Noch am Donnerstag vergangener Woche brachte AMD-Chef Hector Ruiz den Großteil seines Tages damit zu, sich bei Analysten und Anlegern für das schlechte Geschäftsjahr zu entschuldigen und die mangelnde Liquidität des Konzerns zu verharmlosen. Unwesentlich später wurde eine Gehaltserhöhung für Ruiz bekannt.
Für welche Irritationen dieser Vorgang gesorgt hat, liegt auf der Hand. Die Leistung des Chipherstellers ließ in diesem Jahr deutlich zu wünschen übrig – statt zu Intel aufzuschließen, ist der Abstand noch größer geworden. Der Geldmangel des Konzerns wurde so ernst, dass gar auf dritte Wege der Finanzierung zurückgegriffen werden musste.
Vor diesem Hintergrund tat sich Ruiz dann auch am Donnerstag schwer, der Situation etwas Positives abzugewinnen. Einziger Hoffnungsschimmer ist die Prognose, wonach das Tal der Tränen nunmehr durchschritten sei und es ab 2008 bergauf gehen werde.
Diese Heilsbekundungen auf der einen, die nunmehr bekannt gewordene Gehaltserhöhung auf der anderen Seite zeichnen ein bizarres Bild. Während die AMD-Aktie im High-Low-Vergleich über die Zeit bis zu 55 Prozent verloren hat, genehmigt AMD seinem CEO für das neue Jahr eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent. Verdiente Ruiz 2006 noch rund 1.046.358 US-Dollar (ohne Kompensationen), so werden es im kommenden Jahr 1.124.000 US-Dollar. Damit ist Ruiz einmal mehr der bestbezahlte CEO in der Halbleiterbranche.
