| Ubuntu | |
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![]() Ubuntu 8.04 („Hardy Heron“) mit GNOME |
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| Basisdaten | |
| Entwickler | Ubuntu Foundation |
| Version | 8.04.1 (3. Juli 2008) |
| Abstammung | \ GNU/Linux \ Debian GNU/Linux \ Ubuntu |
| Architekturen | offiziell: x86, AMD64 inoffiziell: ppc, sparc64 |
| Lizenz | diverse |
| Sonstiges | Sprache: multilingual Desktop: GNOME |
| Website | www.ubuntu.com |
Ubuntu ist eine auf Debian basierende Linux-Distribution. Die Entwickler verfolgen mit Ubuntu das Ziel, ein einfach installier- und bedienbares Betriebssystem mit aufeinander abgestimmter Software zu schaffen. Dies soll unter anderem dadurch erreicht werden, dass für jede Aufgabe genau ein Programm zur Verfügung gestellt wird. Ubuntu wird vom Unternehmen Canonical Ltd. gesponsert, das vom südafrikanischen Unternehmer Mark Shuttleworth gegründet wurde.[1] Nachdem im Oktober 2004 die erste Version erschienen war, wurde Ubuntu schnell bekannt und innerhalb von ein bis zwei Jahren zu einer der meist benutzten Linux-Distributionen.[2] Neben Ubuntu selbst, welches GNOME als Desktopumgebung einsetzt, existieren verschiedene Abwandlungen. Zu den offiziellen Unterprojekten gehören Kubuntu mit KDE und Xubuntu mit Xfce als Desktopumgebung, sowie Edubuntu, das besonders an die Bedürfnisse von Schulen und Kindern angepasst ist.
Die aktuelle Version mit verlängertem Support („LTS“ = Long Term Support, englisch), Ubuntu 8.04 (Hardy Heron), wurde am 24. April 2008 veröffentlicht.[3]
Inhaltsverzeichnis |
Ein gesellschaftliches Ziel von Ubuntu ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Digitale Kluft überwunden wird. Daher will das Projekt Software anbieten, die für alle Menschen möglichst ohne Einschränkungen und kostenlos zur Verfügung steht. Dies spiegelt sich auch in der Wahl des Namens wider: der Begriff Ubuntu kommt aus den Sprachen der afrikanischen Völker Zulu und Xhosa[4] und steht für „Menschlichkeit“ und „Gemeinsinn“, aber auch für den Glauben an ein universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet. Auch im System selbst sind Anspielungen auf Afrika zu finden, etwa das Geräusch einer Buschtrommel bei der Anmeldung oder die braune, an Savanne erinnernde Farbgebung. Alle Entwickler müssen zudem den Code of Conduct[5] unterzeichnen, mit dem sie sich verpflichten, den Grundsatz der „Menschlichkeit“ (dort näher ausgeführt als Freundlichkeit, Respekt voreinander, Rücksicht, Teamarbeit und ähnliches) sowohl bei der Entwicklung und der Kommunikation untereinander als auch bei dem Umgang mit den Benutzern einzuhalten. Deshalb werden in Foren und Mailinglisten von Ubuntu auch typische Anfängerfragen in der Regel geduldig und freundlich beantwortet.[2]
Weitere Ziele des Projekts sind die Verbesserung der Internationalisierung und der Barrierefreiheit, damit die angebotene Software für so viele Menschen wie möglich benutzbar wird. Derzeit kommen hier hauptsächlich die Übersetzungen und Hilfsmittel für Barrierefreiheit aus dem GNOME-Projekt zum Tragen. Außerdem existiert das eigene Online-Übersetzungswerkzeug Rosetta. Als Richtlinie für erlaubte Lizenzen für die Paketquellen main und universe (siehe Aufteilung der Programm-Pakete) werden die Debian Free Software Guidelines verwendet, unfreie Softwarepakete jedoch – anders als etwa bei Debian oder openSUSE – nicht kategorisch ausgeschlossen. Solche unfreien Pakete werden dort automatisch installiert, wo Freie Software noch nicht den vollen Funktionsumfang gewährleisten kann, beispielsweise bei Gerätetreibern. Unter anderem für diesen Pragmatismus wird Ubuntu von der Free Software Foundation und anderen strengen Verfechtern Freier Software kritisiert; andere Benutzer sehen jedoch genau darin einen der größten Vorteile. Seit Oktober 2007 gibt es mit Gobuntu auch eine Ubuntu-Variante, die ausschließlich aus Freier Software und freien Inhalten besteht.
Nach eigenem Bekunden liegt Ubuntus Schwerpunkt auf der Benutzerfreundlichkeit. Die Standard-Installation stellt jeweils nur ein Programm für die üblichen Anwendungsbereiche – etwa E-Mail-, Browser- oder Office-Software – bereit, wodurch die bei anderen Linux-Distributionen häufigen Redundanzen vermieden werden. Die Auswahl erfolgt überwiegend nach Toolkit – Qt/KDE bei Kubuntu, GTK+ bei allen anderen Versionen – Integration in die Arbeitsumgebung und Entwicklungsstand der Programme. Eine Ausnahme bildet OpenOffice.org, das sich nach Meinung der Entwickler gegenüber KOffice und den GNOME-Office-Programmen durch stabileren Betrieb und besseren Umgang mit Microsoft-Office-Dateien auszeichnet.[6]
Als weiterer Aspekt der Benutzerfreundlichkeit wird versucht, die Verwaltung des Systems durch weitgehend automatische Konfiguration zu erleichtern. Beispielsweise wird beim Umgang mit Grafikkartentreibern im Idealfall direkt der beste unter einer freien Lizenz verfügbare Gerätetreiber ausgewählt. Falls ein proprietärer Treiber nötig ist – etwa für die Unterstützung von 3D-Beschleunigung – kann dieser über ein grafisches Konfigurationsprogramm installiert werden. Bei anderen Distributionen müssen solche Treiber sonst häufig manuell heruntergeladen und per Kommandozeile installiert werden, wofür zudem weitere Pakete für die Übersetzung installiert werden müssen. In einigen anderen Bereichen, vor allem für Serverdienste und Fälle, wo die automatische Konfiguration versagt, existieren bisher allerdings teilweise keine Konfigurationsprogramme, so dass hier eine manuelle Konfiguration über die Kommandozeile nötig ist.
Neue Versionen der Distribution sind für alle sechs Monate vorgesehen, wobei jede Version mindestens 18 Monate mit Sicherheitsupdates versorgt wird.[7] Des Weiteren werden in etwa zweijährigen Abständen LTS-Versionen (long-term support, englisch für langfristige Unterstützung) angeboten, welche für Desktop-Systeme drei und als Server fünf Jahre lang gepflegt werden. Die erste Version dieser Art ist am 1. Juni 2006, die aktuelle am 24. April 2008 erschienen. Der Veröffentlichungszyklus von Ubuntu orientiert sich an dem der GNOME-Arbeitsumgebung, so dass immer kurz nach der Veröffentlichung einer neuen GNOME-Version eine neue Ubuntu-Version vorliegt, die diese integriert. Hierdurch versucht Ubuntu zumindest bezogen auf die grafische Benutzeroberfläche eine besonders aktuelle Distribution zu sein.
Die Finanzierung des Ubuntu-Projektes ist für eine Linux-Distribution ungewöhnlich. Initiiert wurde das Ubuntu-Projekt durch den südafrikanischen Milliardär Mark Shuttleworth, der sich selbst als „wohlwollenden Diktator“ bezeichnet. Er selbst finanziert einerseits einen Großteil des Projektes, wodurch dieses weitaus größere finanzielle Mittel zur Verfügung hat als die meisten anderen Distributionen, ist aber auch selbst als Entwickler tätig.
Die meisten der ungefähr 40 hauptberuflichen Ubuntu-Entwickler kommen aus den Debian- und GNOME-Communitys[4] und werden vom Unternehmen Canonical Limited mit Sitz auf der Isle of Man bezahlt, das Shuttleworth gehört und das Projekt hauptsächlich sponsert. Das Unternehmen soll sich langfristig über kommerziellen Support für Ubuntu selbst finanzieren.
Am 1. Juli 2005 wurde von Shuttleworth und Canonical zudem die Ubuntu Foundation mit einem Startkapital von 10 Mio. US-Dollar ins Leben gerufen.[8] Diese soll die Pflege der Ubuntu-Versionen nach deren Erscheinen übernehmen und allgemein die Weiterentwicklung unterstützen. Um ihre Ziele zu verwirklichen und neue Releases zu ermöglichen, soll die Organisation Mitglieder der Kern-Community einstellen.
Ubuntu hat bereits nach kurzer Zeit einen hohen Grad an Beachtung in den Medien, auch über die Fachwelt hinaus erfahren.[1][9][10] Über die Website lassen sich kostenlos Ubuntu-, Kubuntu- und Edubuntu-CDs bestellen. Diese ermöglichen die Installation aus einem laufenden Live-System heraus. Die Lieferung der CDs dauert aufgrund der hohen Nachfrage in den meisten Fällen vier bis sechs Wochen. Zusätzlich können alle Ubuntu-Versionen kostenlos über das Internet heruntergeladen werden. In den Jahren 2006 und 2007 erhielt Ubuntu in einer Umfrage der Website desktoplinux.com zur Verbreitung verschiedener Linux-Distributionen 30 % der Stimmen und erzielte damit in beiden Jahren den ersten Platz.[11] Auch bei der Website Distrowatch belegt Ubuntu seit langem einen der ersten Plätze.[12]
Der Hardwareanbieter Dell bietet in den USA seit Mai 2007 die Ubuntu-Distribution Feisty Fawn vorinstalliert auf einigen seiner Computermodelle an.[13] Dabei handelt es sich um eine der ersten Aktionen eines größeren PC-Herstellers, der PCs mit vorinstalliertem Linux für Privatkunden bewirbt. Nach Unternehmensangaben geht dieser Schritt auf Kundenwünsche zurück. Seit August 2007 wird diese Dienstleistung auch in Deutschland, Frankreich und Großbritannien angeboten.[14][15]
Die französische Nationalversammlung stellte 2007 die Rechner der Abgeordneten und ihrer Assistenten auf Ubuntu um. Die Förderung von Freier Software hatte das Parlament bereits Ende 2006 beschlossen. Die Umstellung betraf 1.154 Rechner.[16] Im Januar 2008 gab die französische Gendarmerie bekannt, dass bis 2014 auf allen 70.000 Arbeitsplatzrechnern Windows durch Ubuntu ersetzt werden soll. Im ersten Jahr sollen 8000 Arbeitsplätze migrieren.[17]
Die Regierung Mazedoniens will für die Schüler im Land 20.000 Thin-Client-Systeme auf Basis von Edubuntu 7.04 beschaffen. Hierbei sollen an einen Server jeweils sieben Clients angeschlossen werden, so dass theoretisch bis zu 160.000 Schüler gleichzeitig einen dieser Clients nutzen können.[18]
Ubuntu basiert technisch auf Debian, wobei das Paketformat (.deb) und diverse Strukturen übernommen wurden. Zu Beginn eines Entwicklungszyklus wird ein Teil der Pakete mit denen aus Debian unstable abgeglichen, insbesondere die des main-Bereichs werden aber vollständig alleine gepflegt. Hierdurch wird der Arbeitsaufwand für die Wartung der „unwichtigen“ Programme reduziert. Alle Änderungen und Verbesserungen an Debian-Paketen, die in Ubuntu vorgenommen werden, stehen dem Debian-Projekt als Patches zur Verfügung. Theoretisch ist es aufgrund der strengen Paketdefinitionen auch möglich, Programmpakete aus Debian direkt zu benutzen, in der Praxis gibt es hierbei jedoch insbesondere bei systemnahen Funktionen aufgrund diverser Detailunterschiede oftmals Probleme.
Nach der Standardinstallation von Ubuntu ist ein Root-Account zwar vorhanden, dieser ist aber – wie bei Mac OS X – durch ein ungültiges[19] Kennwort deaktiviert. Es ist daher in der Standardkonfiguration nicht möglich, sich direkt als Root einzuloggen, wodurch das unbewusste Starten von Programmen mit Administratorrechten und eine möglicherweise dadurch verursachte Änderung am System verhindert wird. Das mit eingeschränkten Rechten ausgestattete Benutzerkonto kann vorübergehend vollständige Systemprivilegien erhalten, so dass der Benutzer z. B. neue Software im System installieren kann. Dabei wird das mit Administratorrechten zu startende Programm mit dem Befehl sudo aufgerufen, welcher das Benutzerpasswort abfragt und diesen Freigabe-Status kurzzeitig speichert.
Ubuntu verwendet als Arbeitsumgebung GNOME, die später hinzugekommenen Abwandlungen Kubuntu und Xubuntu verwenden KDE beziehungsweise Xfce. Die verschiedenen Abwandlungen unterscheiden sich lediglich durch die Vorauswahl der standardmäßig installierten Software-Pakete und können daher technisch als verschiedene Konfigurationen einer Distribution angesehen werden. Grundsätzlich entstammen sämtliche Programme, inklusive der Konfigurationsprogramme, der gleichen Arbeitsumgebung, wodurch die Bedienung konsistent gehalten wird. Die Programme anderer Umgebungen können jedoch problemlos nachinstalliert werden, ebenso weitere aus einem Fundus von circa 25.000 Paketen.
Ubuntu ist für die gängigen Rechnerarchitekturen i386 und AMD64/EM64T verfügbar. Die offizielle Unterstützung für PowerPC wurde mit Erscheinen der Version 7.04 eingestellt, da aktuelle Apple-Rechner seit 2006 mit Intel-Architektur ausgeliefert werden und das Anpassen der Distribution für die verbliebenen PowerPC-Nutzer nicht mehr als wirtschaftlich angesehen wird. Diese Aufgabe soll jedoch durch die Community weiter geleistet werden. Für die Sun-SPARC-Architektur gab es nur eine Server-Version, und diese auch nur bis einschließlich Version 7.10. Bei Versionen, die vor 2006 erschienen sind, sind Installations-CD und Live-CD getrennt, eine Installation über die Live-CD ist hier noch nicht möglich.
Version 6.06 LTS ermöglicht es erstmals, das System von der Live-CD (auch Desktop-CD genannt) aus zu installieren. Dadurch ist es möglich, während der Installation im Internet zu surfen, E-Mails zu lesen oder andere Aufgaben zu erledigen. Die spezielle Installations-CD (jetzt Alternate-CD genannt) wird nur noch benötigt, wenn besondere Anforderungen wie beispielsweise LVM-Einrichtung bei der Installation umgesetzt werden sollen oder das System wenig Arbeitsspeicher besitzt. Daneben gibt es eine DVD-Version, die sowohl einen Live-Modus wie auch eine direkte Installation beinhaltet.
Als minimale Systemanforderungen werden von Ubuntu selbst 256 MB Arbeitsspeicher, für die Live-CD 384 MB genannt.[20] Auf der Festplatte wird ein freier Speicherplatz von vier GB empfohlen, tatsächlich belegt werden 2,5 GB; bei Updates wird temporär rund ein GB weiterer Platz benötigt. Als Prozessor reichen Modelle mit 500 MHz aus.
Wie bei allen Debian-Derivaten sind die Programmpakete in mehrere Paketquellen aufgeteilt. Bei Ubuntu erfolgt die Zuordnung anhand von zwei Kriterien. Zum einen wird danach unterschieden, ob es sich um Freie Software handelt, zum anderen danach, ob das Programm für eine der Varianten zur Grundausstattung gehört oder ob es grundsätzlich optional ist. Die Paketquellen werden unterschiedlich intensiv durch das Ubuntu-Team betreut. Die Aufteilung nach den Lizenzen ist auch bei Debian selbst vorhanden (dort als main und non-free), die offizielle Einschränkung des Supports auf nur einen Teil der Pakete ist dagegen eine Besonderheit von Ubuntu.
Die Paketquelle main umfasst jene Pakete, die den Ubuntu-Lizenzanforderungen (Debian Free Software Guidelines) entsprechen und direkt durch das Ubuntu-Team unterstützt werden. Die Pakete sind in einer der Varianten Bestandteil der Standardinstallation und meist aufeinander abgestimmt. Für alle Pakete in diesem Bereich stellt das Ubuntu-Team kommerziellen Support und Sicherheitspatches zur Verfügung.
Zu dem Bereich restricted gehört Software, die von den Ubuntu-Entwicklern wegen ihrer Wichtigkeit unterstützt wird, die aber wegen fehlender geeigneter Lizenz nicht in main integriert werden kann. Es handelt sich insbesondere um Pakete für nur im Binärformat vorliegende Grafikkarten-Treiber. Die Unterstützung ist geringer als die für main, da die Entwickler keinen Zugriff auf den Quellcode haben.
Der Bereich universe umfasst ein breites Spektrum an Freier Software, die nicht direkt durch das Ubuntu-Team unterstützt wird. Die meisten dieser Pakete entstammen Debian unstable. Daneben gibt es ein eigenes Team namens Masters of the Universe, das diese Pakete betreut, allerdings werden keine Sicherheitsupdates garantiert.
Zu multiverse gehört optionale Software, die entweder nicht unter einer freien Lizenz steht oder aufgrund von Softwarepatenten nicht frei verteilt werden darf. Diese Programme werden nur eingeschränkt gepflegt. Sicherheitsupdates und Korrekturen sind ähnlich wie bei restricted durch den fehlenden Zugriff auf den Quellcode oft nicht möglich.
Im speziellen Bereich commercial befindet sich von Canonical zertifizierte Software kommerzieller Anbieter.[21] Dazu können Software-Hersteller ihre Programme zertifizieren lassen, wenn diese kompatibel mit Ubuntu sind und sich vollständig entfernen lassen. Dabei kann neben Freier Software auch nicht freie Software zertifiziert werden. Proprietäre Anwendungen können jedoch nicht Teil der Kern-Distribution von Ubuntu werden.[22] Momentan enthält dieses Verzeichnis unter anderem den Opera-Browser, den RealPlayer, die Anti-Viren-Software Panda DesktopSecure und den VMware-Server.
Jede Version hat einen eigenen Codenamen und eine Versionsnummer, die auf dem jeweiligen Veröffentlichungsjahr und -monat basiert. So steht beispielsweise 5.10 für Oktober 2005. Die Codenamen sind Tierarten – bei normalen Versionen Säugetiere, bei LTS-Versionen Vögel – mit einem vorangestellten Adjektiv, so dass eine Alliteration entsteht. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, alle sechs Monate eine neue Version der Distribution zu veröffentlichen.
| Legende: | alte Version | aktuelle Version eines älteren Zweigs | aktuelle Version | aktuelle Vorabversion | künftige Version |
|---|
| Version | Codename | Veröffentlichung | Unterstützung bis | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|
| 4.10 | Warty Warthog | 20. Oktober 2004 | 30. April 2006 | erste Version |
| 5.04 | Hoary Hedgehog | 8. April 2005 | 31. Oktober 2006 | erstmals Kubuntu |
| 5.10 | Breezy Badger | 13. Oktober 2005 | 13. April 2007 | erstmals Edubuntu |
| 6.06 LTS | Dapper Drake | 1. Juni 2006 | Juni 2009 (Desktop) Juni 2011 (Server) |
LTS-Version (nur Ubuntu, Ubuntu Server, Kubuntu, Edubuntu), erstmals Xubuntu |
| 6.06.1 LTS[23] | 10. August 2006 | erstes Update des 6.06 LTS-Zweiges | ||
| 6.06.2 LTS | 21. Januar 2008 | zweites Update des 6.06 LTS-Zweiges | ||
| 6.10 | Edgy Eft | 26. Oktober 2006 | 25. April 2008[24] | experimentelle Version[25] |
| 7.04 | Feisty Fawn | 19. April 2007 | 30. Oktober 2008 | erstmals Ubuntu Studio |
| 7.10[26] | Gutsy Gibbon | 18. Oktober 2007 | April 2009 | erstmals Gobuntu, letzte Version für Sun UltraSPARC[27] |
| 8.04 LTS[28] | Hardy Heron | 24. April 2008 | April 2011 (Desktop) April 2013 (Server) |
LTS-Version (nur Ubuntu, Ubuntu Server und Edubuntu) |
| 8.04.1 LTS[29] | 3. Juli 2008 | Aktuelle Version; erstes Update des 8.04 LTS-Zweiges | ||
| 8.10a6 | 18. September 2008[30] | Sechste Entwicklervorschauversion von Ubuntu 8.10. Zuvor erschienen Alpha 5 (5. September 2008)[31], Alpha 4 (14. August 2008)[32], Alpha 3 (24. Juli 2008)[33], Alpha 2 (12. Juli 2008)[34] und Alpha 1 (28. Juni 2008)[35] | ||
| Die nächsten zu erwartenden Versionen/Veröffentlichungen | ||||
| 8.10b | 2. Oktober 2008 | Beta Release von Ubuntu 8.10 | ||
| 8.10[36] | Intrepid Ibex | 30. Oktober 2008 | April 2010 | |
| 9.04[37] | Jaunty Jackalope | April 2009 | ||
Die erste Version 4.10 Warty Warthog (englisch für: warziges Warzenschwein), die technisch praktisch ein weitgehend fertig konfiguriertes Debian-System, noch ohne allzu viele technische Besonderheiten, war, ist am 20. Oktober 2004 erschienen. Das System gab es damals zur Installation auf i386, AMD64 und PowerPC, nur für i386 gab es auch eine Live-CD. Bereits mit dieser Version wurde der Versand-Service (siehe Verbreitung) gestartet. Sie wurde bis Ende 2005 unterstützt.
Mit der Version 5.04 Hoary Hedgehog (Ergrauter Igel) am 8. April 2005 wurde eine grafische Aktualisierungsverwaltung eingeführt. Diese Version machte vor allem durch eine sehr gute und weitgehend automatische Hardwareunterstützung auch und gerade für Laptops von sich Reden. Seit dieser Version wird in Form der Variante Kubuntu auch KDE unterstützt. Die Version wurde bis Mitte 2006 unterstützt
Mit der Version 5.10 Breezy Badger (Dreister Dachs, Frechdachs) am 13. Oktober 2005 wurde dies weiter ausgebaut. Außerdem gibt es seit dieser Version einen Installationsmodus für OEM-Systeme, wo Benutzername und Kennwort nicht eingegeben werden müssen. Als Compiler dient in dieser Version erstmals ein GCC 4.0, durch den diverse weitere Optimierungen möglich werden. Außerdem wird der Start des Systems jetzt grafisch aufbereitet mit einem Statusbalken, genannt usplash. Dazu wird das Online-Verwaltungs-Programm Launchpad für die Verwaltung der Systementwicklung und das darin enthaltene Übersetzungsprogramm Rosetta eingeführt. Sie wurde bis Ende 2006 unterstützt.
Die Version 6.10 Edgy Eft[25] (Nervöser Molch) vom 26. Oktober 2006[38] ist das erste reguläre Release nach dem – zurzeit noch unterstützten – 6.06 LTS. Auf Grund der zweimonatigen Verzögerungen bei der Fertigstellung der Vorversion wurde die Entwicklungszeit für Edgy auf vier Monate verkürzt und war deshalb als Versuchs-Release gedacht, bei dem nicht gezielt auf Stabilität geachtet wurde. Dennoch sind die sichtbaren Verbesserungen gering, neu sind vor allem das Initialisierungssystem Upstart und automatisierte Fehlerberichte. Diverse weitere Verbesserungen werden angefangen. Außerdem werden mit dieser Version einige auf dem wegen seiner Nähe zu Microsoft nicht unumstrittenen Mono-Projekt basierende Anwendungen wie Tomboy oder F-Spot integriert. Der Support für diese Version endete am 25. April 2008.
Bei der Version 6.06 LTS Dapper Drake[39] (Adretter Erpel), die am 1. Juni 2006 erschien, wurde erstmals vom Sechs-Monats-Rhythmus abgewichen, um den Entwicklern zusätzliche Zeit zum Finden und Beheben von Programmfehlern, zum Testen, zur Verbesserung der asiatischen Sprachunterstützung und zur Linux-Standard-Base-Zertifizierung zu geben. Sie ist die erste sogenannte Long-Term-Support Version: Desktopanwender erhalten bis zum Juni 2009, Serveranwender bis zum Juni 2011 Updates und Bugfixes. Weitere Neuerungen in dieser Version waren der Ubiquity-Installer auf den Live-CDs, welche damit zugleich zum Standard wurden. Mit dieser Version gibt es erstmals den Ableger Xubuntu, der Xfce als Arbeitsumgebung nutzt.
Zwei Monate nach der Freigabe von Ubuntu 6.06 entschloss sich das Ubuntu-Team, eine aktualisierte Version (6.06.1) herauszugeben. Diese beinhaltet im Wesentlichen über 300 Sicherheits- und Fehlerkorrekturen sowie eine aktualisierte Übersetzung. Auch ein großer Teil des GNOME-Desktops 2.14.3 ist hinzugekommen. Ebenso wurden Fehler im grafischen Installer der Desktop-CD (Live-CD) beseitigt. Im Januar 2008 erfolgte ein weiteres derartiges Update als 6.06.2.
Mit der Version 7.04 Feisty Fawn[40] (Temperamentvolles Rehkitz) vom 19. April 2007 werden viele Verbesserungen des auf 6.06 LTS folgenden, eher experimentellen Edgy Eft in der Praxis nutzbar.[41] Hier gibt es unter anderem einen Migrationsassistenten, KVM, einen Installationsassistenten für unfreie Codecs und Treiber, Desktop-Effekte (compiz) und WPA-Unterstützung. Die PowerPC-Version wird, bedingt durch die Umstellung auf i386-Prozessoren von Intel bei Apple-Computern, nur noch inoffiziell weiterentwickelt. Der Support für diese Version endet am 19. Oktober 2008.
Die Version 7.10 Gutsy Gibbon[26] (Mutiger Gibbon) ist am 18. Oktober 2007[42] erschienen. Neu sind hier das freie Flash-Plugin Gnash, Mozilla Firefox Version 3 Alpha (in universe), teilweise automatisch aktivierte Desktop-Effekte über Compiz Fusion, ein komplett neu gestaltetes Konfigurationsprogramm für die Optik des Desktops (Themes, Effekte, Hintergrundbild), ein grafisches Konfigurationsprogramm für den X-Server, wobei Monitore jetzt dynamisch erkannt werden. Außerdem AppArmor, die Desktopsuche Tracker und eine neue Druckerverwaltung system-config-printer, die aus Fedora stammt. Auch für Drucker gibt es jetzt eine automatische Erkennung und Einrichtung.[43] Für die konventionelle Installation wird jetzt eine Verschlüsselung der Festplatte unterstützt. Diese Version wird bis April 2009 unterstützt werden.
Am 24. April 2008[44] ist mit der Version 8.04 LTS Hardy Heron[28] (Kühner Reiher) wieder ein über längere Zeit − voraussichtlich bis Mitte 2011 als Desktop-System und bis Mitte 2013 als Server-System − unterstütztes Release veröffentlicht worden, wobei allerdings die Langzeitunterstützung aufgrund des Erscheinens von KDE 4 nicht für die Kubuntu-Variante gelten soll.[45][46] Die neuen Funktionen wurden auf der Ubuntu-Entwicklerkonferenz (28. Oktober bis 3. November 2007) festgelegt. Neu sind diverse Sicherheitsfunktionen wie PolicyKit (womit Systemprogramme nur bestimmte Sonderrechte, aber keinen vollen root-Benutzer benötigen), SELinux und ein erweiterter Speicherschutz. An Programmen wurde das Brennprogramm Brasero neu aufgenommen, als Browser dient die Version 3.0 Beta 5 von Mozilla Firefox. Der veraltete Soundserver EsounD wurde durch PulseAudio ersetzt. Auch eine einfache, kommandozeilenbasierte Personal Firewall gibt es jetzt. Neuerdings wird iSCSI (ausdrücklich zu aktivieren) und Active Directory unterstützt. Daneben ist das Installationsprogramm Wubi aufgenommen worden, welches die Installation von Ubuntu auf eine Windows-Partition erlaubt. Einige der Änderungen am Kernel entstammen der Linux-Distribution Kanotix, die ihrerseits den Ubuntu-Kernel nutzt.[47] Diese Version unterstützt sowohl eine Aktualisierung von der direkt vorhergehenden Version 7.10 wie auch von der letzten LTS-Version 6.06.
Edubuntu ist seit dieser Version keine eigenständige Distribution mehr, sondern stellt ein Erweiterungspaket für ein Standard-Ubuntu-System dar.
Am 30. Oktober 2008[48] soll die Version 8.10 mit Codenamen Intrepid Ibex (unerschrockener Steinbock) erscheinen. Ubuntu bekommt mit 8.10 ein komplett neues Design, welches in den darauffolgenden Versionen dann jedes Mal abgeändert und verbessert werden soll. Weiterhin sollen die Roaming-Fähigkeiten mobiler Systeme verbessert werden, um beispielsweise bei ausreichender Netzverfügbarkeit auf dem Weg vom Büro mit dem Zug bis nach Hause nie die Internetverbindung zu verlieren. Darüber hinaus soll weiter an der Verbesserung der Benutzerinteraktion gearbeitet werden. Die Details zu den Neuerungen wurden auf der Ubuntu-Entwicklerkonferenz vom 19. bis 23. Mai 2008 in Prag besprochen.[36] Diese Version wird bis April 2010 unterstützt werden.
| Unterversion | Datum | Notizen |
|---|---|---|
| Alpha 1 | 28. Juni 2008[35] | Kernel 2.6.26-2, neues Design (nur GNOME) |
| Alpha 2 | 12. Juli 2008[34] | Kernel 2.6.26-3.9, X.Org 7.4 |
| Alpha 3 | 24. Juli 2008[33] | Kernel 2.6.26-4.11, neue Softwarepakete |
| Alpha 4 | 14. August 2008[32] | Kernel 2.6.26.2, X Server 1.5, Gastkonten, Verschlüsselung privater Verzeichnisse, NetworkManager 0.7 |
| Alpha 5 | 5. September 2008[31] | Kernel 2.6.27, „Letzter erfolgreicher Bootvorgang“ als Wiederherstellungspunkt, DKMS (englisch) |
| Alpha 6 | 19. September 2008[30] | GNOME 2.24 RC1, Samba 3.2, Tool zur Konfiguration von PAM |
| Beta Release | 2. Oktober 2008 | |
| Release Candidate | 23. Oktober 2008 | |
| Final Release | 30. Oktober 2008[48] |
Aufgrund des Konzeptes von Ubuntu enthält die Standardinstallation keinerlei redundante Software. Dies führte dazu, dass von den Ubuntu-Entwicklern mehrere Ubuntu-Derivate erstellt wurden, die sich ausschließlich in der Auswahl der Software im Rahmen der Standardinstallation unterscheiden. Basissystem, Installationsprogramm und Repositories sind hingegen identisch. Somit ist es auch möglich, eine Distribution durch Nachinstallieren um den Funktionsumfang eines anderen Derivats zu erweitern. Die verschiedenen Varianten drücken somit nur Präferenzen des Benutzers aus, auf die sich dieser schon bei der Grundinstallation festlegen möchte, sie können als „Konfigurationsvarianten“ derselben Linux-Distribution angesehen werden. Versionen mit anderer Arbeitsumgebung (wie beispielsweise Kubuntu) weisen jedoch untereinander einen teilweise enormen Unterschied in Optik und Bedienung auf.
Neben den diversen offiziellen Ausgaben gibt es eine Reihe spezialisierter, von externen Entwicklern herausgegebene, inoffizielle Ubuntu-Derivate.
Der Ubuntu Server Edition ist mehr auf Sicherheit ausgelegt (unter anderem durch AppArmor) und kann auch ohne grafische Benutzeroberfläche installiert werden. Darüber hinaus bietet er optional eine integrierte, zeitsparende Installation des häufig genutzten LAMP-Pakets (Linux, Apache, MySQL und PHP) sowie eine Unterstützung für Thin Clients (LTSP). Die LTS-Versionen werden – im Gegensatz zu den Desktop-Systemen – für fünf statt nur drei Jahre unterstützt. Bei den normalen Versionen bleibt es aber bei 18 Monaten.
Unter der Bezeichnung JeOS (Just Enough Operating System) gibt es eine minimalistische Untervariante des Servers, optimiert für den Einsatz in virtuellen Umgebungen wie VMware.[49]
Kubuntu ist eine Ubuntu-Variante mit der Arbeitsumgebung KDE, die erstmals mit der Version 5.04 erschienen ist. Das Wort „kubuntu“ bedeutet praktisch dasselbe wie „ubuntu“ und kommt aus der Bemba-Sprache; das „k“ ist im Original eine Präposition, in diesem Kontext steht es einfach für „KDE“.
KDE lässt sich im Vergleich zu GNOME umfangreicher konfigurieren, was einige Benutzer als Vorteil, andere als Nachteil – aufgrund geringerer Übersichtlichkeit – sehen. Zum Einsatz kommt stets die aktuelle Version von KDE zusammen mit einigen (noch) nicht in das KDE-Projekt aufgenommenen Applikationen wie der Audio-Player Amarok oder das Brennprogramm K3b. Als Office-Paket dient – als einziges nicht auf KDE basierendes Programm – OpenOffice.org.
In der allerersten Ubuntu-Version (4.10) war KDE lediglich in dem Bereich universe enthalten, in dem sich Programme befinden, die einfach nur aus Debian übernommen sind. Zudem musste universe zu dieser Zeit noch ausdrücklich freigeschaltet werden. Aufgrund starker Nachfrage nach KDE wurde mit Version 5.04 dann eine Variante gestartet, die sich bis auf den anderen Desktop nicht von Ubuntu unterscheidet. Dies ist die erste Variante dieser Art und stellt einen Kompromiss zwischen dem Ziel der Redundanzvermeidung und der Bedienung unterschiedlicher Interessen dar. Auf den ersten Blick sind Kubuntu und Ubuntu völlig verschiedene Systeme, selbst die Boot-Meldungen reden von kubuntu. Dennoch basieren sie auf den gleichen Paketquellen. Diese Vorgehensweise gibt es sonst bei keiner Linux-Distribution.
Anfangs wurde Kubuntu fast nur von einem Team Freiwilliger entwickelt, einzig Jonathan Riddell war direkt bei Canonical angestellt, was für einigen Unmut sorgte.[50][51] Nach dem ersten LTS-Release wurde angekündigt, dass die KDE-Unterstützung den gleichen Status wie die für GNOME haben soll.
Die Version 8.04, welche mit KDE 4.0 ausgeliefert wird, ist keine LTS-Version.[52] Für die KDE-Version 4 konnte keine hinreichende Stabilität; für KDE 3.5 kein Support für drei Jahre gewährleistet werden. Kubuntu 8.04 existiert daher auch in zwei Varianten, der normalen kubuntu mit KDE 3.5.9 und kubuntu-kde4 mit KDE 4.0.3.[53] Kommerzieller Support für 18 Monate und der Versandservice stehen nur für die KDE-3-Version zur Verfügung.
Xubuntu ist eine Abwandlung von Ubuntu, die die ressourcensparende Xfce-Arbeitsumgebung verwendet. Daher eignet sich Xubuntu für ältere Computer mit wenig Arbeitsspeicher, bei denen die Installation der Standardversion mit GNOME-Oberfläche von Ubuntu problematisch ist. Eigene Installations- und Live-CDs von Xubuntu wurden erstmals mit der Ubuntu-Version 6.06 LTS veröffentlicht. Diese Version wird komplett von Freiwilligen entwickelt. Zum Umfang gehören hier etwa die Textverarbeitung Abiword, die Tabellenkalkulation Gnumeric, Mozilla Firefox und Thunderbird, aber auch eine auf die reine Textverarbeitung reduzierte Version von OpenOffice.org, falls der Funktionsumfang des wesentlich sparsameren Abiword nicht ausreicht. Dazu stammen diverse Hilfsprogramme aus der normalen Ubuntu-Version, etwa die Aktualisierungsverwaltung, der NetworkManager oder die Paketverwaltung Synaptic. Als Hardwareanforderungen werden 64 MiB Arbeitsspeicher (128 MiB werden dringend empfohlen), beziehungsweise 196 MiB für die Live-CD und 1,5 GB freier Festplattenspeicher genannt.[54] Diese Angaben sind jedoch im Gegensatz zu den Angaben für die anderen Ubuntu-Varianten am technisch Machbaren und nicht an einem tatsächlich benutzbaren System orientiert. Auf der Festplatte werden mit den deutschen Lokalisierungen fast zwei GB belegt, bei Aktualisierungen kommt weiterhin Platzbedarf in der Größenordnung der CD hinzu.
Edubuntu ist ein für die Verwendung in der Schule entwickeltes Ubuntu, das auf dem Ubuntu Linux Terminal Server Project aufsetzt. Der Name setzt sich aus „education“ und „Ubuntu“ zusammen. Einige Funktionen des eingestellten Projekts Skubuntu wurden in Edubuntu integriert. Kernkomponenten von Edubuntu sind die Lernprogramme GCompris, Kalzium (KDE), Tux4Kids, der Schooltool Calendar und das Office-Paket OpenOffice.org. Als Arbeitsumgebung kommt, wie auch bei Ubuntu selbst, GNOME zum Einsatz.
Seit Version 8.04 LTS ist Edubuntu keine eigene Ubuntu-Variante mehr, sondern ein Add-on, welches auf ein installiertes Ubuntu-System aufsetzt. Dadurch steht den Benutzern der komplette Funktionsumfang von Ubuntu zur Verfügung, der bisher aus Platzgründen zu Gunsten von Bildungsprogrammen eingeschränkt wurde.
Gobuntu ist eine Ubuntu-Variante ohne proprietäre Inhalte. Diese enthält fast nur Programme, Treiber und Dateien, die unter einer freien Lizenz veröffentlicht wurden, Ausnahme sind z. B. Logos und Icons des Webbrowsers Firefox. Die erste und einzige finale Version wurde mit der Herausgabe von Ubuntu 7.10 (18. Oktober 2007) fertiggestellt.
Mit diesem Projekt versucht Canonical dem Vorwurf zu begegnen, dass Ubuntu nicht mehr Freie Software sei, weil es viele proprietäre Treiber und Programme nutzt oder zumindest anbietet. Die Entwickler sollen mit Gobuntu die Grenzen von freiem Code und sonstigen freien Werken feststellen und falls nötig auch an deren Ausweitung arbeiten.[55] Gemäß Chefentwickler Mark Shuttleworth funktioniert Gobuntu bisher noch nicht mit viel Hardware einwandfrei, existiert aber als ein Zeichen für die Notwendigkeit Freier Software und als Beispiel, was heute schon möglich ist.
Erste Pläne für ein derartiges Projekt gab es schon im November 2005,[56] damals unter dem Namen Gnubuntu. Dies wurde nach Protesten von Richard Stallman zunächst in Ubuntu-libre geändert.[57] Die Entwicklung von Gobuntu geschieht nun in Zusammenarbeit mit den Entwicklern von gNewSense, welches von Stallman gebilligt wurde, und soll dessen zukünftige Basis werden.
Eine Gobuntu Version 8.04 wurde nie veröffentlicht. Als Gründe wurden u. a. Inaktivität der Gobuntu-Community geltend gemacht. Auch ist es in Ubuntu 8.04 nun möglich – indem man beim Bootloader zwei mal die Taste F6 drückt –, nur Freie Software zu installieren. Solange man keine Pakete aus restricted oder multiverse installiert, hat man ein komplett Freies System, wie es von Gobuntu beabsichtigt war.[58] Auch hat Shuttleworth darauf hingewiesen, dass er lieber auf gNewSense fokussieren will, weil die Arbeit am gNewSense-Projekt auch der Ubuntu-Community hilft.[59]
Ubuntu Studio ist speziell auf die Anforderungen von Audio-, Grafik- und Videobearbeitung ausgerichtet. Für solche Zwecke wurde den Ubuntu-Quellen ein Kernel mit Echtzeitfunktionen hinzugefügt, der dafür keinerlei Energiesparfunktionen unterstützt. Als Audio-Backend dient das Programm JACK. Außerdem gehören diverse Programme aus dem Multimedia-Bereich zum Umfang, wie beispielsweise CinePaint, die Videobearbeitung Kino, der Audio-Sequenzer Rosegarden, der Audio-Editor Ardour oder das DTP-Programm Scribus. Die erste stabile Version ist am 10. Mai 2007 erschienen und basiert auf Ubuntu 7.04.[60] Diese wird als einzige Ubuntu-Version als ein DVD-Image mit knapp 900 MB ausgeliefert. Am 19. Oktober 2007 wurde eine neue, auf Ubuntu 7.10 basierende Version veröffentlicht. Diese ist erstmals auch für AMD64 verfügbar. Die aktuelle Version 8.04 ist seit dem 23. April 2008 verfügbar. Auf der Ubuntu Homepage wird Ubuntu Studio als „Recognized Derivative“ (Anerkanntes Derivat) aufgeführt.[61]
Ebenfalls in der Entwicklung befindet sich ein zunächst als „Ubuntu Mobile and Embedded Edition“ bezeichnetes Derivat, welches speziell an den Bedarf von Ultra Mobilen PCs und ähnlichen Geräten angepasst ist.[62] Die erste Version wurde für Ubuntu 7.10 angekündigt, mittlerweile wurde der Erscheinungstermin auf Ubuntu 8.04 verschoben. Ubuntu Mobile and Embedded entsteht in Zusammenarbeit mit Intel und wird auf deren neue Mobile Internet Device-Plattform (MID) optimiert. Die abgespeckte Variante der Linux-Distribution wird neben Software wie einem Webbrowser verschiedene Multimedia-Applikationen enthalten, gab Ubuntu-Hauptsponsor Canonical nun bekannt. So wird es auch möglich sein, Videos auf den MIDs abzuspielen. Die Oberfläche wurde auf kleine Displays wie beispielsweise die des Eee PC angepasst.
Zudem soll es verschiedene technische Optimierungen am Betriebssystem geben, etwa schnellere Startzeiten sowohl beim Systemstart als auch beim Aufwachen aus dem Schlafmodus. Canonical und Intel wollen darüber hinaus den Bedarf an Festplatten- und Arbeitsspeicher verringern.
Später war von „Spätsommer 2008“ die Rede, und der Name wurde zu „Ubuntu Netbook Remix“ geändert.[63] Im Juni 2008 wurde die fertige „Ubuntu MID-Edition“ präsentiert und im September 2008 bei Dell zum „Inspiron Mini 9“ angeboten.
Am 12. November 2005 wurde der Verein „Ubuntu Deutschland“ in Nürnberg gegründet, um somit die Ubuntu Foundation in Deutschland zu unterstützen. Der Verein will zukünftig verstärkt auf Messen und verschiedenen Veranstaltungen vertreten sein. Am 20. und 21. Oktober 2007 richtete er eine Benutzerkonferenz unter dem Namen Ubucon aus, die in der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld stattfand und kostenfrei besucht werden konnte.
Ubuntu wird vor allem von manchen Anhängern des Debian-Projekts kritisiert. Moniert wird, dass Ubuntu technisch nicht vollständig kompatibel zu Debian sei.[66] Eine der unter anderem von Ian Murdock erhobenen Forderungen ist es, weiterhin die jeweils aktuelle Debian-Version als Basis zu nutzen.[67] Auf der Debian-Entwicklerkonferenz debconf 6 im Mai 2006 gab es diesbezüglich eine Aussprache zwischen einigen führenden Debian-Entwicklern und Mark Shuttleworth.[68] Außerdem sind einige Debian-Entwickler mit der Qualität der von Ubuntu zurückgegebenen Patches unzufrieden. Diese enthielten zu viele Ubuntu-spezifische Änderungen, die für Debian nutzlos seien. Des Weiteren wird die Idee als solche, Pakete aus Debian zu übernehmen, oftmals kritisiert, da hierdurch Debian selbst geschwächt werde.[69]
Des Weiteren wird Ubuntu von Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartmann eine mangelnde Zusammenarbeit mit den Kernel-Entwicklern vorgeworfen.[70]
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