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Zweipol

24. Sep 2008, 23:01

Als einen Zweipol (auch Eintor oder Oneport genannt) bezeichnet man in der Elektrotechnik allgemein ein Bauelement oder eine Schaltung mit zwei „Anschlüssen“ (Klemmen).

Die Zweipoltheorie befasst sich mit der theoretischen Betrachtung und Berechnung von Zweipolen. Dabei wird das Klemmverhalten über den Zusammenhang von Strom und Spannung beschrieben, das frequenzabhängig sein kann. Wird dieser Zusammenhang in einem zweidimensionalen Diagramm eingetragen, entstehen je nach Bauteil unterschiedliche Graphen. Es entstehen Kennlinien, Kennflächen oder einzelne Punkte. Ein Strom-Spannungs-Diagramm lässt sich jedoch nicht für alle Elemente zeichnen.

Nach dem Klemmenverhalten bei Wechselspannung unterteilt man Zweipole in drei Kategorien:

  • resistiv: Der Strom ist der Spannung proportional, Strom und Spannung sind stets in Phase.
  • induktiv: Die Spannung ist der zeitlichen Änderung des Stroms proportional, die Spannung eilt dem Strom voraus
  • kapazitiv: Der Strom ist der zeitlichen Änderung der Spannung proportional, der Strom eilt der Spannung voraus

Es gibt Mischformen aus den oben genannten Kategorien: resistiv-induktiv, resistiv-kapazitiv. Ein Beispiel für einen resistiv-induktiven Zweipol ist ein Elektromotor. Ein Schwingkreis kann frequenzabhängig alle drei Verhalten zeigen. Ein Schwingkreis wird häufig durch seine Resonanzkurve normiert über die Verstimmung, statt durch ein U-I-Diagramm dargestellt.

Neben diesen drei Kategorien lassen sich weitere Eigenschaften eines Eintors bestimmen:

  • passiv: Das Eintor gibt in keinem Betriebszustand elektrische Leistung über die Klemmen ab.
  • aktiv: Das Eintor gibt (immer) Leistung über die Klemmen ab.
  • linear: Für den Zusammenhang zwischen Klemmenstrom und Klemmenspannung gilt der Überlagerungssatz.
  • zeitinvariant: Das Verhalten des Zweitors ist nicht explizit von der Zeit unabhängig.

Die Erweiterung ist der Vierpol (Zweitor).

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