| SUSE Linux Enterprise Server | |
| Entwickler | Novell |
| Version | 10 (17. Juli 2006) |
| Abstammung | \ Linux \ SLS \ Slackware \ SUSE Linux \ openSUSE \ SUSE Linux Enterprise Server |
| Architekturen | x86, AMD64, EM64T, Itanium, IBM Power, IBM System z |
| Lizenz | GPL und andere Lizenzen |
| Website | SLES bei Novell |
SUSE Linux Enterprise Server (SLES) ist eine Linux-Distribution von Novell, die speziell auf Unternehmenskunden ausgelegt ist.
Die speziell auf Unternehmen ausgerichtete Distribution ist mit einem entsprechendem Supportangebot und langjähriger Wartungsphase versehen und die für den unternehmenskritischen Einsatz notwendigen benötigten Hardware- und Softwarezertifizierungen spielen eine ebenso große Rolle.
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SLES wurde im Sommer und Herbst 2000 auf Basis von Suse Linux von einem sehr kleinen Team unter der Leitung von Marcus Kraft, Bernhard Kaindl als Entwickler und Joachim Schröder auf deren Initiative bei SuSE in Nürnberg entwickelt und wurde erstmals am 31. Oktober 2000 in einer Version für IBM-Großrechner (S/390) verfügbar.[1] Eine Vorab-Version [2] wurde bereits am 13. Juli 2000 öffentlich verfügbar gemacht und im Dezember 2000 wurde mit dem in Schweden führenden Telekommunikationsanbieter Telia ein erster großer Kunde bekannt.[3] Im April 2001 folgte dann die SLES für die x86-Architektur [4], die im Juli 2001 die notwendige Zertifizierung für den Einsatz von mySAP erlangte. [5]
Im Q4 2005 verkaufte Novell 65.000 Stand-Alone Subscriptions des Suse Linux Enterprise Server [6].
Mit SUSE Linux Enterprise Desktop (SLED) bekam SLES einen Zwilling im Desktop-Bereich, der parallel mit gleichem Konzept und selber Codebasis vertrieben wird. Parallel zu SLES 10 wechselt Novell auch für den Unternehmensdesktop auf die Verwendung der bekannten Marke SUSE und so heißt der Nachfolger des ehem. Novell Linux Desktop 9 (NLD) Suse Linux Enterprise Desktop (SLED) 10.
SLES wird wie SUSE Linux mit dem integrierten grafischen Installations- und Administrationswerkzeug YaST, das auch für Einsteiger leicht bedienbar ist, installiert und administriert. Eine einfache Konfiguration des integrierten Paketfilters ist bereits während der Installation über YaST möglich.
Ursprünglich wurde SLES mit dem auch in SUSE Linux verwendeten und sowohl viel gelobten als auch kritisierten Desktop-Theme Suse Keramik ausgeliefert, das über ein an das KDE-Theme Keramik angepasstes GNOME-Theme ein einheitliches Look & Feel für GNOME und KDE bietet.
Mit der Integration von SUSE in Novell dominiert jedoch nicht mehr KDE, sondern die von der früher von Novell gekaufte Firma Ximian, in der die Gründer von GNOME vereinigt sind. Mit SLED 10 wird bei der Installation nicht mehr gefragt, ob KDE oder GNOME als Desktop-Umgebung installiert werden soll. KDE kann nur mehr als Pattern in der Softwareselektion ausgewählt werden.
Im Gegensatz zu Red Hat Enterprise Linux ist in einigen Programmen die Fähigkeit integriert, MP3s abzuspielen, jedoch nicht über einen von allen Programmen direkt verwendbaren mp3-Codec sondern über die Verwendung von RealPlayer als Abspielsoftware im Hintergrund, beispielsweise bei AmaroK.
Wegen der Zertifizierung und Konzentration auf bestmögliche Stabilität im Enterprise-Umfeld folgen Neuauflagen von SLES einem eher langsameren Rhythmus und werden auch länger gewartet. Der Kunde bekommt meistens eine Wartungsdauer von mind. 5 Jahren (7 bis max. 9 Jahre für SLES10) zugesichert, so dass er sehr viel zeitlichen Spielraum hat, ein Update sorgsam zu planen und zu terminieren. Durch die langen Wartungszeiträume kann er auch gut einzelne Neuauflagen überspringen und sein Verhalten bezüglich Aktualisierungen an seine individuellen Bedürfnisse anpassen.
Novell bietet für die SLES-Distribution eine Versicherung gegen Copyright-Klagen an. Kunden sollen damit vor Klagen geschützt werden, die sich gegen mögliche Copyright-Verletzungen in den Suse-Produkten wenden. Hintergrund ist, dass die Firma SCO, die Teile des geistigen Eigentums von Linux beansprucht, mit Klagen gegen Linux-Nutzer gedroht hat.
Der Suse Linux Enterprise Server wird immer mit der zum Veröffentlichungszeitpunkt aktuellen Version der Linux Standard Base zertifiziert. Bei SLES 10 ist dies 3.0, bei SLES 9 2.0. Ältere Versionen des SLES sind nach älteren LSB-Standards zertifiziert. Einige Versionen von Suse Linux sind ebenfalls nach dem zum Veröffentlichungszeitpunkt aktuellen LSB-Standards zertifiziert.[7]
| Version | Datum | LSB-Zertifizierung |
|---|---|---|
| 7 | 24. August 2001 | |
| 8 | 24. November 2002 | 1.3 |
| 9 | 13. September 2004 | 2.0 (mit Servicepack 1) |
| 10 | 17. Juli 2006 | 3.0 |
| 10 SP1 | Juni 2007 | |
| 10 SP2 | Mai 2008 |