Asus hat die beiden Single-GPU-Flaggschiffe der großen Hersteller AMD und Nvidia, die Radeon HD 4890 und GeForce GTX 285, einem neuen Design unterworfen und dabei signifikante Änderungen vorgenommen. In erster Linie betrifft dies „Multilayer Polymer Capacitors“ (Super ML Caps), die auf beiden Karten verbaut wurden.
Diese speziellen Kondensatoren mit bis zu 1.000 Mikrofarad sollen bei der GTX 285 einen dreifach so großen Spielraum beim Übertakten der Karte bieten, gleichzeitig soll das Flaggschiff noch bis zu 15 Grad kühler arbeiten. Bei der Radeon HD 4890 wird fast ein genau so großer Spielraum für den Chiptakt-Overclocker geboten, bei gleichzeitig bis zu zehn Grad niedrigeren Temperaturen.
Für die neue GeForce GTX 285, die bei Asus unter dem Top-Segel fährt, bedeutet dies eine Taktsteigerung auf bis zu 720/1.656/2.920 MHz, die Radeon HD 4890 Top wird auf bis zu 1.000/4.800 MHz getaktet werden können. In den Einstellungen ab Werk zieht der Hersteller jedoch etwas vorsichtiger in die Schlacht, hier stehen 670/1.550/2.600 MHz bei der GTX 285 Top und 900/4.000 MHz bei der HD 4890 Top auf dem Papier. Mittels Tools wie Voltage Tweak kann der Kunde selbst Hand an die Spannung des Grafikchips legen und die Grenzen ausloten.






Ok klärt mich auf... WIESO beeinflussen diese Kondensatoren denn die Temperatur (=Energieverbrauch)?
In einem Schaltwandler entstehen an den Kondensatoren z.T. ganz erhebliche Verluste bedingt durch den ESR. Die Welt ist halt bisserl komplizierter, die Kapazität ist nicht der einzige wichtige (oder gar wichtigste) Faktor.
Niedrigere Verluste im Kondensator = geringerer Energieverbrauch = kleinere Belastung und Verluste in den Drosseln / Transistoren usw.
Durch die niedrige thermische Belastung erhöht sich die Lebensdauer der Kondensatoren. Man kann mit vertretbaren Verlusten die Frequenz des Wandlers erhöhen, wodurch man kleinere Drosseln für die selbe Energie bzw. mehr Energie mit den selben Drosseln übertragen kann.
Durch die schnellere Reaktionsfähigkeit der Kondensatoren verbessert sich die Qualität der Spannung und das Verhalten bei Lastwechseln usw.
Mit anderen Worten: man bekommt einen besseren und wertigeren Wandler, wenn man es denn will.
In welchen Dimensionen sich die Verbesserung bewegt, ist eine andere Frage. (die vermutlich am ehesten der Entwickler beantworten kann.)
Natürlich wär es nicht ungewöhnlich, wenn die Marketingabteilung die verbesserung etwas "überbewertet".
Gruß,
David
Wie gesagt gibt es kein Kondensatorpiepen. Piepen hat immer Magnetische Wechselfelder zur Ursache (auch in anderen Bereichen der Konsumer Elektronik).
Wie And.! schon schrieb, die benötigten Abblockkondensatoren müssen direkt an den vielen Versorgungspins des Chips liegen. Durch die extrem kurzen aber sehr hohen Belastungen sind wenige nF ausreichend und längere Bahnen zu einem größeren Kondensator untragbar (schon allein EMV Bedingt).
Das wurde doch noch gar nicht verifiziert!? Geringen Energieverbrauch kann jeder anpreisen.
Die enorm geringe Impedanz eines solchen Kondensators ist doch gerade der Vorteil! So niederohmig kann kein Wandler sein. Das beansprucht natürlich die Versorgung des Boards besonders.
Aber wie gesagt, niemand weiß, wo und wie dieser große Kondensator genau eingesetzt wird. Auf dem Foto könnte man meinen, er säße direkt unter der GPU. Das würde wiederum aber garantiert keine geringeren Temperaturen dieses C's begünstigen ;)
Ganz richtig.
Nur kann so ein Kondensator nichts herbei zaubern. Was er schnell abgeben kann, muss er auch schnell wieder bekommen!
Schade das die Boardhersteller keine Schematics herausgeben, wird schon keiner nachbauen;)