| Dieser Artikel oder Abschnitt besteht hauptsächlich aus Listen, an deren Stelle besser Fließtext stehen sollte. |
Das Singleton (auch Einzelstück genannt) ist ein in der Softwareentwicklung eingesetztes Entwurfsmuster und gehört zur Kategorie der Erzeugungsmuster (engl. Creational Patterns). Es verhindert, dass von einer Klasse mehr als ein Objekt erzeugt werden kann. Dieses Einzelstück ist darüber hinaus üblicherweise global verfügbar. Das Muster ist eines der von der so genannten Viererbande (GoF) publizierten Muster.
Das Einzelstück findet Verwendung, wenn
Anwendungsbeispiele sind:
| Singleton |
|---|
| – instance : Singleton |
| – Singleton() |
| + getInstance() : Singleton |
Das Einzelstück (Singleton)
In Klammern stehen die Bezeichnungen aus obiger Abbildung.
Wegen der vielen Nachteile wird das Singleton-Muster (und auch das Idiom Double-checked Locking) mitunter schon als Anti-Pattern bewertet. Für Fälle, wo tatsächlich technisch ein passender Bereich für ein Singleton existiert (z. B. wenn nur ein einziges GUI von einem Programm ausgesteuert wird) sind Singletons aber sinnvoll – insbesondere wenn sie sich auf andere „einmalige Strukturen“ wie z. B. eine Abstract Factory beziehen. Trotzdem: Das korrekte Design von Singletons ist schwierig – in der Regel schwieriger als Designs ohne Singletons.
In der Analyse wird ein (fachliches) Singleton in der Regel dadurch gekennzeichnet, dass die Multiplizität der Klasse als 1 definiert wird. Wie auch im Design muss der Bereich der Multiplizität hinterfragt werden: Gibt es tatsächlich nur „eine Zentralstelle für …“, oder können z. B. in länderübergreifenden Systemen sehr wohl mehrere Objekte einer Sorte existieren?
Von Lazy Creation spricht man, wenn das einzige Objekt der Klasse erst erzeugt wird, wenn es benötigt wird. Ziel ist, dass der Speicherbedarf und die Rechenzeit für die Instanziierung des Objektes nur dann aufgewendet werden, wenn das Objekt wirklich benötigt wird. Hierzu wird der Konstruktor ausschließlich beim ersten Aufruf der Funktion getInstance() aufgerufen.
Die Erstellung des einmalig existierenden Objekts wird folgendermaßen erreicht:
static“). Sie ist außerdem synchronisiert um die Sicherheit bei nebenläufiger Ausführung zu gewährleisten. Eine alternative Implementierung, die ohne Synchronisierung auskommt, ist unten unter Eager Creation gezeigt. In Java wird auch dabei das Objekt erst erzeugt wenn es gebraucht wird.public final class Singleton { /** * Privates Klassenattribut, * wird beim erstmaligen Gebrauch (nicht beim Laden) der Klasse erzeugt */ private static Singleton instance; /** Konstruktor ist privat, darf nicht von außen instanziiert werden. */ private Singleton() {} /** * Statische Methode "getInstance()" liefert die einzige Instanz der Klasse zurück. * Ist synchronisiert und somit thread-sicher. */ public synchronized static Singleton getInstance() { if (instance == null) { instance = new Singleton(); } return instance; } }
Nachteil dieser Variante ist, dass auch nach der Instanziierung jeder Lesezugriff über getInstance(); synchronisiert ist und so mehrere gleichzeitig zugreifende Threads sich gegenseitig blockieren. In Java gibt es hierfür keinen Workaround.
Wenn keine konkreten Gründe dagegen sprechen, ist daher in Java die wesentlich einfachere und effiziente Eager Creation (siehe unten) vorzuziehen.
// Nur zur Veranschaulichung - bitte nicht verwenden! sealed class Singleton { private Singleton() { } private static Singleton instance=null; public static Singleton getInstance() { if(instance==null) instance=new Singleton(); return instance; } } // Zugriff über Singleton s=Singleton.getInstance();
sealed class Singleton { private Singleton() { } private static volatile Singleton instance=null; public static Singleton getInstance() { // DoubleLock if(instance==null) lock(m_lock) { if(instance==null) instance=new Singleton(); } return instance; } // Hilfsfeld für eine sichere Threadsynchronisierung private static object m_lock = new object(); } // Zugriff über Singleton s=Singleton.getInstance();
Hinweise zum Code:
Falls es keine konkreten Einwände gibt, dass das Singleton-Objekt auch schon etwas früher instanziiert werden darf, ist der unter #Eager Creation beschriebene Code einfacher und schneller und daher in C# vorzuziehen.
Vorsicht: Die beiden folgenden Implementierungen sind nicht korrekt, da mehr als nur eine Instanz erstellt werden kann, sofern mehrere Threads gleichzeitig getInstance() aufrufen. Sie dienen nur als Beispiel und sollten in dieser Form ohne Locking nicht in großen Projekten verwendet werden.
Erste Methode: hat den Vorteil, dass bei Programmende das Objekt automatisch zerstört wird (und der Destruktor aufgerufen wird). Darüber, wann das passiert, hat man aber keine Kontrolle.
class Singleton { private: //Konstruktor private, damit man sich keine Instanzen holen kann. Singleton(); //Den Kopierkonstruktor schützen um zu vermeiden, dass das Objekt unbeabsichtigt kopiert wird. Singleton(const Singleton& cc); public: ~Singleton(); static Singleton* getInstance(); }; Singleton* Singleton::getInstance() { static Singleton instance; return &instance; };
Zweite Methode: Vorteil dieser ist, dass man bei Erzeugung des Objektes ein spezialisiertes Objekt erzeugen kann, man hat also Polymorphie. Außerdem hat man durch Hinzufügen einer statischen Destroy()-Funktion volle Kontrolle darüber, wann das Singleton wieder zerstört wird.
class Singleton { private: //Ein Pointer zum Speichern der Instanz static Singleton* instance; //Konstruktor private, damit man sich keine Instanzen holen kann. Singleton(); //Den Kopierkonstruktor schützen um zu vermeiden, dass das Objekt unbeabsichtigt kopiert wird. Singleton(const Singleton& cc); ~Singleton(); public: static Singleton* getInstance(); static void Destroy(); }; Singleton* Singleton::instance = 0; Singleton* Singleton::getInstance() { if( !instance ) instance = new Singleton(); return instance; } void Singleton::Destroy() { // static delete instance; instance = 0; }
Dritte Methode: Bietet eine Basisklasse um auf einfachste Weise eine Klasse als Singleton auszuweisen.
template <class T_DERIVED> class CSingleton { public: static T_DERIVED& GetInstance() { static T_DERIVED oInstance ; return oInstance ; } protected: CSingleton(){} private: CSingleton( const CSingleton& ) ; CSingleton& operator=( const CSingleton& ) ; } ; // Verwendung class CMySingleton : public CSingleton< CMySingleton > { friend class CSingleton< CMySingleton >; private: CMySingleton(){} //... };
class SingletonClass { private static var _instance:SingletonClass; private function SingletonClass() { } /**/ public static function getInstance():SingletonClass { if(!_instance) _instance = new SingeltonClass(); return _instance; } /**/ public function doSomething() { } } /* @use: import SingletonClass; SingletonClass.getInstance().doSomething(); */
Leider gibt es in AS3 nicht die Möglichkeit den Konstruktor privat zu setzten, deshalb muss die private Klasse SingletonEnforcer sicherstellen, dass der Konstruktor nur von innerhalb der Singletonklasse aufgerufen werden kann.
package { public class Singleton { private static var _instance:Singleton = new Singleton(); public function Singleton(se:SingletonEnforcer) { // tu nichts } public static function get instance():Singleton { return _instance; } public function yourMethode() { } } } class SingletonEnforcer {}
<?php class Singleton { // Anlegen der Instanz private static $instance = NULL; //Konstruktor private, damit die Klasse nur aus sich selbst heraus instanziiert werden kann. private function __construct() {} // Diese statische Methode gibt die Instanz zurueck. public static function getInstance() { if (self::$instance === NULL) { self::$instance = new self; } return self::$instance; } // Klonen per 'clone()' von außen verbieten. private function __clone() {} } $singleton = Singleton::getInstance(); ?>
class Singleton(object): def __new__(type, *args): # Falls es noch keine Instanz dieser Klasse gibt, wird eine erstellt und in _the_instance abgelegt. # Diese wird dann jedes mal zurückgegeben. if not '_the_instance' in type.__dict__: type._the_instance = object.__new__(type) return type._the_instance def __init__(self): if not '_ready' in dir(self): # Der Konstruktor wird bei jeder Instanziierung aufgerufen. # Einmalige Dinge wie z. B. die Initialisierung von Klassenvariablen müssen also in diesen Block. self._ready = True
Die Methode instance gibt $instance zurück, bzw. initialisiert es vorher noch, wenn dies noch nicht geschehen ist.
package My::Singleton; use strict; use warnings; my $instance; sub instance() { return $instance or $instance = bless {}; } 42;
Dies kann dann mit dem folgenden Code genutzt werden:
use My::Singleton; my $eins = My::Singleton->instance; # eine neue Instanz my $zwei = My::Singleton->instance; # die gleiche Instanz
Etwas erweiterte Funktionalität bietet das CPAN-Modul Class::Singleton.
Zwar ist auch das oben in Java gezeigte Beispiel sicher bezüglich Nebenläufigkeit, weil die zentrale Methode getInstance mit dem Schlüsselwort synchronized markiert ist. Eine einfachere Alternative dazu stellt jedoch die Möglichkeit dar, das Einzelstück bereits während der Initialisierung der Klasse zu erzeugen, die Zugriffsmethode muss es dann nur noch zurückgeben. Daher muss sie nicht synchronisiert werden, was den Zugriff etwas beschleunigt. Dieses Verfahren ist auch als eager creation (deutsch „begierige Erzeugung“) bekannt.
In Java ist diese Implementierung dem Lazy Creation Ansatz vorzuziehen. Die Initialisierung findet durch das späte Initialisieren der Klasse erst statt, wenn die Klasse Singleton referenziert wird.[1] Da der Zugriff nur via getInstance() erfolgt, ist dies auch der spätest mögliche Zeitpunkt und entspricht somit der Lazy Evaluation ohne den Synchronisierungs-Overhead.
public final class Singleton { /** Privates Klassenattribut, einzige Instanz der Klasse wird erzeugt. */ private static final Singleton INSTANCE = new Singleton(); /** Konstruktor ist privat, darf nicht von außen instanziiert werden. */ private Singleton() {} /** Statische Methode "getInstance()" liefert die einzige Instanz der Klasse zurück. */ public static Singleton getInstance() { return INSTANCE; } }
Eine Alternative, welche die Instanz erst beim ersten Aufruf von getInstance() erzeugt, ist unter dem Namen initialization on demand holder idiom bekannt. Dabei wird die Instanz in einer inneren Klasse Holder erzeugt, welche erst beim ersten Aufruf von getInstance() geladen wird, und nicht schon beim Laden der Klasse Singleton:
public final class Singleton { /** Private Klasse, einzige Instanz von Singleton wird beim Laden von Holder erzeugt. */ private static class Holder { private static final Singleton INSTANCE = new Singleton(); } /** Konstruktor ist privat, darf nicht von außen instanziiert werden. */ private Singleton() {} /** Statische Methode "getInstance()" liefert die einzige Instanz der Klasse zurück. */ public static Singleton getInstance() { return Holder.INSTANCE; } }
Hierdurch können andere statische Methoden von Singleton gerufen oder in dieser definierte Konstanten referenziert werden, ohne INSTANCE bereits zu erzeugen.
Eine threadsichere Methode entnommen aus dem MSDN-Mag[2].
using System ; sealed class Singleton { private Singleton() { /* ...hier optional Initialisierungscode... */ } public static readonly Singleton Instance = new Singleton() ; } // Zugriff über Singleton s = Singleton.Instance ;
Das Singleton-Prinzip wird bei C# durch 2 Maßnahmen erreicht:
Das Schlüsselwort sealed teilt dem Compiler mit, dass die Klasse nicht abgeleitet werden darf. Durch den privaten Konstruktor könnten Ableitungen ohnehin nicht instanziiert werden, aber durch sealed kann der Compiler einige Optimierungen anwenden.
Wichtig: Der Konstruktor wird von der CLR nicht automatisch beim Programmstart aufgerufen. Erst beim ersten Zugriff auf eine Klasse werden alle statischen Member der Klasse initialisiert – in diesem Fall die Instanziierung des einen Objektes. Wenn also nie auf diese Klasse zugegriffen wird, wird der Konstruktor auch niemals ausgeführt – und das Objekt wird nie erstellt. Dieser Effekt tritt auch dann noch ein, wenn die Klasse selbst als statisch deklariert wird.
Möchte man sicher gehen, dass das Singleton-Objekt beim Programmstart erstellt wird, so muss man einen beliebigen Zugriff in das Hauptprogramm ("public static void Main() { }") einbauen.
Mit dieser Implementierung muss das Singleton nur einmal implementiert werden. Auf seiner Basis können dann leicht mehrere verschiedene Singletons erzeugt werden:
public class Singleton<T> where T : new() { public static readonly T Instance=new T(); }
Ein konkreter Singleton würde dann in etwa so aussehen:
class MeinSingleton : Singleton<MeinSingleton> { }
Der Zugriff erfolgt hier über:
MeinSingleton.Instance
Hier wird $instance bereits bei der Initialisierung von Singleton angelegt. Durch das :shared wird das Beispiel außerdem thead-safe.
package Singleton; use strict; use warnings; my $instance :shared = bless {}; sub instance() { return $instance; } 42;
Unter Python gibt es auch mehrere Ansätze für das Singleton-Entwurfsmuster, allerdings wird hier allgemein eher das Borg-Pattern angewendet:
class Borg(object): _shared = {} def __new__(cls,*args,**kwargs): inst = object.__new__(cls) inst.__dict__ = cls._shared return inst
Im Gegensatz zum Singleton können mehrere Instanzen erstellt werden, allerdings teilen sich alle Instanzen der Borg-Klasse ihre Attribute.
Der Name Borg stammt aus einem Posting von Alex Martelli im ASPN und bezieht sich auf Star Trek.[3]
Die Eigenschaften des Einzelstückes treffen für viele Klassen der anderen Muster zu, so dass diese dann als Einzelstücke ausgeführt werden.
Zum Beispiel sind abstrakte Fabriken, Erbauer oder Prototypen oft auch Einzelstücke.
Erzeugungsmuster: Abstrakte Fabrik | Singleton | Builder | Fabrikmethode | Prototyp
Strukturmuster: Adapter | Brücke | Decorator | Facade | Flyweight | Kompositum | Stellvertreter
Verhaltensmuster: Observer | Visitor | Interpreter | Iterator | Kommando | Memento | Schablonenmethode | Strategie | Vermittler | Zustand | Zuständigkeitskette
(Klassenmuster sind kursiv dargestellt)