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Widget

7. Nov 2008, 00:39
Hilfe:Begriffsklärung
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Widget (Begriffsklärung) aufgeführt.
Darstellung einiger Widgets unter DesktopX
Ein Netzwerkgeschwindigkeits-Applet und ein CPU-Takt-Applet in einem GNOME-Panel

Ein Widget oder Applet ist ein kleines Computerprogramm, das nicht als eigenständige Anwendung betrieben wird, sondern in eine Grafische Benutzeroberfläche oder Webseite eingebunden wird. Meist handelt es sich um Hilfs- bzw. Dienstprogramme oder Tools. Je nach Umgebung werden Widgets auch als Gadgets oder Plugins bezeichnet. Plugins sind meist auf ein konkretes Programm zugeschnitten. Widgets können nicht als eigenständige Anwendungsprogramme im Rahmen eines Betriebssystems betrieben werden, sondern benötigen eine Umgebung, die dem Widget über eine Programmierschnittstelle Grundfunktionen und Ressourcen bereitstellt und seine Möglichkeiten beschränkt. Programme, die speziell dem Betrieb von Widgets dienen, werden als Widget-Engines bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ursprung und Entwicklung

Der Name Applet bedeutet übersetzt Progrämmchen (Diminutiv von engl. Application = Anwendung, Programm).

Apple führte im April 2005 mit der Version 10.4 seines Betriebssystems Mac OS X in HTML, CSS sowie JavaScript geschriebene Widgets mit Hilfe des Programms Dashboard ein. Apple wird oft als Erfinder dieser Widgets bezeichnet, obwohl dieses Konzept bereits einige Jahre vorher Bestandteil von Active Desktop bzw. ObjectDesktop unter Windows war. Mit SuperKaramba ist auch für KDE bereits seit 2003 ein Widget-Framework verfügbar. Der Begriff Widget erlangte 2003 durch das Programm Konfabulator weite Verbreitung.

Parallel zur Entwicklung von Widgets für einzelne Betriebssysteme entwickelten sich Widgets in Form von Webanwendungen. Viele dieser Widgets bieten keine komplexen Funktionen, sondern blenden lediglich Informationen aus anderen Quellen ein. Dieses Verfahren wird auch Syndikation genannt. Beispiele dafür sind die Einbindung von Inhalten von Portalen wie YouTube oder Sevenload mit Adobe Flash oder die Einbindung von Fotos eines Benutzers über die Anwendung Flickr. Diese Arten von Widgets haben mit zur Verbreitung von User Generated Content und Web-2.0-Anwendungen beigetragen. Widgets zur Einbindung in Webseiten werden im Gegensatz zu anderen Widgets häufig nur als kleine Fragmente von HTML- und JavaScript-Code angeboten, die automatisch installiert werden können. Inzwischen verschwinden die Grenzen zwischen Widgets für den Desktop und Widgets im Web immer mehr, da mit entsprechenden Widget-Engines auch Web-Widgets auf dem Desktop eingesetzt werden können.

Im Rahmen des W3C wird derzeit an einem Standard für Widgets gearbeitet.[1]

[Bearbeiten] Widget-Engines

Ab der Version Windows Vista können Widgets in der Windows Sidebar integriert werden. Die Widgets werden dort Gadgets bzw. Minianwendungen genannt. Weitere Programme zur Einbindung von Widgets unter Windows sind Samurize, AveDesk, DesktopX, KlipFolio und Kapsules. Die Widget-Engine Konfabulator (jetzt: Yahoo Widget Engine) wurde ursprünglich für Mac OS X entwickelt und später für Windows portiert. Mit dem Dashboard ist in Mac OS X eine eigene Widget-Engine integriert. Mit Google Desktop können Widgets (dort als Gadgets bezeichnet) unter Windows, Mac OS X und Linux auf den Desktop gebracht werden. Allgemeine Widget-Engines für Linux sind gDesklets und screenlets. Speziell für KDE gibt es SuperKaramba; mit KDE 4 kommt eine eigene Widget-Umgebung hinzu, bei der die Widgets Plasmoids heißen.

Mittels DHTML, AJAX, Adobe Flash oder Java-Applets können Anwendungen in eine Webseite eingebunden werden. Im Zuge der Web-2.0-Entwicklung bieten verschiedene Webseiten spezielle Plattformen zur Zusammenstellung von personalisierten Widgets an, z. B. netvibes, iGoogle, pageflakes, ContentSieve, allyve oder Facebook. Der Webbrowser Opera stellt seit der Version 9 Widgets zur Verfügung.

[Bearbeiten] Belege

  1. http://www.w3.org/TR/widgets/

[Bearbeiten] Weblinks

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