Nvidia: Trennung von VIA zugunsten von Intel?

Andreas Frischholz
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Lange Zeit machten Gerüchte über eine Zusammenarbeit von VIA und Nvidia die Runde, die sich schließlich im Rahmen der VN-Plattform bestätigten und wofür Nvidia auch die Werbetrommel rührte – doch mit der Zusammenarbeit könnte es möglicherweise auch recht schnell wieder vorbei sein.

Der Branchendienst Digitimes berichtet mit Berufung auf Herstellerkreise, dass Nvidia möglicherweise die Verhandlung und Übereinkunft mit VIA ausschließlich dazu genutzt habe, um Druck auf Intel auszuüben. Der Halbleiterriese soll Nvidia gestatten, Chipsätze mit integrierter Grafikeinheit – wie etwa die MCP73-Familie – für Intels Atom-Prozessoren, zu produzieren. Im Gegenzug würde Nvidia die Zusammenarbeit mit VIA beenden, was insbesondere für den taiwanesischen Hersteller ungünstige Auswirkungen haben könnte.

Nvidia ist als Hersteller wesentlich populärer und könnte VIA so eine bessere Position in puncto Marketing verschaffen, was schließlich in höheren Verkaufszahlen münden könnte. Für Nvidia bedeutet hingegen eine Zusammenarbeit mit Intel, dass man an einen Partner gebunden ist, der zwar eine stärkere Stellung im Markt bietet, allerdings selbst Chipsätze auf den Markt bringt und nicht auf Nvidia angewiesen ist. Selbiges gilt für AMD. Auch dieses Unternehmen arbeitet derzeit an einem Low-Cost-Prozessor. Wie auch immer die Entscheidung Nvidias ausfallen mag, kommentieren wollten weder Nvidia noch VIA diese Spekulationen.

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    … ist Politikwissenschaftler und berichtet seit 2004 über Netzpolitik, Tech-Ökonomie und den digitalen Wandel der Gesellschaft.
Quelle: DigiTimes

Ergänzungen aus der Community

  • riDDi 09.07.2008 10:40
    Sollte Nvidia wirklich so dumm sein? Genau das selbe hat Intel vor garnicht allzu langer Zeit ATI angeboten, als es ihnen an einem passenden Low-End- bzw. Mainstream-Chipsatz mangelte. ATI verkaufte ein paar Chipsätze - ok, sehr viele - die Partnerschaft wurde aber alsbald wieder beendet, als Intel dann selbst die nötige Hardware produzieren konnte.

    Jetzt ködert Intel Nvidia mit Verkäufen bei Atom-Chipsätzen, wo sie selbst seit Beginn den Poulsbo platziert haben und ihn natürlich vorraussetzen, damit man Centrino Atom draufschreiben darf. Centrino Atom will man natürlich so oft wie möglich draufstehen haben, d.h. dann aber kein Nvidia-Chipsatz.

    Ergebnis: Nvidia verkauft evtl. 5(000?) Chipsätze, gibt VIA auf schwächt damit seine Marktposition und Intel lacht sich zum wiederholten Male ins Fäustchen.
  • bensen 09.07.2008 13:03
    für desktop atom-plattformen wäre es wünschenswert
    nen mcp78 derivat hätte ne vernünftige igp und ist auch nicht so ein stromfresser wie der i945gc
  • incurable 09.07.2008 13:58
    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wo nVidia da den Hebel ansetzen will. Es ist ja nicht so, als hätte Intel keine Grafiklösungen, die zum Atom in seinen verschiedenen Ausprägungen passen. Was hätte Intel bitteschön davon, nVidia die Produktion von high-end IGPs für die Atomplattform zu erlauben? Wo liegt denn da der Vorteil?

    Diese Kindergartenspiele sind schon irgendwie drollig, insbesondere wenn nVidia meint, in irgendeiner Form am längeren Hebel zu sitzen, und dabei gar nicht mitbekommt, wie Intel fleissig daran arbeitet, sie überflüssig zu machen.