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Unter Web-to-Print wird eine online erzeugte Druckvorlage verstanden. Andere Begriffe, welche den gleichen Prozess beschreiben sind Online-Publishing, Webtop-Publishing, Automatic Documents, Print Factory, Dynamic Documents.
Erstmals Mitte der 90er Jahre, mit dem Start ins Internetzeitalter, gab es die Idee, die Druckvorlagenproduktion via Internet zu realisieren und deren Workflow online abzubilden. Ende der 90er Jahre, mit einer verbesserten technischen Infrastruktur im Internet und vor allem mit schnelleren Online-Verbindungen, konnte sich das Verfahren der Online-Erzeugung von Druckvorlagen via Internet, nun erstmals Web-to-Print genannt, durchsetzen.
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ZIPCON Consulting bringt Web-to-Print klar auf den Punkt: " Web-to-Print ist die servergestützte Online-Erzeugung von individuellen Druck-Dokumenten unter Einbeziehung der notwendigen kaufmännischen Prozesse." - so Bernd Zipper, Technologie- und Strategieberater der ZIPCON Consulting aus Essen/Deutschland.
Eine etwas erweiterte Definition:
1. Web-to-Print ist der Prozess der Erstellung und Abwicklung von Druckaufträgen über Internet, mit dem Ziel, den Produktions- und Freigabeprozess von standardisierbaren Produkten zu rationalisieren und die Kosten zu senken. Dazu werden Vorlagen definiert, die vom Anwender selbst im Internet-Browser mit Inhalten befüllt und beauftragt werden.
2. Web-to-Print ist mehr: Es ist die Verknüpfung zweier Medienwelten. Web-to-Print steht für eine Vielzahl neuer Anwendungen, die die Technologien beider Welten kombinieren.
Quelle: intomedia.de
Mit Web-to-Print kann nicht ein einziges Produktions-Verfahren bezeichnet werden, de facto ist Web-to-Print eine Prozesskette, die sowohl die Erzeugung der Druckvorlage via Internetserver als auch die Abbildung der kaufmännischen Abläufe realisiert. Ferner müssen auch Prozesse berücksichtigt werden, die den Kunden zum Kauf beziehungsweise zur Bestellung bringen. Es muss also auch für eine entsprechende Präsentation der „digitalen Produkte“ gesorgt sein.
Die Realität ist allerdings komplexer als Abbildung 1 verdeutlicht. Es muss unterschieden werden, ob der Web-to-Print-Anbieter seinen Kunden schon kennt (ob er also Bestandskunde ist) oder ob es sich um einen „digitalen Laufkunden“ handelt.
So wird zwischen zwei verschiedenen Shop-Systemen unterschieden. Selbst dann, wenn der Anbieter sein Angebot nicht als Onlineshop sieht, greift immer eine der beiden Definitionen: „Closed Shop“ – Mit einem Kennwort geschützter Online-Shop, der eine Identifizierung des Kunden vor dem eigentlichen Kaufprozess notwendig macht. „Open Shop“ – Offener Online-Shop, der ohne Identifizierung vom Endanwender betreten und genutzt werden darf. Der Kunde muss sich erst identifizieren, wenn er eine Kaufentscheidung getroffen hat und eine Bestellung auslöst.
Um Daten in die jeweilige Vorlage einzubringen, gibt es verschiedene Verfahren, die zum Teil auch kombiniert genutzt werden können. Die wichtigsten Verfahren sind unter anderem:
Grundlage für Web-to-Print-Druckvorlagen sind immer vordefinierte Vorlagen, mehr oder minder intelligent. Während der eine Hersteller auf XML zur Erzeugung setzt, nutzt ein anderer PDF-Formulare und wieder ein anderer Vorlagen aus Adobe InDesign oder Quark XPress.
Diese Vorlagen, auch Web-to-Print-Template genannt, sind Mustervorlagen-Dateien, in der Elemente mit Rechten und Eigenschaften ausgestattet werden, damit diese später individuell oder nach Vorgabe modifiziert werden können.
Analysiert man eine Reihe von Arbeits- und Geschäftsprozessen bei der Planung, Kreation und Gestaltung von Printmedien, realisiert man schnell, dass viele Abläufe durch eine rationellere und effektivere Abwicklung kostengünstiger und zeitoptimierter umgesetzt werden könnten. Dies kann zum einen innerhalb einer Druckerei geschehen, oder aber auch beim Kunden.
Nicht nur der eigentliche Produktionsvorgang in der Vorstufe oder der Druckerei bedarf meist einer Optimierung, sondern auch die Koordinierung und "Produktion" auf Seiten des Endkunden. Oft bleibt beim Endkunden in der Industrie das größte Optimierungspotential unentdeckt. Aktuelle Erfahrungsberichte aus dem Bereich Markenkommunikation und digitalem Brand-Management zeigen, dass genau dort durch die Straffung von Prozessen das größte Einsparungspotential liegt.
Addiert man nun die beiden Bereiche Druckproduktion und "Marketing-Produktion" zusammen, können sich Einsparungseffekte in Zeit und Budget von bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten ergeben (60 bis 80 Prozent der Vorstufenkosten).
Ergebnisse einer Befragung durch ZIPCON Consulting 2006/2007:
(Datenträger, Filmmaterial, Druckplatten, Proofs)
B2B-Produkte:
B2C-Produkte:
C2C-Produkte (zwischen Endkunden):
Der Markt „Web-to-Print“ ist derzeit noch recht unübersichtlich. Oft sind die Grenzen zwischen Anbieter und Dienstleister unscharf und für den Kunden nicht zu erfassen. ZIPCON Consulting teilt die Rollen im Web-to-Print-Markt wie folgt auf:
Technologieanbieter
Softwareanbieter
Integrator
Provider
Dienstleistungs-Anbieter (Mediendienstleister)
ZIPCON Consulting hat mit der vorliegenden Produktklassifizierung einen ersten Ansatz zur Schaffung von Transparenz im Web-to-Print-Anwendungsmarkt entwickelt. ZIPCON Consulting ist der Auffassung, dass nur Markttransparenz hilft, Web-to-Print langfristig in den produzierenden Unternehmen zu verankern. ZIPCON Consulting hat Anwendungen in fünf Klassen unterteilt. Auch wenn diese Klassen in A, B, C, D, E unterteilt sind, muss es nicht zwangsläufig bedeuten, dass eine B-Anwendung weniger wertig ist als zum Beispiel eine C-Anwendung. Es besteht jedoch ein Unterschied in der Handhabung der Vorlagen und den Gestaltungsmöglichkeiten.
Klasse A: Automat
Klasse B: Layout-Automat
Klasse C: Grafischer Layout-Automat
Klassifizierung D: Kampagnen-Automat
Klassifizierung E: Workflow- und Kampagnen-Automat
Handelsmarketingautomatisierung
Bernd Zipper: Web-to-Print 2007 – Lösungen, Verfahren, Märkte Version 1.0 - 2007 Zipcon Consulting + Bundesverband Druck und Medien, Essen 2007