Soziale Netzwerke im Sinne der Informatik sind Netzgemeinschaften bzw. Dienste, die Netzgemeinschaften beherbergen.
Für andere Bedeutungen siehe Soziales Netzwerk (Begriffsklärung).
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Soziale Netzwerke stehen umgangssprachlich für eine Form von Netzgemeinschaften, welche technisch durch Web 2.0 Anwendungen bzw. Portale beherbergt werden. Im Englischen existiert der präzisere Begriff des social network service. Die deutschen Begriffe "Gemeinschaftsportal" bzw. "Online-Kontaktnetzwerk" sind eher weniger gebräuchlich.
Die Webportale bieten ihren Nutzern üblicherweise folgende Funktionen an: [1]
Es sind Funktionen, die sich auch in CSCW Anwendungen finden, allerdings hier für potentiell sehr grosse Nutzergruppen (weltweit, landesweit, regional, stadtweit) ausgelegt.
Einige Soziale Netzwerke treten als Anwendungsplattform auf.
Entwickler können die Portalseiten um eigene Anwendungen ergänzen, deren Benutzerschnittstellen in der Regel innerhalb der Portalseiten eingebettet werden.
Dazu werden den Entwicklern geeignete Programmierschnittstellen und Entwicklungsumgebungen zur Verfügung gestellt.
Beispiele sind:
Auf grösserer Ebene, z. B. zwischen Portalen, findet die Föderation durch B2B APIs statt.
Unter anderem erforschen Ethnologie, Sozialpsychologie, Kommunikationswissenschaft, Computerphysik und Spieltheorie soziale Netzwerke. Dabei spielt z. B. Multiplexität, Netzwerkdichte u.v.a.m. eine Rolle. Die dort entwickelten Verfahren lassen sich auch zur webometrischen Untersuchung des Internets einsetzen.
Es zeigt sich, dass Soziale Netzwerke von ihrer Struktur oft Kleine-Welt-Netzwerke bilden, in denen die maximale Distanz zwischen einzelnen Einheiten überraschend gering ist („six degrees of separation“).
Die meisten Sozialen Netzwerke finanzieren sich über Anzeigenerlöse, zum Teil auch durch Mitgliedsbeiträge.
Da die Dienstbetreiber Zugriff auf den sozialen Graphen der beherbergten Netzgemeinschaft haben, also wissen, welches Mitglied mit welchen anderen Mitgliedern in Relation steht, verfügen diese über eine kommerziell sehr interessante Informationsbasis, z. B. für Zielgruppen-gerichtete Werbung.
Die Briten nutzen in Europa mit 9,6 Millionen am meisten die für das Web 2.0 typischen Social-Networking-Websites. Bis 2012 werden nach einer Schätzung des Informationsanbieters Datamonitor mit über 27 Millionen fast die Hälfte der Briten Dienste wie z. B. Facebook oder MySpace in Anspruch nehmen. Dass die Briten bislang vorn liegen, führt Datamonitor auch darauf zurück, dass die Angebote in der Regel mit englischen Versionen gestartet sind. Die Menschen begrüßen es laut Datamonitor offenbar besonders, von zu Hause aus Kontakte knüpfen und Beziehungen aufrecht erhalten zu können. Zwar stünden hinter den wachsenden Nutzungszahlen vor allem jüngeren Leute, aber auch viele ältere Nutzer kämen künftig hinzu.
Die Franzosen stellen mit 8,9 Millionen die zweitgrößte Nutzergruppe der Social-Networking-Angebote, die Deutschen folgen demnach mit 8,6 Millionen im April 2008 auf Platz drei. Die Studie prognostiziert in Deutschland bis zum Jahr 2012 21,7 Millionen Nutzer. Das an vierter Stelle stehende Spanien wies im Frühjahr 2008 lediglich 2,9 Millionen Nutzer auf. 41,7 Millionen Europäer insgesamt seien bei Social-Networking-Websites registriert, in vier Jahren sollen es laut Datamonitor 107 Millionen sein.[5]
Zu einem das Sprachproblem hervorhebenden Ergebnis kommt auch die zweite weltweite vom Community-Betreiber Habbo erstellte Studie zur Markenanaffinität von Jugendlichen. Das bemerkenswerte Ergebnis: 40 Prozent der rund 60.000 befragten Teens aus 31 Ländern sehen Social Networks nicht als wichtigen Teil ihrer Onlineaktivitäten an. Dem Global Habbo Youth Survey zufolge ist eine der Hauptursachen hierfür, dass sich viele der Communitys an der englischen Sprache orientieren.[6]
Interessant ist auch, dass eigentlich etablierte Social Networks wie Facebook oder LinkedIn, Probleme haben, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen - so unterstützten etwa die Samwer-Brüder den Einstieg von Facebook in Deutschland im Jahr 2007, konnten aber keinen durchschlagenden Erfolg verzeichnen.
Kritik an den Diensten richtet sich in erster Linie auf:
Man kann festhalten, dass diese Probleme bereits vor Einführung der Sozialen Netzwerke bestanden, so hat z. B. Microsoft Newsgroups und Mailinglisten unter sozialen Gesichtspunkten ausgewertet und man konnte sich auch schon immer durch unbedachte Veröffentlichung im Internet Nachteile einhandeln.
Allerdings wurde noch nie zuvor derart explizit kategorisiert persönliche Information von Nutzern abgefragt und veröffentlicht, so dass die maschinelle Analyse enorm vereinfacht wurde und damit eine Verschärfung der o. g. Problematiken zu konstantieren ist.
So wird z. B. in den USA die auf Sozialen Netzwerken verfügbare Information regelmässig bei polizeilichen Ermittlungen herangezogen. [8]
Betrachtet man die Sozialen Netzwerke in ihrer Rolle als Anwendungsplattform, so stand hier bisher die Entwicklung von Funktionalität im Vordergrund. Inzwischen beginnt man, sich auch mit Sicherheitsaspekten der Anwendungen dort zu beschäftigen.[9]
Im Juli 2005 wurde MySpace für 580 Millionen US Dollar von der News Corporation gekauft.
Im Oktober 2007 kündigte Google die OpenSocial-Initiative an. Dadurch wurde es möglich, Inhalte verschiedener Sozialer Netzwerke durch eine einheitliche Methode zusammenzuführen.
Microsoft kaufte am 25. Oktober 2007 einen Anteil von 1,6 Prozent an Facebook und bezahlte dafür 240 Millionen US Dollar. Durch diese Transaktion wurde Facebook auf dem Papier auf einmal 15 Milliarden US Dollar wert. Vorher wurde ein ähnliches Angebot seitens Google abgelehnt und ein Betrag von einer Milliarde US Dollar, den Yahoo! bezahlen wollte, um Facebook zu übernehmen, nicht angenommen.
Im März 2008 hat AOL, die Internettochter des amerikanischen Medienkonzerns Time Warner, das Soziale Netzwerk Bebo für 850 Millionen US Dollar (ca. 545 Millionen Euro) gekauft. Bebo wurde 2005 gegründet, hatte zur Zeit der Übernahme nach eigener Aussage etwa 40 Millionen Nutzer und ist vor allem in Grossbritannien populär.
Im August 2008 vermeldete Facebook seinen 100-millionsten Nutzer.[10]
Beispiele für Soziale Netzwerke im Sinne eines Dienstes bzw. einer Plattform sind:
Die Dienste fokussieren sich durchaus auf verschiedenartige Netzgemeinschaften, z. B. Studenten, Schüler, Berufstätige, Mitglieder einer Region oder Stadt.