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Vernetzung

14. Apr 2008, 11:09
Dieser Artikel beschreibt den Begriff der Vernetzung in der Systemtheorie, Biologie und Soziologie, zum Begriff der Vernetzung in der Chemie siehe Vernetzung (Chemie)

Vernetzung ist ein Begriff aus der Systemtheorie. Ein System besteht aus einzelnen Teilen, die durch Ursache-Wirkungs-Beziehungen und allgemeine und besondere Systemeigenschaften miteinander vielfältig verknüpft sind. Bildhaft spricht man daher von einem "Beziehungsnetz".

Bekannt sind z. B. aus der Ökologie die Begriffe Nahrungskette und Nahrungsnetz. In einem Nahrungsnetz sind verschiedene Nahrungsketten miteinander gekoppelt.

In der Soziologie hat eine gut „vernetzte“ Person ein Geflecht von Beziehungen zu anderen Personen, zum Beispiel in verschiedenen Organisationen, die ihr unter anderem helfen, rasch an Informationen oder Hilfe zu kommen oder Krisensituationen zu vermeiden oder zu bewältigen. Im Beruf ist auch der Begriff Karrierenetzwerk geläufig.

Der Begriff kommt außerdem im Bereich der Informationstechnik zum Einsatz, wenn im Allgemeinen die Infrastruktur zwischen elektronischen Geräten also die Verkabelung gemeint ist z. B. bei Computernetzwerken.

Im Bereich der Informatik entsteht die Disziplin des Knowledge Managements bzw. Knowledge Engineerings in dessen Zusammenhang Vernetzung die Verknüpfung von Wissensfragmenten zu neuen Ideen bedeutet.

Vernetzung von Information wird in relationalen Datenbanken über Relationen abgebildet, z.B. auch in Wikipedia.

Besonders fruchtbar ist der Vernetzungsgedanke, wenn man ihn auf das Gehirn anwendet. Auf dem Substrat von neuronalen Netzen, wo intensive Interaktionen zwischen Neuronen erfolgen, entstehen gemeinsame Produkte: die Gedanken. Dieses Modell wiederum lässt sich auf das Internet, nicht zuletzt auf die Wikipediastruktur übertragen. In zahlreichen Bereichen der Gesellschaft macht sich die Umsetzung des Vernetzungsgedanken bemerkbar. So werden im Bildungssystem neue Unterrichtsmethoden erprobt, bei denen Lernergruppen zu neuronalen Netzen umgestaltet werden. Diese Lernergruppen, wie Neuronenensembles auch, produzieren kollektiv Wissen (vgl. zum Beispiel Lernen durch Lehren (LdL) nach Jean-Pol Martin). Bei LdL wird über die kognitiv erworbene Vernetzungskompetenz hinaus auch eine emotional geprägte Netzsensibilität systematisch aufgebaut.

[Bearbeiten] Vernetzungsgrad

Zur Quantifizierung der Vernetzung eines Systems lassen sich verschiedene Maßzahlen heranziehen. Ein kontextfreies Maß bildet zum Beispiel der Clusterkoeffizient aus der Graphentheorie. Die Grundidee ist allerdings immer gleich - der Vernetzungsgrad berechnet sich, indem die Zahl der Interaktionspartner und damit der überhaupt möglichen Interaktionen zur Zahl ihrer tatsächlichen Interaktionen in Beziehung gesetzt wird.

[Bearbeiten] Siehe auch

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