| Sierra Entertainment | |
|---|---|
| Unternehmensform | Privat |
| Gründung | 1979 |
| Unternehmenssitz | Los Angeles, Kalifornien, USA |
| Unternehmensleitung |
Mark Tremblay, Präsident |
| Mitarbeiter | 510 |
| Produkte | |
| Website | www.sierra.com |
Sierra Entertainment (vor 1998 bekannt als Sierra On-Line) ist eine Computerspiele-Entwicklungs- und Vertriebsfirma, die seit 1979 aktiv ist. Sierra Entertainment ist heute eine eigenständige Tochtergesellschaft von Vivendi Universal.
Inhaltsverzeichnis |
Sierra wurde 1979 als On-Line Systems von Ken und Roberta Williams gegründet, die in ihrem eigenen Haus an der Entwicklung der Spiele arbeiteten. Ihr erstes Spiel war Mystery House, das weltweit erste grafische Adventure.
1982 änderte die Firma ihren Namen zu Sierra On-Line und zog nach Oakhurst, Kalifornien.
1984 entwickelte Sierra King's Quest, ursprünglich von IBM veröffentlicht, um die fortgeschrittene Technik des IBM PCjr zu demonstrieren. Der Erfolg dieses Spieles, das nach und nach auf andere Plattformen portiert wurde, war der Beginn einer der erfolgreichsten Sierra-Serien, und war der Auslöser, dass Sierra etliche Computerspiele auf der Basis des Quest-Themas entwickelte. In den folgenden Jahren war Sierra stets wegweisend für das Computerspiele-Design, und entwickelte einige große Kassenschlager, aber auch manche Misserfolge.
Mit dem Jahr 1990 begann Sierra andere Firmen aufzukaufen, unter anderem Dynamix (1990), Bright Star Technologies (1992), Coktel Vision (1993) und Impressions Games (1995). Weiterhin kaufte Sierra auch Green Thumb Software (1995), Arion Software (1995), Papyrus Design Group (1995), Berkeley Systems (1997), Books That Work (1997), PyroTechnix (1997) und Headgate (1997). Auch erworben wurden 1995 die Rechte an Print Artist, einem Publishing-Programm, das es Anwendern erlaubt, Drucke von hochauflösenden Bildern herzustellen.
1991 startete Sierra einen Online-Dienst namens The Sierra Network. Noch vor dem WWW gestartet, war es vergleichbar mit Anbietern wie CompuServe oder Prodigy, nur dass seine Oberfläche komplett grafisch realisiert war. Thematisch handelte es sich dabei um eine Mischung aus Königreich und einem Vergnügungspark, in dem Anwender verschiedene „Landschaften“ besuchen konnten und dort in auf Bulletin Boards posten, E-Mails verschicken oder Spiele spielen konnten. Es wurde in ImagiNation Network umbenannt und 1994 an AT&T verkauft, die es wiederum 1996 an AOL verkauften.
1994 wurde das Hauptquartier von Sierra nach Bellevue, Washington, verlegt, um mehr talentierte Mitarbeiter anzulocken.
Im Juli 1996 wurde die Firma an CUC International verkauft; Ken Williams verließ Sierra ein Jahr später. Im Dezember 1997 wurde CUC mit HFS Incorporated zu Cendant Software zusammengeschlossen. Nach dem Bekanntwerden von „Unregelmäßigkeiten“ in der Finanzführung von Cendant Software (in einem Umfang von mehr als 300 Millionen US-Dollar) im April 1998 wurde Sierra weiterverkauft an den französischen Publisher Havas, und von dort aus an Vivendi.
1998 wurde die Firma in fünf abgetrennte Abteilungen zerlegt:
Sierras Büros in Oakhurst wurden 1998 in Yosemite Entertainment umbenannt.
Am 22. Februar 1999 führte eine interne Entscheidung von Sierra dazu, dass viele Entwicklungsstudios geschlossen wurden, wobei die überraschendste Schließung die von Yosemite Entertainment war. Dieser Tag, an dem Sierra eine umfassende Neuorganisierung der Firma ankündigte, wird von Sierra-Fans als „Schwarzer Montag“ bezeichnet. Weitere Studios, die geschlossen wurden, waren PyroTechnix, Books That Work und Synergistic; insgesamt verloren 135 Mitarbeiter durch die Schließungen ihren Arbeitsplatz.
Ein weiteres Mal wurde die Firma 1999 neu organisiert, dieses Mal in eine Abteilung für die Entwicklung der „Hauptspiele“ (Sierra Studios), eine Abteilung für Sport-Spiele (Sierra Attractions) und Unterhaltungssoftware (Sierra Home). 105 weitere Angestellte verloren ihren Arbeitsplatz im Zuge dieser Neuorganisierung. Zu dieser Zeit änderte die Firma auch ihre Prioritäten von der Computerspiele-Entwicklung auf die Veröffentlichung von Spielen unabhängiger Entwickler.
2002 wurde die Firma in Sierra Entertainment umbenannt.
Im Juni 2004 reorganisierte Vivendi die Vivendi Universal Spiele-Gruppe, verteilte die noch vorhandenen Projekte von Sierra an andere Abteilungen und schloss im August desselben Jahres die Büros von Sierra in Bellevue. Sierra war ab dann eine Tochterfirma der Vivendi Universal.
Eine unabhängige Entwickler-Gruppe namens AGD Interactive hat inzwischen einige der klassischen Sierra-Adventures der 1980er und 1990er Jahre neu aufgelegt.