordnungsanweisungen (assignment statements), Funktionsaufrufe, bedingte Anweisungen, Schleifen, Gleitkommaarithmetik, Feldvariablen (Arrays), zusammengesetzte Datentypen und andere besondere Merkmale wie zielgerichtete Ausführung.
Die ursprüngliche Notation der Programme erfolgte tabellarisch. Für die erste reale Implementierung in den 90er Jahren wurde eine sequenzielle Notation entwickelt.
Das folgende Beispiel zeigt ein Programm in sequenzieller Notation, welches das Maximum von drei Variablen durch den Aufruf der Funktion max berechnet:
P1 max3 (V0[:8.0],V1[:8.0],V2[:8.0]) => R0[:8.0] max(V0[:8.0],V1[:8.0]) => Z1[:8.0] max(Z1[:8.0],V2[:8.0]) => R0[:8.0] END P2 max (V0[:8.0],V1[:8.0]) => R0[:8.0] V0[:8.0] => Z1[:8.0] (Z1[:8.0] < V1[:8.0]) -> V1[:8.0] => Z1[:8.0] Z1[:8.0] => R0[:8.0] END
Konrad Zuse nutzte bei der Entwicklung des Plankalkül die Arbeiten zum Lambda-Kalkül von Alonzo Church und Stephen Kleene aus den 1930er Jahren. Er wollte die Sprache auf einem Nachfolgemodell seiner Z3-Rechenanlage einsetzen, durch die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs kam es dazu aber nicht mehr.
Literaturhinweise finden sich zwar schon Ende der 1940er Jahre, erstmals wurde die Sprache aber erst 1972 komplett veröffentlicht. Im Rahmen einer Dissertation wurde Plankalkül 1975 von J. Hohmann beschrieben und implementiert. Ende der 1990er Jahren folgten unabhängige alternative Implementierungen (1998 und zwei Jahre später eine weitere an der Freien Universität Berlin), inklusive eines Syntax-Editors.
Plankalkül kommt im Bereich der Programmiersprachen vor allem eine historische Bedeutung zu. Praktisch verwendet wurde die Sprache nicht.