Prozessor-Hersteller AMD eröffnet heute in Dresden das neue, rund 2,5 Milliarden Euro teure 300-mm-Halbleiterwerk Fab 36. An den Feierlichkeiten nehmen neben Bundeskanzler Gerhard Schröder und Sachsens Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt noch weitere hochrangige Vertreter aus Politik und Halbleiterindustrie teil.
Die Produktion in der neuen Fabrik wird derzeit planmäßig hochgefahren. AMD geht davon aus, im ersten Quartal 2006 Produkte in 90-nm-Technologie auszuliefern und Ende 2006 mit der Fertigung in der für die geplanten Quad-Cores wichtigen 65-nm-Technologie beginnen zu können. Als Zielvorgabe soll die Produktion im neuen Werk bis zur Jahresmitte 2007 größtenteils auf Strukturbreiten von 65 nm umgestellt sein. Bei den vor einigen Monaten für Anfang 2006 vorausgesagten Quad-Core-Opterons dürfte es angesichts dieser Terminplanung wohl bestenfalls um erste, lauffähige Samples handeln.
Die erhöhte Fertigungskapazität, die AMD durch den Einsatz von 300-mm-Wafern erzielt, sowie die Vorteile des APM-Fertigungsprinzips hinsichtlich Produktionsgeschwindigkeit und -effizienz sollen eine entscheidende Rolle bei den Wachstumsplänen des Unternehmens für die nächsten Jahre spielen. Die dritte Generation von AMDs Fertigungsprinzip, die in der Fab 36 zum Einsatz kommt, umfasst mehrere Hundert patentierte oder zum Patent angemeldete Technologien, mit denen sich die Prozesse in der Fab 36 dynamisch und automatisch optimieren lassen. Dieses System soll AMD dabei unterstützen, noch schneller auf Kundenanforderungen zu reagieren, Technologiewechsel in kürzester Zeit zu vollziehen sowie Qualität und Effizienz der Produkte noch weiter zu steigern.
AMD plant, die Lieferungen aus der neuen Fabrik von Jahr zu Jahr kontinuierlich zu erhöhen. Im Jahr 2008 soll sie rund 100 Millionen Prozessoren liefern. Die Auslastung der Fabrik soll dabei auf kontinuierlich hohem Niveau gehalten werden, um die steigende Nachfrage nach den AMD64-Prozessoren zu erfüllen und den Marktanteil bei x86-Prozessoren in den nächsten Jahren signifikant zu steigern. Bei der Standortwahl zu Gunsten Dresdens spielten laut AMD mehrere Faktoren eine wichtige Rolle. Neben den Erfolgen der ebenfalls in Dresden ansässigen Fab 30 und den hochmotivierten und qualifizierten Mitarbeitern in der Region haben nicht zuletzt die Subventionen des Freistaates Sachsen und der Bundesrepublik Deutschland eine entscheidende Rolle gespielt haben.