Der Begriff User Experience (Abkürzung UX, deutsch wörtlich: Nutzererfahrung, besser: Nutzungserlebnis - alternativ wird auch häufiger vom Anwendungserlebnis gesprochen) umschreibt alle Aspekte der Erfahrungen eines Nutzers bei der Interaktion mit einem Produkt, Dienst, Umgebung oder Einrichtung. Dazu zählen auch Software und IT-Systeme. Meistens wird im Zusammenhang mit der Gestaltung von Websites von User experience gesprochen, der Begriff umschließt jedoch tatsächlich das volle Spektrum an Interaktionsmöglichkeiten.
User experience spielt eine große Rolle bei der Produkt- und Serviceentwicklung. Ziel ist es, ein möglichst angenehmes Nutzungserlebnis zu schaffen. Die Voraussetzung für eine positive User experience ist die Erfüllung der Erwartungen der Nutzer, ohne dass die Nutzer sich langweilen oder überfordert sind. Dabei kommt es auch auf die Eleganz des Produkts an, so dass es den Nutzern eine Freude ist, das Produkt zu besitzen oder zu benutzen.
Häufig wird angenommen, dass eine gute User experience eine einfache Bedienung voraussetzt. Dies ist im Gegensatz zu guter Usability nicht der Fall. Auch sehr komplex zu bedienende Produkte, wie z.B. Computerspiele, Kommandozeilenbasierte Serverprogramme können dem Anwender ein positives Nutzungs- bzw. Anwendungserlebnis verschaffen.
Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Ein Computerspiel sieht schick aus, es macht Spaß es zu spielen, die Navigation ist allerdings nicht konsistent und das Player Profile wird sehr ineffizient gepflegt. So kann ein Spiel zwar eine gute User experience haben (=es macht Spaß), auf der anderen Seite aber mangelnde Usability haben.
Der Begriff User experience ist nicht synonym zu Usability, wenngleich eine starke Verwandtschaft besteht. Tatsächlich finden sich in den neusten Normen und Standards im Bereich Usability Verweise, die eine Bedeutung der emotionalen Ansprache von Software würdigen.
User experience als Rahmenbegriff verweist nämlich lediglich auf das Entstehen eines Nutzererlebnis', nicht ob dieses gut oder schlecht ist. Usability ist per Definition eine messbare Qualität. Die Verbindung der beiden Begriffe erlaubt also, User experience auf Gebrauchstauglichkeit und Zufriedenstellung gemäß ergonomischen Maßstäben zu qualifizieren. In Fachkreisen wird Usability als ein Teil von User Experience verstanden.
Der Begriff der User Experience (UX) hat im Zusammenhang mit der Entwicklung des Web 2.0 noch einmal eine neue Relevanz gewonnen, weil mit dieser Entwicklung auch eine qualitative Veränderung des Nutzerverhaltens verbunden war. Während das Nutzungerlebnis, d.h. die User Experience beim Web der ersten Generation/Web 1.0 noch in erster Linie (passiv) durch die Aufnahme von Informationen, d.h. Rezeption definiert war, spielt beim Web 2.0 die aktive Mitgestaltung des Users eine ausschlaggebende Rolle für das gesamte Nutzungserlebnis.
Eine positive UX, d.h. ein positives Nutzungserlebnis des Users auf Websites wird neben der guten und einfachen Bedienbarkeit (Usability) an verschiedenen weiteren Kriterien gemessen. Dies sind Joy of Use (Spaß bei der Benutzung), ein ansprechendes Design (Übersichtlichkeit, moderne Gestaltung etc.) und der Innovationgrad einer Website im Hinblick auf neue und intuitiv bedienbare Features und Tools. Auch Faktoren wie die Vermittlung von Vertrauen und Glaubwürdigkeit spielen eine wichtige Rolle für eine positive User Experience.
Für die Messung der User Experience auf einer Website stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, u.a. die Eye-Tracking-Methode, bei der die spontane Wahrnehmung der Website über die Augenbewegung des Users gemessen wird, sowie Tests anhand von User-Befragungen. Bei der Validierung der User Experience sind vor allem Fragen wichtig wie zum Beispiel: Wie schnell vermittelt sich dem User Sinn, Konzept und Zweck einer Website?