10.02.2009 15:11

Neue, offizielle Prozessor-Roadmap von Intel

Gestern war es noch ein Gerücht, heute hat Intel abseits der Halbleiterkonferenz ISSCC (International Solid-State Circuits Conference) in San Francisco eine neue Roadmap für Prozessoren vorgestellt. Demzufolge fällt der Havendale wirklich aus dem Programm, denn der Fokus liegt ganz klar in der 32-nm-Fertigung. Auch mit dabei: ein Sechs-Kern-Desktop-Prozessor.

In San Francisco zeigt Intel aktuell die ersten lauffähigen Modelle des neuen 32-nm-Chips mit dem Codenamen „Westmere“. Dieser neue Chip bringt die Nehalem-Architektur in den Mainstream-Markt. Westmere ist in Intels Tick-Tock-Taktik das neue Tick, bei der auf einer aktuellen Prozessorgeneration basierend die Fertigung in den nächsten Schritt verkleinert wurde. Westmere wird sich im Jahr 2010 über alle Bereiche erstrecken. Da gibt es sowohl einen Nachfolger für die Core i7 auf Basis des Bloomfield, der dann unter dem Codenamen „Gulftown“ mit sechs Kernen an den Start geht. Dank Hyper-Threading ist er in der Lage, zwölf Threads gleichzeitig zu bearbeiten. „Clarkdale“ wird, wie bereits gestern berichtet, das Mainstream-Segment bedienen und mit zwei Kernen/vier Threads plus einem integrierten Grafikteil um Kundschaft werben. Für den mobilen Teil ist mit der Westmere-Generation der „Arrandale“ vorgesehen, der im weitesten Sinne als Clarkdale in Notebook-Form gesehen werden kann. Auf Clarkdale setzt Intel große Stücke, denn neben dem Mainstream-Markt für Desktop-Prozessoren als auch dem mobilen Sektor soll der Clarkdale auch in kleineren 1-Sockel-Servern Verwendung finden.

Wie bereits mehrfach berichtet wird Clarkdale der erste Prozessor, der einen integrierten Grafikkern besitzt. Interessanterweise rückt Intel mit dem Clarkdale jedoch wieder ab von vier Kernen/acht Treads für den Mainstream-Markt, der zuvor noch mit dem Lynnfield als Quad-Core-Prozessor in 45-nm-Fertigung ab dem Sommer 2009 bedient wird. Demnach setzt Intel große Hoffnungen in die Grafiklösung, die für den Massenmarkt anscheinend mehr bringen soll, als zwei zusätzliche Prozessorkerne. Laut Intel wird sich durch die Variante eines neuen kombinierten Prozessors die Herstellung von Mainboards deutlich vereinfachen. Denn aus der traditionellen Lösung mit drei wichtigen Elementen wird in Zukunft eine Lösung mit lediglich zwei Chips. Die Funktionen der Northbridge, aktuell ist das noch Intels 4-Series, werden zum Teil direkt in den Prozessor und der Rest in die „Ibex Peak“, Intels neue 5-Series, gepackt. Im vereinfachten Modell sieht das so aus, dass der Speichercontroller und Grafikkern direkt in den Prozessor integriert werden, während die Ibex Peak die Funktionen der ehemaligen Southbridge und Teile der Northbridge, unter anderem die Ansteuerung des Bildschirms, übernimmt.

Intel-Roadmap mit Westmere in 32 nm

Intel-Roadmap mit Westmere in 32 nm
lauffähiges Clarkdale-Testsystem Intel Vice President Steve Smith shows 32nm Westmere microprocessor.

Wie bereits mehrfach berichtet, will Intel die Produktion und anschließende Auslieferung der ersten 32-nm-Prozessoren noch in diesem Jahr vornehmen. Dabei wird, schenkt man den Informationen abseits der Konferenz glauben, der mobile Markt parallel zum Desktop-Markt bedient. Für die Server-Sparte hingegen sollen die neuen 32-nm-Prozessoren erst später erscheinen. Dies ist auch kaum verwunderlich, denn bisher ist der Nehalem noch nicht einmal für den Server-Markt offiziell vorgestellt worden. Dies soll jedoch noch im ersten Quartal geschehen, denn auch für den Bereich offenbart Intels Roadmap einige Dinge. Neben dem Nehalem-EP, der als Core i7 für den Server zu sehen ist und demzufolge ebenfalls mit vier Kernen/acht Threads auf den Markt kommt, wird für das absolute High-End-Segment der Nehalem-EX zur Verfügung stehen. Dieser bietet als erster Prozessor von Intel acht Kerne und kann mit 16 Threads gleichzeitig umgehen. Ein erstes vereinfachtes Blockdiagramm zeigt, neben dem sehr kleinen Die-Shot, den Aufbau des 2,3 Milliarden Transistoren fassenden Prozessors. Traditionell gehen viele dieser Schaltungen neben den Prozessorkernen auf den Cache (LLC) zurück.

Nehalem-EX Blockdiagramm des Acht-Kern-Prozessors

Autor: Volker Rißka  Quelle: Pressemitteilung

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