Ravenloft (zu deutsch: Rabenhorst) ist eine Spielwelt des Pen-&-Paper-Rollenspiels Dungeons & Dragons. Sie ist in einem Dark-Fantasy-, Horror- und Gothic-Stil gehalten. Die Spielwelt erschien erstmals 1990, die Regeln entsprachen der 2nd Edition von AD&D. 2001 wurde Ravenloft von Sword & Sorcery für D&D 3 und 3.5, später für d20 neu aufgelegt. Sword & Sorcery hat jedoch inzwischen die Lizenz an Wizards of the Coast zurückgegeben, eine Weiterführung der Welt ist unwahrscheinlich, wenn sich kein neuer Lizenznehmer findet. Allerdings wurden für 2008 neue Werke angekündigt.
Die Spielwelt Ravenloft ist auch Grundlage für eine Reihe von Romanen, insbesondere P. N. Elrods I, Strahd: The Memoirs of a Vampire, und mehrere Computer-Rollenspiele, das bekannteste von 1994.
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Die Besonderheit an Ravenloft ist, dass es sich aus allen AD&D-Kampagnen die interessantesten Bösewichter heraussucht. Diese sogenannten Darklords erhalten jeweils ein Reich, Domain genannt, und fast gottähnliche Macht, wobei sie auf ewig mit ihrer eigenen Nemesis konfrontiert werden. Die Spielewelt besteht insgesamt aus etwa 50 solchen Domains, sowie Clustern und Inseln. Eine Nebelwand grenzt die verschiedenen Länder voneinander ab. Die Domains befinden sich auf unterschiedlichen Kulturstufen, von der Steinzeit bis zur Renaissance.
Bekannte solche Charaktere sind Graf Strahd von Zarovich (Vampir, Darklord von Barovia), Azalin Rex (Leichnam, Darklord von Darkon), Vlad Drakov (Darklord von Falkovnia), Rudolph van Richten (Gelehrter, der sein Leben dem Kampf gegen die „Mächte der Schatten“ widmet) sowie der aus Drachenlanze bekannte untote Ritter Lord Soth (der allerdings aus lizenzrechtlichen Gründen nicht in die D&D 3.0-Auflage von Ravenloft übernommen werden konnte).
Weiterhin gibts es verschiedene Völker, den großen „Kern“. Die meisten Bewohner von Ravenloft sind menschlichen Ursprungs, am verbreitetsten ist darunter die Klasse der Vistani und Halb-Vistani, die von Zigeunern inspiriert sind. Ferner gibt es Elfen, Gnome, Halblinge, Kaliban und Zwerge. Bekannte Monster sind z. B. Goblins, verschiedene Golems und Elementare, aber auch seltenere Wesen, wie lebende Wände und Beholder. Der Schwerpunkt liegt aber auf Fledermäusen, Vampiren, Zombies, Skeletten und verschiedenenen Lykanthropen, wie Werwölfen, Werraben, Wertigern und Werratten.
Ursprünglich gab es 1983/1986 nur zwei Module in der 14-teiligen Intermediate-Serie (AD&D 1st Edition). Nach dem großen Erfolg dieser Module entstand die ganze Spielewelt.[1] Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen und Abenteuer, wobei die älteren AD&D-Werke aus den 1980er Jahren (I6 und I10/Ravenloft II, I steht für Intermediate) von den neueren d20-Werken abgegrenzt werden müssen. Ein älteres Abenteuer kann von der Herstellerwebsite heruntergeladen werden.[2] Die erste Regelwerkbox Realm of Terror (Black Box) erschien 1990 und wurde dreifach erweitert. 1991 erhielt das Spiel den Origin Award für die beste grafische Aufmachung eines Rollenspiels. 2004 gab es für das Vorgängersystem (1983) den Zweiten Platz bei The 30 Greatest D&D Adventures of All Time im Magazin Dungeon.
Ab September 2008 werden vier neue Romane erscheinen. Für die regulären Werke und Abenteuer, siehe Weblinks.
Zusätzlich gibt es noch Module für das Spiele-Entwicklungssystem Forgotten Realms: Unlimited Adventures.[3]
Das Spiel Der Fluch des Grafen wurde von SSI für den PC (CD-ROM) umgesetzt. Die Auflösung wechselt auf bis zu 320x400 Pixeln (nicht ganz S-VGA) und ist trotzdem pixelig und ruckelt selbst bei schnellen PCs. Das Bewegen in der Spielewelt ist stufenlos, zur schnelleren Fortbewegung kann der Spieler auch einen größeren Sprung machen (wie bei Myst). Die Kampfszenen sind durch das langsame Drehen schwierig, immerhin kann die Gruppe des Spielers per Mausklick gemeinsam angreifen.
Es gibt große Außen- und Innenareale, sowie Höhlen. Der Haupt-Spielplatz ist das Schloss Rabenhorst. Die Räume sind meist grau und eng; sie sind oft mit großen Stühlen und einem Kamin ausgestattet. Automapping ist vorhanden. Die Soundausgabe war für die damaligen Verhältnisse recht gut und der Stimmung angepasst.
Trotz der mystischen Story war Ravenloft, wegen der schlechten Steuerung und den besseren Konkurrenzspielen nicht sehr erfolgreich.
Mit dem Erscheinen von Neverwinter Nights wurden viele Online-Versionen von ehemaligen D&D-Welten geschaffen, so auch von Ravenloft. Momentan existiert nur noch die Version „Ravenloft - Prisoners of the Mist“. Im Gegensatz zu vielen anderen Online-Welten für Neverwinter Nights wird auf dem Server ein sehr starkes Rollenspiel-fokussiertes Agieren eingefordert, im Gegensatz zu Action-fokussiertem Spiel. Eine Version für Neverwinter Nights 2 ist in Entwicklung.