Im Rahmen seines Developer Forum Spring 2006 gab Intel heute Details ihrer neuen Mikroarchitektur (Next Generation Microarchitecture) bekannt. Diese hört nun auf den offiziellen Namen „Core-Mikroarchitektur“ und bildet die Grundlage für Server-, Desktop- und mobile Prozessoren mit Multikern-Technologie, die später in diesem Jahr vorgestellt werden.
Die ersten Intel Core Mikroarchitektur Produkte mit den Codenamen Conroe (Desktop), Merom (Mobile) und Woodcrest (Server, Xeon DP) werden auf Basis der 65nm-Herstellungstechnologie produziert werden und sollen den Weg für die Entwicklung von leiseren kleineren Notebooks und Desktop-Computern in modernen Designs sowie neuen Servern ebnen, die Strom- und Gebäudekosten sparen. Die Core-Mikroarchitektur verfügt über Ausstattungsmerkmale wie verbesserte Sicherheit (La Grande), Virtualisierung (Vanderpool) und Manageability (iAMT), die Endanwendern und Unternehmen zu Gute kommen sollen.
Justin Rattner, Intel Senior Fellow und Chief Technology Officer, erklärte, dass Intels Core-Mikroarchitektur die Voraussetzungen dafür liefere, eine höhere Leistung bei geringerem Energieverbrauch zu erzielen, wie dies beim Core-Duo-Prozessor der Fall sei. Er folgt den Stromsparansatz, der zunächst in der Pentium-M-Mikroarchitektur (Codename Banias) realisiert wurde. Dieser wurde ausgebaut und verfügt nun über zahlreiche neue Technologien sowie einige (wenige) Pentium 4-Prozessortechnologien wie etwa die SSE-Befehlssätze und die 64-Bit-Erweiterung EM64T. Ansonsten spiegelt sich in der neuen Architektur nur wenig vom Pentium 4 wieder.
In seiner Rede zeigte Rattner, wie der Conroe bei rund 40 Prozent mehr Leistung rund 40 Prozent weniger Strom (TDP: 64 Watt) verglichen mit Intels derzeitigem Pentium D 950 (TDP: 130 Watt) verbraucht. Bei einer Live-Demo von Office 12 war Conroe noch schneller: nach 11,4 Sekunden konnte er seine Arbeit beendet, der Pentium D musste dagegen 28,7 Sekunden rechnend verbringen.
Rattner zeigte zudem Leistungsgewinne im Enterprise- und Mobile-Bereich auf. So soll der Server-Vertreter der neuen Architektur „Woodcrest“ (ein Dual-Core-Prozessor mit 4 MB Cache) im Vergleich zur aktuellen Dual-Core-Ausführung des Xeon DP mit 2,8 GHz (Codename Paxville DP) 80 Prozent mehr Performance bei einem um 35 Prozent gesenkten Verbrauch bieten.
Der Notebook-Chip Merom wird im Vergleich zum aktuellen Dual-Core-Chip „Yonah“, der bereits unter der Marke Core Duo im Handel erhältlich ist, bei in etwa gleichem Verbrauch nur 20 Prozent mehr Leistung bieten. Hier zeigt sich einmal mehr, wie sehr sich die neue Architektur an die der Pentium M-Prozessoren anlehnt – kein Wunder, wurden beide doch in Haifa, Israel, entwickelt.
Intel geht davon aus, dass die Auslieferung von Prozessoren auf Basis der Core-Mikroarchitektur im dritten Quartal 2006 beginnen wird.