Ein Varistor ist ein elektronisches Bauteil. Es handelt sich dabei um einen spannungsabhängigen Widerstand. Oberhalb einer bestimmten Schwellspannung, die typisch für den jeweiligen Varistor ist, wird der Widerstand abrupt kleiner. Die Kennlinie ist dabei symmetrisch zur Spannung, die Polarität spielt also keine Rolle. Varistor ist ein aus den englischen Begriffen „variable resistor“ zusammengesetztes Kofferwort. Varistoren werden auch als VDR bezeichnet. VDR steht für Voltage Dependent Resistor, also spannungsabhängiger Widerstand. Für Metalloxid-Varistoren ist die Abkürzung MOV üblich.
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Varistoren werden heute meist auf der Basis von Zinkoxid (ZnO) hergestellt. Zusammen mit anderen Metalloxiden, wie Wismutoxid, Chromoxid oder Manganoxid, wird das Pulver in Tablettenform gepresst und gesintert. Auf zwei Seiten wird der Rohling mit Silber oder Aluminium kontaktiert und mit Anschlüssen versehen. Früher wurden Varistoren aus Siliziumkarbid (SiC) hergestellt. Diese Varistoren gelten heute als veraltet, da ihre Strom-Spannungs-Kennlinie oberhalb der Schwellspannung deutlich flacher verläuft als bei ZnO-Varistoren.
Die Strom-Spannungs-Kennlinie eines Varistors kann mit folgender Formel angenähert werden:
![I = \left( \frac{U}{B}\right)^n\cdot 1\ [A]](http://pics.computerbase.de/lexikon/165898/f69d656200ec25ebcca41c5d2e64d720.png)
Hierbei bezeichnet B die Spannung, bei der ein Strom von einem Ampere durch den Varistor fließt (nicht zu verwechseln mit der Schwellspannung). A ist das Einheitenzeichen für Ampere. Der Exponent n bestimmt die Kennliniensteigung. Für Zinkoxid-Varistoren ist n typischerweise größer als 20, für SiC-Varistoren ist n ca. 5.
Folgende Bauformen kommen am häufigsten zum Einsatz:
Varistoren eignen sich zum Schutz vor Überspannungen. Im Normalbetrieb ist ihr Widerstand sehr groß, während bei Überspannung der Widerstand fast verzögerungsfrei sehr klein wird und Ladung ableitet. Sie werden sowohl zum Schutz empfindlicher elektronischer Schaltungen als auch in der Starkstromtechnik eingesetzt.
Varistoren haben Ansprechzeiten von unter einer Nanosekunde und können bei Überspannungen relativ große Energien absorbieren, ohne zerstört zu werden. Ein Nachteil von ZnO-Varistoren ist, dass sie durch mehrere kleinere Überspannungen „altern“, das heißt ihre Schwellspannung wird mit der Zeit niedriger, bzw. ihr Leckstrom erhöht sich. SiC-Varistoren zeigten diese Art der Alterung nicht.
Alternativ zu Varistoren werden bei Schutzschaltungen auch Suppressordioden eingesetzt. Suppressordioden werden bei Überspannung allerdings schon durch relativ geringe Energien zerstört, so dass sie hauptsächlich für kleinere Spannungen verwendet werden, wie sie zum Beispiel bei Signalleitungen auftreten. Andererseits altern Suppressordioden im Gegensatz zu Varistoren nicht.
Darüber hinaus gibt es auch Gasableiter als Grobschutzelemente. Diese können bei Überspannungen sehr große Energien absorbieren, haben allerdings im Vergleich zu Varistoren eine relativ lange Ansprechzeit von einigen Mikrosekunden. Deshalb werden sie auch häufig in Kombination mit Varistoren verwendet.
Varistoren werden auch als (Bedarfs-)Strombrücke für die Reihenschaltung von Glühlampen benutzt.