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Trilemma

5. Sep 2008, 22:12

Trilemma bezeichnet eine Wahl aus drei Optionen, bei der jede der drei Optionen als inakzeptabel oder ungünstig erscheint. Der Begriff stammt von dem wesentlich älteren Wort Dilemma.

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Trilemma zu beschreiben:

  1. Die Wahl aus drei ungünstigen Optionen, von denen eine gewählt werden muss
  2. Die Wahl auf drei günstigen Möglichkeiten, bei der nur zwei zeitgleich ausgewählt werden können.

Die erste Erwähnung des Begriffs stammt von dem britischen Prediger Philip Henry aus dem Jahr 1672, später, aber unabhängig von Henry, benutzte Isaac Watts den Begriff im Jahr 1725[1].

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Trilemma im religiösen Kontext

[Bearbeiten] Epikurs Trilemma

Einer der ersten Personen, die ein Trilemma formulierten, war der griechische Philosoph Epikur, der die Ansicht eines allmächtigen und wohlwollenden Gottes verwarf. [2] Dazu stellte er folgende Thesen auf:

  1. Falls Gott willens aber nicht fähig ist, Böses zu verhindern, ist er nicht allmächtig.
  2. Falls Gott fähig aber nicht willens ist, Böses zu verhindern, ist er nicht gut.
  3. Falls Gott willens und fähig ist, Böses zu verhindern, warum gibt es dann das Böse?

Obwohl diese Aussagen traditionell Epikur zugeschrieben werden, gibt es auch Ansichten, dass diese Aussage bereits von einem früheren Skeptiker, möglicherweise Karneades, getroffen wurde. [3]

[Bearbeiten] Lewis' Trilemma

Ein bekanntes Trilemma wird durch die christliche Apologetik als Beweis der Göttlichkeit Jesus formuliert. Am bekanntesten ist die Formulierung des britischen Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers C. S. Lewis. Das Trilemma geht von der Annahme aus, dass Jesus behaupte, Gott zu sein, und daher eine der folgenden Aussagen wahr sein müsse:[4]

  1. Der Verrückte: Jesus war nicht Gott. Er glaubt fälschlicher Weise, dass er Gott sei.
  2. Der Lügner: Jesus war nicht Gott. Er wusste es und behauptete es dennoch.
  3. Gott: Jesus ist Gott.

[Bearbeiten] Ökonomisches Trilemma

Hauptartikel: Mundell-Fleming-Modell

Innerhalb der Wirtschaftswissenschaft besteht ein Trilemma (auch Impossible trinity genannt), welches in Diskussionen über Schaffung eines stabilen internationalen Finanzsystems auftaucht. Es zeigt die Unmöglichkeit, gleichzeitig nationale geldpolitische Autonomie, fixe Wechselkurse und freie Kapitalströme zu erreichen. Nach der Theorie können jeweils nur zwei der drei Ziele gleichzeitig erreicht werden.[5]

[Bearbeiten] Das Münchhausen-Trilemma

Hauptartikel: Münchhausen-Trilemma

Das Münchhausen-Trilemma ist auf den deutschen Philosophen Hans Albert zurückzuführen. Albert vertrat die Auffassung, dass jede Behauptung zu ihrer Begründung eine weitere Behauptung braucht. Dies zeige, dass es keine endgültig verifizierbaren Sätze, d.h. keine Letztbegründungen geben kann. Entweder man kommt auf Zirkelschlüsse, gerät in endlose Ableitungsketten oder bricht diese willkürlich ab.

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Allan A. Metcalf, Predicting New Words: The Secrets of Their Success, Houghton Mifflin Reference, 2004, page 106-107.
  2. David Hume, Dialogues Concerning Natural Religion, 1779.
  3. Mark Joseph Larrimore, The Problem of Evil: a reader, Blackwell (2001), page xx.
  4. Lewis, C.S. (1952). Mere Christianity, pp. 54-56 (In all editions, this is Bk. II, Ch. 3, "The Shocking Alternative"). London: Collins.
  5. Maurice Obstfeld, Jay C. Shambaugh & Alan M. Taylor (2005). “The Trilemma in History: Tradeoffs Among Exchange Rates, Monetary Policies, and Capital Mobility” in The Review of Economics and Statistics, Band. 87, Nr. 3, Seiten 423-438.
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