| TrueCrypt | |
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| Basisdaten | |
| Entwickler: | TrueCrypt Foundation |
| Aktuelle Version: | 6.1 (31. Oktober 2008) |
| Betriebssystem: | Linux, Windows, Mac OS X |
| Kategorie: | Datenträgerverschlüsselung |
| Lizenz: | TrueCrypt License |
| Deutschsprachig: | Ja (Windows) |
| truecrypt.org | |
TrueCrypt ist ein Programm zur Verschlüsselung von Festplatten, Teilen davon oder Wechseldatenträgern. Es läuft unter Windows ab Windows 2000, Linux und Mac OS X 10.4 und 10.5.
Inhaltsverzeichnis |
TrueCrypt bietet Verschlüsselung mit folgenden Algorithmen: AES, Twofish und Serpent. Es stehen neben der Wahl eines einzelnen Algorithmus auch vorgegebene Kaskadierungen mehrerer Algorithmen zur Wahl.
TrueCrypt kennt zwei Arbeitsweisen im Umgang mit verschlüsselten Daten:
Ein besonderes Sicherheitsmerkmal von TrueCrypt ist das Konzept der glaubhafte Abstreitbarkeit (engl. plausible deniability). Das bedeutet, dass es sehr schwierig ist, die Existenz verschlüsselter Daten nachzuweisen. Dazu gibt es zwei Funktionen:
Seit Version 3.1 unterstützt TrueCrypt auch einen sogenannten „Traveler Mode“, womit das Programm nicht mehr installiert werden muss (siehe auch Portable Software). Dadurch kann es z. B. von USB-Sticks gestartet werden. Für den „Traveler Mode“ werden auf den Windows-Rechnern jedoch Administrator-Rechte benötigt. Alternativ ist der Start unter einem CD-basierten Betriebssystem auf Windowsbasis wie Windows PE oder Bart PE möglich. Da diese Systeme von sich aus nicht auf die Festplatte schreiben, sondern lediglich im Hauptspeicher agieren, ist eine hohe Sicherheit gewährleistet.
Seit Version 5.0 unterstützt TrueCrypt auch die „Full System Encryption“ bzw. „Whole Disk Encryption“ (auch bekannt als Pre-Boot Authentication) genannte vollständige Verschlüsselung von Windows-Systempartitionen oder auch der gesamten Festplatte, auf der sich eine Systempartition befindet. Auch hier kann wieder das Konzept der glaubhaften Bestreitbarkeit angewendet werden. Unterstützt werden zurzeit Windows XP, Windows Vista und Windows Server 2003, jeweils in den 32- oder 64-Bit-Ausführungen[2]. Ist die gesamte Systempartition verschlüsselt, erscheint vor dem Starten des Betriebssystems ein spezieller TrueCrypt-Bootloader, der zur Kennworteingabe auffordert[3]. Ein Vorteil dieses Verfahrens ist, dass sowohl Temp-, Swap- als auch Ruhezustand-Dateien verschlüsselt auf der Partition abgelegt werden.
Es ist möglich, bereits vorhandene Systempartitionen und -festplatten im laufenden Windows-Betrieb zu verschlüsseln, diese Verschlüsselung zu unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.
Zu Beginn des Verschlüsselungsvorgangs einer Systempartition oder -festplatte erstellt TrueCrypt eine Rettungs-CD („Rescue Disk“)[4]. Diese ermöglicht nur das Wiederherstellen eines defekten Kopfbereiches.
TrueCrypt basiert auf Encryption for the Masses (E4M), dessen Entwicklung im Jahr 2000 eingestellt worden war. Anfang 2004 wurde das Programm als TrueCrypt weiterentwickelt. Ein Nachteil dieser schrittweisen Entwicklung ist die nicht einheitliche Lizenz. Der Quellcode des Programms ist zwar offen, allerdings besitzen einzelne Programmteile unterschiedliche teilweise autorenspezifische Lizenzen, die dann in der TrueCrypt Collective License zusammengefasst werden, welche weder von der OSI noch von der Free Software Foundation zertifiziert wurde und GPL-inkompatibel ist. Eine Vereinheitlichung der Lizenz steht zurzeit nicht in Aussicht, da hierzu die Zustimmung aller beteiligten Urheber nötig wäre. Allerdings kann man laut Lizenz Teile der Software bzw. des Quellcodes verwenden und in eigenen Projekten benutzen, wenn Lizenz und Urheber im Programm/Projekt angegeben werden.
Verschiedene Versionen für Linux gibt es seit Version 4.0. Seit Version 4.2 ist es auch möglich, unter Linux verschlüsselte Partitionen zu erstellen, davor war nur das Benutzen von unter Windows erstellten Partitionen möglich. Seit Version 5.0 steht Truecrypt auch für Mac OS X 10.4 und 10.5 zur Verfügung. Seit Version 6.0 besteht auch unter Linux und Mac OS X die Möglichkeit, versteckte Container („hidden volumes“) zu erstellen; weiterhin ist in Version 6.0 durch Parallelisierung die Leistung auf Multi-Core-Prozessoren wesentlich verbessert worden.
Die Version 6.1 unterstützt die Anbindung kryptografischer Tokens und Smartcards über den Kryptografie-Standard PKCS#11.[5]
Für spätere Versionen des Programms ist zudem eine Truecrypt-API zur Ansteuerung der Software durch andere Programme und die Rohverschlüsselung von CDs und DVDs vorgesehen.[6]
Transparente Ver- und Entschlüsselung von Daten bieten neben TrueCrypt außerdem AxCrypt, CrossCrypt, dm-crypt, FreeOTFE, PGP Whole Disk Encryption sowie die kommerziellen Closed-Source-Produkte Jetico Bestcrypt, FREE CompuSec, SafeGuard Easy und DriveCrypt. Das Programm FileVault ist seit Version 10.3 in Apples Betriebssystem Mac OS X integriert.
GNU Privacy Guard und PGP sind ebenfalls Verschlüsselungsprogramme, die jedoch nicht transparent arbeiten und häufiger zum Verschlüsseln und digitalen Signieren von Daten oder E-Mails eingesetzt werden.
Einige Produkte arbeiten als Full-Disk-Encryption-Software. Damit kann man sowohl einzelne Partitionen verschlüsseln, als auch eine komplette Festplatte inklusive der Systempartition. Des Weiteren lässt sich eine sogenannte Pre-Boot-Authentication installieren, d. h. es erscheint eine Passwortabfrage, bevor das eigentliche Betriebssystem bootet. Ohne das korrekte Passwort wird das System nicht hochgefahren, da die auf der Festplatte enthaltenen Daten komplett verschlüsselt sind.