Mit (Re-)Spawnen (vom englischen to spawn: hervorbringen) wird der (Wieder-)Einstieg einer Spielfigur oder eines Nicht-Spieler-Charakter und, wenn auch seltener, das (Wieder-)Erscheinen von Gegenständen an bestimmten oder zufälligen Punkten in einem Level eines Computerspiels bezeichnet. Es findet häufig in multiplayerfähigen Online-Spielen Anwendung.
In Ego-Shootern (vor allem in deren Mehrspielermodus) wird der Einstieg in ein Level spawnen genannt. Hierbei materialisiert sich der Spieler in der virtuellen Umgebung, um dann am Spielgeschehen teilzunehmen. Handelt es sich um ein Mannschaftsspiel, gibt es dabei im Normalfall für jedes Team bestimmte, fixe Startpunkte, die Spawnpunkte genannt werden.
Als respawnen wird der Wiedereinstieg nach einem Tod in einer bereits laufenden Runde bezeichnet. In klassischen Egoshootern mit hohem Spieltempo wie beispielsweise in der Quake- oder Unreal-Serie ist es üblich, dass die Spieler sofort oder kurze Zeit nach ihrem Tod wieder respawnen, um wieder am Spiel teilzunehmen. Vorher aufgesammelte Waffen und Munition gehen nach einem Respawn (beziehungsweise beim Tod der Spielfigur) verloren und die Lebensenergie wird wieder auf den Standardwert heraufgesetzt. Im Deathmatch-Modus ist die Zahl der Respawns unbeschränkt, im Modus Last Man Standing auf eine bestimmte Anzahl festgelegt. Bei anderen Spielen hingegen spawnt man nur einmal pro Spielrunde (typisches Beispiel: Counter-Strike).
Die Respawnzeit bezeichnet die Zeit, die man warten muss, um wieder spawnen zu können nachdem man gestorben ist. Je nach Spiel und Spielmodus kann diese Zeit verschieden eingestellt werden. Bei Shootern und Modi, die keine (oder nur eine sehr kurze) Spawnzeit haben, steigt man ein, sobald man die Feuertaste drückt. Insbesondere im Deathmatch ist unter anderem so genanntes Force-Respawn sehr verbreitet, bei dem ein sofortiges Wiedereinsteigen erzwungen wird.
Bei einigen Spielmodi kann man den Spawnpunkt auswählen, was ein zusätzliches taktisches Element sein kann. In der Battlefield-Reihe zum Beispiel hängen die Spawnpunkte mit den zu erobernden/zu verteidigenden Flaggen zusammen. So kann das Team, je nach taktischer Situation, aus mehr oder weniger Spawnpunkten wählen.
In manchen Spielen kann der Vorgang des Spawnens missbraucht werden, indem nahe der Spawnpunkte auf erscheinende Gegner gewartet wird, um diese beim Spawnen zu überrumpeln. Dieses Vorgehen nennt man spawncampen. Es wird allgemein als unsportliches Verhalten angesehen, denn der spawnende Gegner befindet sich in einer deutlich schwächeren Lage: er ist unvorbereitet, kann die örtliche Situation vor dem Spawn nicht einsehen und ist (in vielen Spielen) nur minimal mit einer Startwaffe ausgerüstet. In vielen Spielen wird deshalb das Spawncamping dadurch erschwert, dass die Spawnpunkte weit auseinander liegen und vom Programm zufällig angewählt werden.
Mit Spawnen ist in MMORPGs häufig das zufällige Erscheinen von Mobs gemeint. Dabei werden die von den Spielercharakteren (SC) getöteten Monster in das Spiel zurückgebracht, so dass ein Ausbleiben von Monstern verhindert wird. Dies geschieht in den meisten Fällen durch ein einfaches Erscheinen im jeweiligen Gebiet.
Der Begriff wird allerdings auch bei dem Tod eines SC benutzt. Im Gegensatz zum sogenannten "Rezzen" (von engl. resurrection = "Wiederbelebung") wird in diesem Fall ein toter SC nicht an Ort und Stelle wiederbelebt, sondern an einen "Spawnpunkt" teleportiert. Dieser ist in den meisten Fällen eine zentrale Stadt oder ein Friedhof, in manchen Spielen auch ein Wiederbelebungsschrein.
So werden in World Of Warcraft in regelmäßigen Abständen getötete Monster neu erzeugt. Im Falle eines Todes des SC muss der Spieler dann mit seinem Geist von einem nahegelegenen Friedhof zum Ort des Ablebens zurückkehren um seine dort liegenden Überreste abzuholen und somit negativen Auswirkungen des Todes zu mildern. Alternativ kann der Spieler sich an dem Friedhof von einem Geistheiler wiederbeleben lassen, dies ist jedoch mit einem Schaden auf Rüstungen verbunden.
Als weiteres Beispiel sei Guild Wars genannt, in dem der SC einen sogenannten "Sterbemalus" im Falle seines Todes erleidet. Pro Ableben werden hierbei 15% der Attribute, Energie und Lebenspunkte abgezogen, allerdings nur bis zu einem Maximum von 60%. Dieser Malus kann nur durch das Besiegen von speziellen Gegnern mit besonderer Aura (Bossen), dem Abschließen eines Quests oder dem Wiedereintreten in einen Außenposten behoben werden. Allerdings spawnen in Guild Wars dank der Instanzierung keine Mobs neu, diese werden erst bei einem erneuten Betreten des Gebiets wiederbelebt.
Im Beispiel von RuneScape verliert der Spieler all sein Hab und Gut, welches er bei sich trug, als er getötet wurde, außer den drei wertvollsten Gegenständen.