Telefonkarten, wie man sie heute in Deutschland kennt, gibt es seit 1983.
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Am 5. November 1883 wurden zuerst in München, später in einigen anderen Orten Bayerns nummerierte Billets (Telephon-Billets, Fernsprech-Scheine) "zur Benützung einer öffentlichen Telephonstation auf die Dauer von 5 Minuten" ausgegeben. In den vier Ecken befindet sich die Wertangabe (10, 25, 50 Pfennig bzw. 1 Mark), am Kopf der Ortsname über der Bezeichnung "Telephon-Anlage". Diese Fernsprechscheine wurden 1908 außer Kurs gesetzt.
Telefonkarten der Deutschen Telekom kann man in Deutschland bei der Post, bei der Telekom oder in Kiosken und Supermärkten kaufen. Es gibt Karten mit verschiedenem Wert. In der Regel entspricht der Kaufpreis dem Guthaben. Telefoniert man an einem öffentlichen Telefon, wird der auf der Karte gespeicherte Betrag gelesen und das verbrauchte Guthaben abgezogen. Wenn die Karte leer ist, kann man nicht mehr telefonieren. Erste Versionen konnten manipuliert werden, um kostenlos zu telefonieren (siehe auch Phreaking).
Die Telefonkarten werden von verschiedenen Herstellern produziert.
Im Juni 1983 fanden die ersten Feldversuche mit vorausbezahlten Telefonkarten für öffentliche Telefone statt. Testgebiete waren:
Am 16. Dezember 1986 wurde der Betriebsversuch für öffentliche Kartentelefone mit Chipkarte (eigentlich Modulkarte) eröffnet.
Getestet wurden Hologrammkarten, Chipkarten, Magnetkarten und Lochkarten. Die Entscheidung fiel 1986: Das im Gebiet Bonn und Aachen getestete Chipkartensystem wurde bundesweit eingeführt. Grund war dessen überlegene Fälschungssicherheit.
Der Siegeszug der Telefonkarte begann. Nach 1,5 Millionen verkauften Karten im Jahr 1986 wurden im zweiten Jahr schon sechs Millionen der 46,2 Quadratzentimeter großen (85,5 mm breit und 54 mm hoch) und 4,5 Gramm schweren Plastikkarten verkauft. Im November 1998 wurde denn die 500-millionste Telefonkarte verkauft.
Schnell entdeckten auch Sammler die Telefonkarte. Neben verschiedensten Motiven gab es auch Exemplare der Collectors-Serie aus Papier, Metall, Glas oder Holz. All diese Karten sind voll funktionsfähig und unter Sammlern sehr begehrt. Der eigentliche Sammlermarkt ist aber schon seit Mitte der 1990er Jahren zusammengebrochen, nicht zuletzt wegen der Überschwemmung des Marktes mit Neuemissionen. Sehr viele Sammler haben hohe Wertverluste erlitten.
Die Telekom hat die ausgegebenen Telefonkarten in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die Kennzeichnung befindet sich am Kartenrand, gefolgt vom Datum (Monat.Jahr) und der Auflagenmenge:
Telefonkarten mit Abonnementsbezug konnten über den Versandservice der Deutschen Bundespost/Telekom von 1990 bis 2003 bezogen werden und waren Nachfolger der eingestellten W-Kartenserie. Auf den Karten wurde nur für die Telekom oder für die Telekom gesponserte Unternehmungen oder Veranstaltungen geworben. Die A-Karten wurden bis 1995 mit einem Preisaufschlag abgegeben, der bis 1992 10 DM, bis 1994 4 DM und 1995 2 DM betrug. Ab 1996 wurde kein Aufpreis mehr verlangt. Die letzte Karte dieser Serie erschien im August 2003. Insgesamt gab es 548 verschieden A-Karten.
Kontaktkarten der Deutschen Telekom ähnlich der A-Karten. Auf den AD-Karten von 1996 bis 1999 ist keine Auflagenhöhe angegeben, da die Produktionsmenge aus der Nachfrage resultierte. Insgesamt gab es in dieser Serie nur fünf Karten. Als Nachfolger gelten die KD-Karten.
Benefiztelefonkarten wurden 1992 und 1993 mit einem Zuschlag von 3 DM für einen guten Zweck, an die Sporthilfe, Wohlfahrtspflege, Umweltschutz und Unicef ausgegeben. Insgesamt sind sechs Karten erschienen.
Collector-Karten von 2000 bis 2003 zeichneten sich durch die Verwendung von besonderem Kartenmaterialien und sonstiger Kuriositäten aus. Die Karten konnten nur im Abo zu 25 DM bzw. 12,50 EUR bezogen werden. Insgesamt sind 12 Karten erschienen, darunter unter anderem eine aus Holz, Glas, Papier, Aluminium, durchsichtigen Kunststoff mit Flitter, aufgeklebter Samt, CD, echtem Leder usw.
Editionsausgaben der Deutschen Postreklame von 1991 bis 2003. Die Motive bezogen sich immer auf die Geschichte der Post. Die Auflage lag bei jeweils 30.000 Stück. Eine Jahresedition bestand aus vier Karten in einer Präsentationspackung. Insgesamt sind 52 verschiedene Exemplare erschienen.
Telefonkarten mit Kundenwerbung (kein Schalterverkauf). Die Verteilung erfolgt über die werbenden Firmen und Verkauf durch den Sammler-Service der Deutschen Postreklame GmbH, hierfür wurden meist 2.000 Karten mehr produziert. Diese Serie wurde im Jahre 2000 eingestellt.
Lösten im Jahr 2000 die eingestellte AD-Serie ab. Kunden-Danke-Karten waren als Werbegeschenke gedacht und wurden in individuell gestaltbaren Verpackungen vertrieben. Auf der Serie ist keine Auflagenhöhe angebracht Die Serie wurde bereits zwei Jahre später mit 16 Karten eingestellt.
Merchandising-Karten wurden von 2000 bis 2003 zusammen mit ("exklusiven, sammelwürdigen") Produkten durch deren Hersteller vermarktet. Es erschienen 36 Karten.
Wie K-Karten, jedoch ohne Verkauf durch den Sammler-Service der Postreklame.
Telefonkarten mit Eigenwerbung der Post. Zu Anfang lagen die Auflagen noch im Bereich zwischen 5.000 und 50.000 Stück. Mitte der 1990er Jahre betrug die Mindestauflage 500.000. P-Karten sind am Postschalter zum regulären Abgabepreis erhältlich und können auch über den Sammler-Service bezogen werden.
Gibt es seit 1992. Es handelt sich um P-Karten mit Dauermotiven, die in einer Auflage von mindestens 500.000 Stück erscheinen und während des Jahres nach Bedarf nachproduziert werden. PD-Karten sind am Postschalter zum regulären Abgabepreis erhältlich und können auch über den Sammler-Service bezogen werden.
Telefonkarten mit Fremdwerbung zum Schalterverkauf oder Bezug über den Sammler-Service gab es von 1988 bis 2003. Bis Ende 1994 konnte der Auftraggeber bestimmen, ob die Karte nur Regional oder bundesweit verkauft wurde. Ab 1995 gab es nur noch die bundesweite Verteilung. Insgesamt sind 295 verschiedene Karten erschienen.
Telefonkarten für Versuchszwecke in Testgebieten zwischen 1983 und 1989.
wurden von 1990 bis 1991 von der Telekom als VIP-Gaben eingesetzt. Sie dienten als Kontaktgabe der Telekom für bevorzugte Personen und als Visitenkarte von Führungskräften des Unternehmens. Die Auflagenzahl betrug zwischen 1.000 und 20.000 Stück. Viele der 38 verschiedenen Karten wurden in besonderen Verpackungen herausgegeben.
Werbekarten als Kontaktgaben der Post (kein Schalterverkauf), die ein breites Publikum mit der Nutzung von Kartentelefonen vertraut machen sollte. Mit Ablauf des Jahres 1989 und insgesamt 31 Kartenmotiven abgeschlossen. Sie gilt als Vorläufer der A-Serie.
Telefonkarten mit Eigenwerbung der Postreklame. Seit 1988 wurden bis 1999 jährlich drei Motive (insgesamt 35) in Auflagen zwischen 500 und 6060 Stück herausgegeben.
*-Karten (Michel-Bezeichnung: N-Karten für Namenskarten), dienten als private Visitenkarten und sind nicht durchnummeriert. Die Serie wurde im Jahr 1992 eingestellt.
Bei T-Punkten bzw. bei der Deutschen Telekom CardService GmbH wurde die Möglichkeit geschaffen, ungültig gewordene Telefonkarten mit Restguthaben gegen gültige Karten einzutauschen. Die mit 50 DM bzw. 20 EUR vorgeladene Erstattungskarte wurde auf den Betrag der eingereichten Restguthaben reduziert. Seit 2003 wurde dies in die PD-Serie integriert.
In der DDR gab es keine Kartentelefone und somit wurden auch keine Telefonkarten ausgegeben. Es kursiert zwar eine grüne Karte mit Magnetstreifen, diese ist aber eine Fälschung und dient der persönlichen Bereicherung auf Kosten der Sammler.