Scalable Link Interface, kurz SLI, ist eine Multi-GPU-Technik von Nvidia, die die Zusammenschaltung von zwei oder mehr Grafikchips zur Leistungssteigerung beim Rendern (SLI Frame Rendering) oder den Einsatz von bis zu vier Bildschirmen (SLI Multi View) ermöglicht.
Theoretisch entspricht die Renderleistung je nach Betriebsmodus im Mittel der Rechenleistung des langsamsten Grafikprozessors mal die Anzahl der verwendeten Grafikprozessoren. Bei zwei baugleichen Grafikkarten wird somit eine theoretische Verdoppelung der Rechenleistung erreicht, in der Praxis sind allerdings Leistungssteigerungen von etwa 30 bis 90% möglich - bei manchen Anwendungen ist die Rechenleistung sogar schlechter als bei einer einzelnen Grafikkarte [1].
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Erstmals aufgetaucht ist der Begriff SLI als Scan Line Interleave schon 1998 beim früheren Grafikchip-Hersteller 3dfx, der die Kopplung mehrerer seiner Grafikchips (Voodoo Graphics, Voodoo 2 und VSA-100) ermöglichte. Nvidia SLI wurde erst im Jahre 2004 eingeführt. Bis auf die Abkürzung und die Idee, unter SLI Frame Rendering die Rechenlast auf zwei oder mehr Grafikchips zu verteilen, haben aber beide Verfahren nichts miteinander gemein.
Bevor Nvidia SLI veröffentlichte, versuchte es der Grafikchiphersteller ATI schon mit Alternate Frame Rendering. Die heutige verbesserte Multi-GPU-Technik von ATI nennt sich „Crossfire“ und unterscheidet sich teilweise von Nvidias SLI-Technik. Auch der Hersteller XGI stellte 2003 zwei Grafikkarten mit Multi-GPU-Technik vor.
Man benötigt eine Hauptplatine mit einem SLI-fähigen Chipsatz und mit mindestens zwei PCI-Express-Slots. Bisher beschränkt NVIDIA die Nutzung von SLI weitgehend auf die eigenen Chipsätze, die zudem noch das Kürzel SLI tragen müssen. Nur der von Intel angekündigte Nehalem-Chipsatz X58 kann vom Hersteller gegen Zahlung einer Lizenzgebühr an NVIDIA für SLI freigeschaltet werden.[2] Für diese Beschränkung gibt es keinerlei technische Gründe, sondern es ist eine reine Marketing-Entscheidung seitens NVIDIA. Es gibt modifizierte Treiber, die die Verwendung von SLI auch auf anderen Chipsätzen ermöglichen.
Anfänglich war zum Verbinden der Karten eine spezielle SLI-Bridge (zu deutsch „Brücke“) nötig, so dass nur Grafikkarten, die diese Anschlüsse besitzen, miteinander verbunden werden konnten. Zwischenzeitlich hat NVIDIA SLI auch für Karten ohne diesen Anschluss ermöglicht, der notwendige Datenaustausch zwischen den Karten wird dabei über PCI-Express abgewickelt. Da dieser in der Bandbreite begrenzt ist, ist diese Art von SLI nur bei relativ langsamen Grafikkarten sinnvoll, schnellere sollten nach wie vor über die SLI-Bridge verbunden werden.
Außerdem funktioniert SLI nur mit identischen Grafikchips, teilweise muss es sogar die exakt gleiche Grafikkarte mit identischer BIOS-Version sein. Mit jedem neuen Treiber wird aber die SLI-Funktion flexibler. Es ist außerdem zu beachten, dass bei Aktivierung des SLI Frame Rendering nur ein Monitorausgang funktioniert.
Sowohl Crossfire als auch SLI setzt vorwiegend auf Alternate Frame Rendering. Hierbei kommt es aber derzeit oft zu dem Phänomen, dass jedes zweite Frame sehr viel länger berechnet wird als das vorherige. Dadurch kommt es zu einem ungleichmäßigen Spielfluss, der besonders bei relativ niedrigen Frameraten störend ist und auch oft als „Mikroruckler“ bezeichnet wird.[3] Durch diesen Umstand benötigen Karten im SLI-Modus (also auch Dual-GPU-Karten) in den betreffenden Spielen deutlich höhere Durchschnittsframeraten als eine einzelne Karte, um fürs Auge immer noch eine relativ ruckelfreie Darstellung zu gewährleisten.
SLI kennt folgende Betriebsmodi:
Im Kompatibilitätsmodus arbeitet nur eine Karte beziehungsweise ein Grafikchip, einen Leistungszuwachs gibt es daher nicht.
Folgende Grafikchips unterstützen SLI:
Man benötigt zwar noch Grafikkarten mit dem gleichen Grafikchip, jedoch nicht mehr des gleichen Herstellers (Ausnahme: Quadro-FX-Serie).
Zusätzlich gibt es Grafikkarten, die bereits mit zwei Grafikchips bestückt sind und somit bereits im SLI-Modus laufen.
So kann man auch mit nur einem Grafikkartenslot auf dem Mainboard ein Multi-GPU-System verwirklichen. Des Weiteren kann bei zwei Grafikkartenslots Quad-SLI verwirklicht werden. Am 6. Juni 2006 stellte NVIDIA die erste Multi-GPU Karte für den Mainstream-Markt vor. Sie war unter dem Namen 7950 GX2 bekannt und erhältlich. Die 2 am Ende des Namens weist auf die zwei 7900GT GPUs hin. Diese laufen jedoch drastisch unter dem Referenztakt einer einzelnen 7900GT Karte, da die zwei vorhandenen Kühlkörper für die sonst entstehende Abwärme zu klein dimensioniert wären. Im März 2008 stellte nVidia wieder eine Dual-GPU-Grafikkarte unter dem Namen Geforce 9800 GX2 vor. nVidia setzte dabei wieder auf das gleiche Designprinzip und verbaute die GPUs auf zwei miteinander verbundenen Platinen. Anstatt zwei Kühler verbaute man diesmal jedoch einen gemeinsamen Kühler, der sich zwischen den beiden Platinen befindet. Für die Luftzufuhr zum Lüfter wurden entsprechende Aussparungen in den Platinen realisiert.
Die Dual-GPU-Karte erzielt dank ihrer zwei GPUs eine höhere Leistung als bisherige Einzelkarten, da sie praktisch schon von Werk aus SLI besitzt. Allerdings ist auch der Stromverbrauch dementsprechend hoch und die Effizienz deutlich niedriger als bei einer Einzelkarte.
Wenn man jedoch zwei solcher Dual-GPU-Grafikkarten zusammenschaltet (Ausnahmen: Asus EN7800GT DUAL, Gigabyte Dual 6600GT), erhält man ein Vierfach-SLI-System (Quad-SLI). Allerdings bleibt der Leistungszuwachs eher enttäuschend, vor allem wenn man die hohen Kosten für so eine Konfiguration betrachtet. Jedoch gab es auf der CeBIT 2006 erste leistungsgewinnende, stabile Quad-SLI-Systeme zu sehen.
Neben der Möglichkeit, Quad-SLI mit zwei Dual-GPU-Grafikkarten zu realisieren, werden von Alienware Komplett-PCs und von diversen anderen Herstellern Hauptplatinen mit vier PCI-Express-x16-Slots angeboten, wodurch sich vier Grafikkarten mit jeweils einem Grafikchip zusammenschalten lassen.
Triple-SLI ermöglicht den Anschluss von drei nVidia GeForce Grafikkarten des gleichen Modells mit 3-Way-SLI-Unterstützung in einem System. Die ersten Chipsätze, die 3-way-SLI unterstützen, sind der nVIDIA nForce 680i SLI, nForce 780i SLI, nForce 780a SLI, der nForce 790i SLI sowie der nForce 790i Ultra SLI.
Folgende Grafikkarten unterstützen 3-way-SLI:
Mit Hybrid SLI ist es möglich bei einer Low-Cost Grafikkarte die GPU im Chipsatz hinzuzuschalten und diese dann im SLI-Modus zu betreiben. Dieses Feature wird von nVidia „GeForce Boost“ genannt. Zudem kann man die Chipsatz-GPU im 3D-Modus komplett abschalten (dies ist bei stärkeren Grafikkarten nötig, da sonst die Chipsatz-GPU die externe Grafikkarte ausbremsen würde) und nur die externe Grafikkarte rendern lassen. Im Windows-Betrieb wird dann wieder auf die Chipsatz-GPU umgeschaltet und die externe Grafikkarte deaktiviert. Dieses Feature nennt NVIDIA „HybridPower“. Erste Chipsätze, die Hybrid-SLI unterstützen, sind 730a, 750a SLI und 780a SLI für die AMD-Plattform. Leider muss aber die Grafikkarte, um von der HybridPower-Steuerung abgeschaltet werden zu können, einen SMBus aufweisen. Die ersten Grafikkarten, die HybridPower unterstützten, sind demnach die GeForce 9800 GX2 und Geforce 9800 GTX. GeForce Boost wird von den Low-Cost Grafikkarten der GeForce-8-Serie, Geforce-9-Serie und Nvidia-Geforce-9M-Serie unterstützt. Hybrid-SLI wird derzeit nur unter Windows Vista unterstützt.
Techniken: Alternate Frame Rendering | BitFluent Protocol | Crossfire | Multi-Rendering | MultiChrome | Scalable Link Interface | Scan Line Interleave
Betriebsmodi/Verfahren: Alternate Frame Rendering | Parallel Graphics Configuation | Scan Line Interleave | Split Frame Rendering | SuperTiling
Grafikprozessoren: NV1 | Riva | TNT | TNT2 | Vanta | Quadro
Geforce-Familie: Geforce 256 | Geforce 2 | Geforce 3 | Geforce 4 | Geforce FX | Geforce 6 | Geforce 7 | Geforce 8 | Geforce 9 | Geforce 200
Mobil und Ultramobil: Goforce | APX | Geforce Go | Geforce-M-Familie: Geforce 8M | Geforce 9M
Chipsätze: Nforce | Nforce2 | Nforce3 | Nforce4 | Nforce 500 | Nforce 600 | Nforce 700 | Nforce Professional
Sonstiges: SLI | TurboCache | PureVideo HD