Power-User (deutsch Hauptnutzer oder erfahrener Nutzer) ist ein IT-Endanwender in einem Unternehmen oder einer Behörde mit wesentlich weiter reichenden Kenntnissen und Rechten als der übliche Endanwender in seiner Einrichtung. Er darf die fertige Anwendungssoftware nicht nur nutzen, sondern nach eigenem Ermessen auf Daten zugreifen, sie auswerten sowie bei Bedarf mit selbst erstellten Erweiterungen arbeitsplatztypische Probleme lösen. Power-User besitzen in Softwareprojekten häufig die Rolle des fachlichen Ansprechpartners (keyplayer) der IT und zeichnen für die Anforderungen und den Test neuer Software verantwortlich.
Die Freiheitsgrade eines Power-Users reichen unterschiedlich weit und gehen zum Teil so weit, dass Fachanwender sich ihre eigenen Fachanwendungen selbst programmieren. Dies bringt zwar den Nachteil einer bunten Vielfalt an Insellösungen mit sich, ist aber aus Gründen knapper Budgets oftmals unverzichtbar.
Speziell für diese Zielgruppe gibt es deshalb zahlreiche Softwareprodukte. Im weitesten Sinne zählen zu diesen auch die bekannten Tabellenkalkulationsprogramme.
Typische Entwicklungsumgebungen für professionelle Programmierer überfordern jedoch häufig den typischen Power-User. Eine sinnvolle Alternative hierzu sind programmierfreie oder -arme Entwicklungswerkzeuge (Universal Application).
Power-User ist andererseits auch als Begriff für Telekommunikations-Teilnehmer und IT-Endanwender in Gebrauch, die wesentlich höhere ITK-Ressourcen (z.B. Transfervolumen, Verbindungsdauer, Speicherplatz, Rechenzeit) in Anspruch nehmen als der durchschnittliche Nutzer. Solche Nutzer haben insbesondere Bedeutung für die Mischkalkulation von Pauschaltarifen für ITK-Dienstleistungen (Flatrates).