Das englischsprachige Akronym WIMP steht meist für „Windows“, „Icons“, „Menus“ und „Pointer“ (bzw. „pointing device“). Es bezeichnet das derzeit dominierende Grundkonzept moderner grafischer Benutzungsschnittstellen (GUIs) für Arbeitsplatzrechner. Die vier Begriffe bedeuten ins Deutsche übersetzt: Fenster, Ikone, Menüs und Zeiger.
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Fenster sind meist nebeneinander bzw. sich überlagernd darstellbare Zonen, die Text- und Bilddokumente, Bearbeitungswerkzeuge u. v. a. m. beinhalten können. Manche Fensterarten sind in Größe und Position frei veränderbar, andere wiederum dienen z. B. nur zur Darstellung von Warnhinweis-Dialogen mit fester Größe und Position.
Ikone (nicht Ikonen!) sind meist kompakte Bilder, die Dokumente, Anwendungen, Anwendungs-Funktionen usw. repräsentieren und mit einem kurzen Erklärungstext versehen sein können. Beispiele sind Warnsymbole, Werkzeugicons, Navigationspfeile und Favicons. Im Vergleich zu bloßen Textzeilen lassen Ikone viele Funktionen und Mediensorten schneller erfassbar und intuitiver wiedererkennbar werden: »Der Mensch nimmt rasch im Bilde etwas zur Kenntnis, was er lesend nicht mehr auffassen könnte.«[1]
Menüs sind meist ausklappbare Auswahl-Listen für die jeweils verfügbaren Anwendungs-Funktionen. Sogenannte Pull-Down-Menüs klappen nur nach unten (down) auf, da sich deren Menüleiste immer ganz am oberen Monitorrand befindet – letzteres hat den ergonomischen Vorteil, dass man beim Anklicken der Menüleiste nicht auf die exakte Höhenposition achten muss, sondern den Mauszeiger einfach am Monitorrand entlanggleiten lassen kann. Entsprechend anders verhält es sich mit Pull-Up-Menüs (am unteren Monitorrand) und Pop-Up-Menüs (an beliebigen Stellen). Weitere Menü-Arten sind Pie-Menüs, Kontextmenüs u. a.
Der Zeiger ist das am GUI-Monitor bewegbare Zeige- und Bearbeitungs-Hauptsymbol, welches per Eingabegerät (z. B. per Maus) steuerbar ist. Je nach Anwendungskontext repräsentiert der Mauszeiger mit einem geeigneten Symbol (Pfeil, Einfügemarke, Greifhand, Zeigefingerhand, Warteschleife usw.) die vom Anwender momentan gewählte Zeige- und Bearbeitungsposition.
Hier ist indirekt das Grundkonzept der Direktmanipulation enthalten: Mittels Werkzeug (Programm) kann beliebiges Material (Dokument) in einem Gebäude (Betriebssystem) bearbeitet werden, ohne kryptische Befehlszeilen eintippen zu müssen.[2] Auf dem menschengerechten WIMP-Prinzip basiert u. a. das WYSIWYG-Prinzip.
Ein erster Meilenstein der WIMP-Geschichte ist das am Stanford Research Institute unter der Leitung von Douglas Engelbart und anderen entwickelte NLS (oN-Line System), welches 1968 öffentlich präsentiert wurde.[3] Einige NLS-Entwickler wechselten Anfang der 1970er Jahre ans Xerox PARC, um das WIMP-gestützte Smalltalk zu realisieren, welches wiederum für Apples Mac OS Pate stand.[4]