In Zeiten steigender Spielentwicklungskosten, wachsender Entwicklerteams und immer komplexer werdender Hardware, stellte Microsoft den Teilnehmern der Game Developers Conference 2006 in San Jose, CA das „XNA Framework“ vor und lieferte Vorabversionen der XNA Studio Tools aus.
Das Unternehmen kündigte zudem an, dass man die „Xbox Live Server Platform“ für Spieleentwickler und Publisher öffnen werde. Damit haben diese noch bessere Möglichkeiten, die „Xbox Live“-Erfahrung in den Spielen auszuweiten.
Microsoft schafft mit XNA Studio ein Set aus Tools und Technologien, um Spielentwicklungsprozesse zu rationalisieren und weiter zu optimieren. Die Community Technology Preview (CTP) ist die erste öffentliche Gelegenheit für Spieleentwickler die Schlüsselelemente von XNA Studio zu testen. Im CTP ist eine Vorabversion des XNA Build enthalten, die das Debuggen und die weitere Optimierung des Game Builds gestatten. XNA Build bietet dem Entwicklungsstudio ebenso die Grundlage die Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten der Assets untereinander einfacher zu überwachen. Das hat viele Vorteile. Beispielsweise können ungenutzte oder verwaiste Inhalte aufgespürt werden. Tools wie XNA Build sollen dem Entwickler so die Möglichkeit geben, weniger Zeit in den Aufbau und die Entwicklung der intern verwendeten Tool-Infrastruktur zu stecken und stattdessen den Zeitgewinn in die eigentliche Spielentwicklung zu investieren.
XNA Framework beinhaltet eine maßgeschneiderte Implementation des Microsoft .NET Framework und neue Spielentwicklungs-Libraries, die den Entwicklern die Erstellung von Multi-Plattform-Titeln für Windows und Xbox 360 durch die Verwendung der Programmiersprache C# wesentlich vereinfachen sollen. Mit XNA Framework können die Spieleentwickler den Code und die Assets bei Multi-Plattform-Games wieder verwenden, ohne dass es zu Performance- oder Flexibilitätsverlusten kommen soll.
Da Millionen von Entwicklern weltweit C# beherrschen, ist XNA Framework für unabhängige Entwicklungsstudios interessant: Spieleentwicklung wird zugänglicher und gleichzeitig soll das Prototyping und die Konzept-Iteration noch schneller werden. Neben XNA Studio kündigte Microsoft heute die Unterstützung von erweiterten Xbox Live Services mit der Live Server Platform (LSP) an. Mit dieser Plattform können Entwickler ihre eigenen Backup Server aufsetzen, die neben Xbox Live laufen. Entwickler können mit den neuen Tools für das im Mai erwartete Xbox Development Kit erfahren, wie viel einfacher die Handhabung und besser skalierbar die Technologie von Xbox Live wird.
Microsoft führt den eigenen Titel „Project Gotham Racing 3” als ein Beispiel dafür auf, wie diese Services funktionieren. Bis zu 30.000 Spieler können hier andere Spieler in Echtzeit im Zuschauermodus beobachten. Aktuell wurden in „Burnout: Revenge” von Electronic Arts, die Features „Live Revenge” und „Save and Share” durch Funktionen ermöglicht, die nun Bestandteile der Xbox Live Server Platform sind.
Mit der Eröffnung der Xbox Live Server Platform möchte Microsoft Entwicklerstudios und Publisher mit Tools und Entwicklungsumgebungen ausstatten, die sie brauchen, um neue Online-Spielerfahrungen zu kreieren. Entwickler sollen dann in der Lage sein, in Echtzeit XML-Feeds anzuzapfen, um Dinge wie Wetter, Ranglisten oder andere Informationen zu ändern. Die Xbox Live Server Plattform kann ebenfalls verwendet werden, um die Entwicklung von Massive Multiplayer Online-Welten (MMO) zu unterstützen. Ebenso kann LSP als Einarbeitungsplattform für Entwickler und Xbox Live dienen, um neue, serverbetriebene Spieltechnologien zu testen. Mit XNA Studio, XNA Framework und Xbox Live Services bietet Microsoft ein technologisches Trio, das es Spielentwicklern ermöglichen soll, den steigenden Anforderungen noch besser zu begegnen, plattformübergreifende Entwicklung zu betreiben und damit innovative Spielerlebnisse für Gelegenheits- und Vielspieler im rasch expandierenden Online-Spielemarkt anzubieten.
Wer mehr über XNA erfahren möchte, sollte einen Blick auf die offizielle Homepage werfen, auf der neben Präsentationen auch die Community Technology Preview heruntergeladen werden kann.