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Telex

26. Sep 2008, 16:49
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Dieser Artikel beschreibt das Kommunikationsnetzwerk Telex, weitere Bedeutungen unter Telex (Begriffsklärung).
Typisches Telex-Endgerät von Siemens
Typisches Telex-Endgerät von Siemens
Historisches Fernschreiben der Gestapo
Historisches Fernschreiben der Gestapo

Telex (für TELeprinter EXchange) ist ein System zur Übermittlung von Textnachrichten über ein mit dem Telefonnetz vergleichbares Telekommunikationsnetz, dem Telex-Netz, bei dem Fernschreiber verwendet werden.

Zum Betrieb eines Fernschreibers am Telex-Netz benötigt man entweder ein separates oder integriertes Fernschaltgerät mit Anschluss an das Telex-Netz, das die Verbindung zu anderen Teilnehmern, anfänglich handvermittelt (HV), später im Teilnehmerwahlbetrieb (TW), erlaubt.

Telex-Netze wurden weltweit seit den 1930er Jahren aufgebaut, verlieren aber seit den 1980er Jahren als Kommunikationsmedium ihre Bedeutung und wurden zunehmend durch modernere Medien wie Telefax und später E-Mail abgelöst.

Hauptgründe für den allgemeinen Niedergang des Telexsystems waren:

  • Die niedrige Übertragungsrate (s. u.), angepasst an die Geschwindigkeit mechanischer Drucker zur Zeit der Entstehung
  • Die Notwendigkeit einer separaten Netzinfrastruktur (z. B. ein eigener Telefonanschluss für ein Telex-Gerät)
  • Die vergleichsweise hohe Flexibilität und Kapazität der elektronischen Datenfernübertragung per Modem, DSL oder LAN bei wesentlich geringeren Kosten pro Datenmenge

Viele der verbliebenen Nutzer stammen aus der Banken- und Finanzbranche und hätten aus Sicherheitsbedenken (sowohl Fax als auch E-Mail sind dagegen best-effort-Techniken) bisher nicht umstellen können. Allerdings wird auch diese Anwendung durch Fortschritte bei Verschlüsselung und Zertifizierung digitaler Kommunikation verschwinden.

In großen Unternehmen, Botschaften, Flughäfen und dergleichen werden Fernschreiber noch verwendet beim Nachrichtenaustausch mit vielen kleinen und technisch weniger entwickelten Ländern, da hier Telexverbindungen am zuverlässigsten funktionieren. Bei der Flugsicherung ist das Fernschreiben immer noch Standard, wenn es um die Übertragung flugbetrieblicher Informationen zwischen den Flugsicherungsstellen geht.

Auch das Militär vieler Länder betreibt weiterhin Telexnetze. Zwar sind diese (aufgrund ihrer hierarchischen Sterntopologie) anfälliger gegen die Zerstörung von Knotenpunkten als z. B. das Internet, jedoch bietet die vergleichsweise simple Technik eine höhere Sicherheit gegen EM-Impulse oder Hackerangriffe.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Telex in Deutschland

Telex-Maschine von der Firma Siemens
Telex-Maschine von der Firma Siemens

Im Deutschen Reich wurde der erste Fernschreiber-Dienst 1933 eingeführt, nachdem seit 1926 ein Versuchsbetrieb stattgefunden hatte. In der Bundesrepublik Deutschland wurde das Telex-Netz von der Deutschen Bundespost weiter ausgebaut und hatte eine Geschwindigkeit von 50 Baud – das entspricht rund 6,67 Zeichen pro Sekunde. 1978 gab es in Westdeutschland und West-Berlin insgesamt 123.298 Telexanschlüsse. Ende der 1990er Jahren existierten nur noch wenige tausend Anschlüsse an dem von der Deutschen Telekom betriebenen Telex-Netz. Besonders bei Nachrichtenredaktionen waren Telexgeräte noch weit verbreitet. Am 31. Dezember 2007 beendete schließlich die Deutsche Telekom den Dienst. Telex-Anschlüsse sind in Deutschland jedoch weiterhin durch die Firma Swisstelex beziehbar.

[Bearbeiten] Telex in der Schweiz

In der Schweiz zählen noch rund 300 Geschäftskunden der Swisscom, die diesen Bereich an die Firma Swisstelex ausgegliedert hat, auf den Telex [1]. Dieser Zahl standen in der Blütezeit (1987) etwa 40.000 Nutzer gegenüber.

[Bearbeiten] Telex in Österreich

In Österreich wurde der Telex-Dienst mit Ablauf des 31. März 2006 eingestellt.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.nzz.ch/2006/01/27/em/articleDIPB6.html
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