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Verbindungsprogrammierte Steuerung

19. Jul 2008, 16:55

Die Verbindungsprogrammierte Steuerung (VPS) (umgangssprachlich auch festverdrahtete Steuerung/festverdrahtete Logik oder – fälschlicherweise – konventionelle Steuerung) ist eine Möglichkeit, Steuerungs- und Regelungsaufgaben in der Prozess- und Automatisierungstechnik zu realisieren. Der Begriff Verbindungsprogrammierte Steuerung (VPS) ist eingeführt worden, um eine Abgrenzung zur speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) vornehmen zu können.

Im Gegensatz zur speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) ist der Programmablauf (= Logik) durch die feste Verbindung der einzelnen Bauelemente festgelegt. Bei der festen Verbindung kann es sich um Verdrahtung von logischen Komponenten (Relaiskontakte, Spulen), spezielle Logikbausteine (z. B. BBC Sigmatronik-Bausteine) oder die gedruckte Schaltung einer Leiterplatte handeln. Die jeweilige Aufgabenstellung der Steuerung bestimmt, wie die Bauelemente, z. B. Relais, Schütze, Schalter, Multifunktionsrelais, Lichtschranken, Anzeigegeräte miteinander zu verbinden sind. Ändert sich die Steuerungsaufgabe, so muss in der Regel die Verdrahtung, häufig aber auch die Bestückung mit Bauelementen geändert werden.

In früheren Zeiten war die Steuerung von der Leit- bis zur Zellenebene in VPS ausgelegt. Der Verdrahtungsaufwand war damit ungeheuer groß, die Fehlersuche sehr mühselig. Bei den heutigen Personalkosten und Kupferpreisen (bei Fahrzeugen auch wegen des Gewichts) weicht man deshalb auf Bussysteme/Feldbus aus, wie z. B. ASi-Bus oder Interbus. Diese funktionieren in Zusammenhang mit einer oder mehrerer SPS. So sind häufig nur noch 2 Leitungen zur Steuerung von Aktoren notwendig.

Um die Signale der Sensoren zu den jeweiligen Aktoren zu leiten, benötigt man einen prozessverarbeitenden Teil. Bei VPS sind dies häufig Relais, Schütze, Timer oder FPGAs. Bei SPS ist dies durch einen elektronischen Prozessor realisiert, der mit einer entsprechenden Software arbeitet.

Da VPS also sehr aufwendig und unflexibel sein kann, sind VPS zur Realisierung von komplexen Automatisierungsaufgaben so gut wie verschwunden. Sogar für kleine Automatisierungsaufgaben werden heute Mini-SPS, wie zum Beispiel die Logo (der Firma Siemens) oder Easy (der Firma Moeller), verwendet.

Bestimmte sicherheitsrelevante Funktionen (z. B. Not-Aus) müssen jedoch auch bei einem Ausfall der SPS funktionieren. Die VPS wird deshalb heute hauptsächlich als Ergänzung zur SPS verwendet, damit die Sicherheit einer Maschine oder Anlage auch bei einer Fehlfunktion der SPS (z. B. Systemabsturz) gewährleistet ist.

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